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Michaels Favoriten 2020

Jahresrückblick etc.

bis bald ...
(10.02.2020)

Highlights des Jahres

Matthews Southern Comfort: "The New Mine" (MIG, März 2020)
Schon seit langer Zeit einer meiner großen Helden - auch wenn es da in den letzten Jahren nicht mehr so viele Alben von ihm gab, die mich wirklich begeistern konnten. Die niederländische Neuauflage seiner alten Band aus den frühen 70ern wird aber immer besser und das Songwriting ist absolut stimmig. Auf jeden Fall hat er schon lange nicht mehr einen so tollen Einstieg in ein Album hinbekommen: es fängt an mit einer Coverversion von Joni Mitchells "Ethiopia", das von deren Mitt80er-Album "Dog Eat Dog" stammt, einem Album, das ich schon ewig nicht mehr gehört habe. Diese neue Version finde ich fast noch besser als das Original, das doch aus heutiger Sicht etwas zu sehr nach den 80ern klingt, auf jeden Fall für meine Ohren. Eine mutige Entscheidung, ein so gutes Stück aus fremder Feder vor die eigenen Lieder zu setzen. Dass Iain Matthews sehr gut darin ist, fremdes Material zu verfeinern, war immer schon klar. Es folgen auf "Ethiopia" dann aber mit "The Hands Of Time" und "Feed It" zwei bandeigene Lieder, die ich wirklich gut finde. Und auch der Rest fällt kaum ab. Ganz klar das beste Matthews-Album seit vielen, vielen Jahren!
(2020-04-05)
[Iain Matthews]
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Maria McKee: "La Vita Nuova" (Fire/Afar, März 2020)
Das erste Album einer meiner liebsten US-Sängerinnen und Songschreiberinnen (vielleicht neben Aimee Mann und Shelby Lynne) seit über 10 Jahren ist sogar ein Doppelalbum geworden - und kam völlig überraschend. Die von ihr und ihrem Mann Jim Akin produzierten Basictracks (alles gespielt von Maria höchstpersönlich außer dem Bass von Gatte Akin und dem Schlagzeug von Tom Dunne) wurden dann noch um ein Orchester erweitert. Über eine Stunde neue Musik und neue Texte von Maria McKee, die ich erst einmal auf mich wirken lassen muss!
(2020-03-15)
[Lone Justice]
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Jonathan Wilson: "Dixie Blur" (Bella Union, März 2020)
Für sein viertes Soloalbum ging Jonathan Wilson im vergangenen Mai für ein paar Tage nach Nashville. Bei der Produktion wurde er von Multiinstrumentalist Pat Sansone (Wilco, The Autumn Defense) unterstützt. Außerdem sind ein paar der besten Mucker der Stadt dabei, u.a. Fiedler Mark O'Connor, Blasinstrumente Spezialist Jim Hoke und Gitarrist Kenny Vaughn. Der Klang der Aufnahmen ist großartig, was sicherlich viel mit dem Spiel der großartigen Musiker zu tun hat, allerdings liefert mir der erste Höreindruck keine wirklich großartigen Melodien - aber das kommt vielleicht noch beim nächsten Hören. Wie immer (?) gibt es einen Coversong: dieses mal ist es 'Just For Love' von Quicksilver Messenger Service aus der Feder von Dino Valenti.
(2020-03-10)
[Quicksilver Messenger Service | The Autumn Defense | Wilco]
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James Elkington: "Ever-Roving Eye" (Paradise of Bachelors, Mai 2020)
James Elkington stammt zwar aus England, lebt und spielt aber wohl schon länger in Chicago, u.a. bei Eleventh Dream Day. Sein Gitarren- und Kompositionsstil erinnert mich an die besten Momente von Bert Jansch, John Renbourn oder ihrer Band Pentangle aus den 60ern und 70ern. Sein zweites Soloalbum hält mühelos das Niveau des Debüts "Wintres Woma".
(2020-05-25)
[Pentangle | Eleventh Dream Day | Wintres Woma]
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"Shelby Lynne" (Thirty Tigers/Everso, Mai 2020)
Auf das neue, titellose Album von Shelby Lynne freue ich mich schon, seit ich es im März bestellt habe. Wie erhofft ist es großartig - schon nach den ersten Tönen, die ich höre, ist mir das klar. Was einem sonst noch sofort auffällt? Bis auf wenige Ausnahmen ist es sehr sparsam instrumentiert und fast ganz alleine von ihr eingespielt. Shelby beherrscht inzwischen scheinbar jedes Instrument, wenn auch nicht immer virtuos (z.B. die Einlage am Saxofon), aber immer genau richtig für den Song. Den kompletten Gesang hat sie ebenfalls übernommen, nur sechs der neun Texte stammen nicht von ihr selbst, sondern von der Autorin Cynthia Mort. Das gab's bisher nicht bei Shelby Lynne, wenn ich das jetzt richtig einschätze. Was es mit der Gesichtsmaske (?) auf sich hat, das habe ich noch nicht recherchieren können. Auf jeden Fall sieht auch das bei ihr stilvoll aus im Gegensatz zu vielen Mitmenschen. Ich schweife ab ...
(2020-05-22)
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Someday Jacob: "Oxygen Will Flow" (Haldern Pop, Mai 2020)
Das ist bereits das vierte Album der Folkrockband aus Bremen - und die wird immer besser! Die Songs von Jörn Schlüter sind zeitlos schön, die Arrangements und Instrumentierung ebenfalls. Jedenfalls für Fans der Musik aus den 60ern und 70ern.
(2020-07-26)
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Teddy Thompson: "Heartbreaker Please" (Thirty Tigers/Chalky Sounds, Mai 2020)
Der Sproß des Thompson-Clans ist jetzt als Solokünstler auch schon 20 Jahre dabei - wie schnell doch die Zeit vergeht! Seine letzten beiden eigenen Alben fand ich leider nur so mittelprächtig ("Little Windows", das Duett-Album mit Kelly Jones von 2016 war mir zur sehr "Nashville" und der Vorgänger "Bella" von 2011 etwas zur sehr Pop im Sinne der Everly Brothers). Vor knapp drei Jahren fand ich seine Arbeit als Produzent für die Schwestern Shelby Lynne und Allison Moorer aber ziemlich gut. Und "Heartbreaker Please" ist endlich wieder gute Singer/Songwriter-Mucke, ganz nach meinem Geschmack.
(2020-06-20)
[Bella | Thompson | Little Windoes| Shelby Lynne & Allison Moorer]
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King Crimson: "Cat Food" (Island, März 1970 * DGM, März 2020)
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Art Taylor: "A.T.'s Delight" (Blue Note, 1960 * Universal/Blue Bote, März 2020)
[Blue Note]
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Elvin Jones: "Mr. Jones" (United Artists/Blue Note, 1973 * Universal/Blue Bote, März 2020)
[Blue Note]
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Dee Dee Bridgewater: "Afro Blue" (Trio, 1974 * Mr Bongo, Juni 2020)
Das rare Debütalbum der Jazzsängerin von 1974, zusammen mit ihren Brüdern Cecil (tp) und Ron (sax), das damals in Japan aufgenommen und auch nur dort veröffentlich wurde. Aufmerksam geworden bin ich kürzlich durch das englische Label Mr. Bongo, von dem schon viele tolle musikalische Schätze gehoben wurden.
(2020-08-10)
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auch gut ...

Yorkston Thorne Khan: "Navarasa" (Domino, Jan. 2020)
[Oregon | Solid Air | James Yorkston | Everything Sacred | Neuk Wight Delhi All-Stars]
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Jakob Dobers: "Der Rest Vom Licht" (Staatsakt, Febr. 2020)
Wenn ich die Platte im Plattenladen zufällig entdeckt hätte, ich hätte mich höchstwahrscheinlich nicht dafür interessiert: das Cover ist nicht wirklich nach meinem Geschmack und beim Namen des Künstlers hätte es wohl auch nicht sofort geklingelt. Vielleicht wäre mir aber doch der Name des Plattenlabels 'Staatsakt' aufgefallen (gergründet von geschmacksicheren und geschmacksmutigen Jungs aus Borken/Westfalen, die aber schon lange in Berlin zuhause sind, auch bekannt unter dem Bandnamen 'Die Türen'). Oder mir wäre doch noch eingefallen, dass Jakob Dobers auch Teil des wunderbaren Berliner Duos 'Sorry Gilberto' mit der Schauspielerin Anne von Keller war, wo es diese schöne Schrammelgitarre auch schon gab, damals aber mit englischen Texten.
(2020-03-12)
[Sorry Gilberto]
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Agnes Obel: "Myopia" (Universal/Deutsche Grammophon, Febr. 2020)
Die dänische Sängerin und Pianistin mit Wohnort Berlin habe ich vor etwa 10 Jahren über die Zehn-Zoll-EP "Riverside" kennengelernt. Ich mag diese gespenstische Musik sehr gerne - auch wenn sie mir immer noch etwas fremd ist: im Vordergrund das Klavier und der Gesang wie aus eine anderen Welt, dazu ein paar Perkussionseffekte, etwas Elektronik und ein paar Streicher. Bis auf den Gesang erinnert mich das ein wenig an den ebenfalls in Berlin beheimateten Nils Frahm - aber, wie gesagt, mit dieser Art von Musik kenne ich micht besonders gut aus ...
(2020-03-01)
[Riverside | Nils Frahm]
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"The Third Mind" (Yep Roc, Febr./Juni 2020)
Ex-Blasters-Gitarrist Dave Alvin spielt zusammen mit Leuten aus dem Camper-Van-Beethoven-Umfeld und dem Drummer von Richard Thompson Lieder von Alice Coltrane, Fred Neil, Bonnie Dobson, der Paul Butterfield Blues Band und den 13th Floor Elevators, sowie der einzigen Eigenkomposition mit dem Namen "Claudia Cardinale" ein - diese Platte musste ich natürlich haben!
(2020-05-15)
[Dave Alvin | The Blasters | Paul Butterfield Blues Band | Camper Van Beethoven | Alice Coltrane | Bonnie Dobson | Fred Neil | Richard Thompson]
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Tony Allen & Hugh Masekela: "Rejoice" (World Circuit, März 2020)
Die zwei legendären afrikanischen Musiker, Schlagzeuger Tony Allen aus Nigeria und Trompeter Hugh Masekela aus Simbabwe (oder Südafrika?), hatten vor 10 Jahren in London zusammen diese Aufnahmen begonnen, die aber erst nach Masekelas Tod 2018 von Tony Allen und Produzent Nick Gold fertiggestellt wurden. Leider ist kurz nach der Veröffentlichung der Platte auch Tony Allen verstorben. Es entstand ein wunderbares und größtenteils sehr spartanisch instrumentiertes Jazzalbum, oft füllen alleine Masekelas Flügelhorn, Allens Schlagzeug und der Bass den gesamten Klangraum. Viel mehr als Nostalgie oder posthumes Aufmerksamwerden. Vom Letzteren kann aber auch ich mich nicht freimachen, schließlich habe ich auch kürzlich meine John Prine- und Jackie McLean-Platten mal wieder herausgeholt.
(2020-06-01)
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KjellvanderTonbruket: "Doom Country" (Startracks, März 2020)
Der schwedische Singer/Songwriter Christian Kjellvander hat zusammen mit der Jazzband Tonbruket um Bassist Dan Berglund an zwei Tagen im vergangenen August diese großartige Platte aufgenommen. Dabei wurden neue Songfragmente von Kjellvander, bestehend aus Text und groben Akkordprogressionen, zu atmosphärischen Stücken weiterentwickelt. Laut Klappentext alles als First-Takes. Das Ergebnis ist mit dem Etikett 'Doom Country' gut beschrieben.
(2020-03-12)
[Tonbruket]
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Siena Root: "The Secret Of Our Time" (MIG, März 2020)
Eine schwedische Band, irgendwo zwischen 70er-Psychedelik und Heavy-Rock, die es wohl schon seit einigen Jahren gibt, aber bislang komplett an mir vorbeigegangen ist. Auf der Rückseite des Covers sind 9 junge Leute (na ja, jung aus meiner Sicht) mit langen Haaren abgelichtet, was mich etwas wehmütig an die 70er zurückerinnern lässt. Dann ist das ganze Album auch noch bei dem norddeutschen Label "Made In Germany" erschienen, das ich bisher nur von CD/DVD Kombi-Paketen mit Rockpalast-Wiederveröffentlichungen und den letzten Platten von Iain Matthews kannte, dessen Musik stilistisch zwar aus der gleichen Zeit stammt, aber doch ganz anders klingt. Interessanterweise scheinen bei Siena Root die Gitarristen, Keyboarder, Sängerinnen und Sänger öfters zu wechseln und auch wie bei dieser neuen Platte immer mal wieder zur Band zurückzukehren. Die kreativen Köpfe (oder einfach nur chefs?) der Band scheinen also der Drummer und der Bassist zu sein, beide auf jeden Fall auch Produzenten und Mixer dieser komplett analogen Produktion. Wegen der beiden tollen Sängerinnen und der Hammondorgel erinnert mich die Musik übrigenz an Inga Rumpf und Frumpy. Der Vergleich mit Atlantis wäre fast schon zu modern.
(2020-04-26)
[Frumpy | Atlantis]
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Luise Weidehaas: "Shore" (Point Reyes, März 2020)
Neulich nachts im Radio durch Zufall entdeckt (bei Klaus Fiehe auf 1Live), den Namen der Sängerin im Halbschlaf versucht zu merken und mehr oder weniger korrekt aufgeschrieben, dann mit aufwändiger Recherche über die Webseite der Sängerin bestellt. Luise Weidehaas kommt aus Düsseldorf und präsentiert nach einer EP mit "Shore" ihr Debüt als Vollalbum.
(2020-04-08)
[www.luiseweidehaas.de]
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The Dream Syndicate: "The Universe Inside" (Anti, April 2020)
Dies ist bereits das dritte Album der Band seit der Reunion von 2017. Den Vorgänger "These Times" von 2019 hatte ich mir ja auch gekauft, war aber vom Klang der Aufnahmen so sehr enttäuscht (total dumpf und komprimiert), dass ich das Album nicht genießen konnte und es hier gar nicht erst vorgestellt habe. Das neue Album wollte ich deshalb eigentlich komplett ignorieren, habe es mir dann aber in alter Liebe zur Band und wegen des coolen Covers doch noch angeschafft: "The Universe Inside" klingt zwar auch nicht besonders nach "High Fidelity", was für mich aber normalerweise nicht das ausschlaggebende Kriterium dafür ist, ob mir eine Platte gefällt, aber es enthält lange, aber irgendwie doch schöne Studiojams. Um zu einer meiner Favoriten zu werden fehlen dann aber doch die guten Songs.
(2020-05-01)
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Husten: "Wohin Wir Drehen" (Kapitän Platte, April 2020)
Das ist bereits die dritte oder vierte EP dieser "Allstar"-Band. OK - Gisbert zu Knyphausen ist ja schon seit ein paar Jahren einer meiner Favoriten. Und Moses Schneider ist - so weit ich weiß - ein angesagter Indie-Produzent, u.a. für Die Höchste Eisenbahn. Aber vom "Dünnen Mann" habe ich zuvor noch nie gehört. Kürzlich kam mir ein Video der drei unter die Augen und Ohren - und jetzt beim Hören dieser EP (bzw. einseitig bespielter LP mit Kunstwerk auf der Rückseite - oder umgekehrt?) bin ich total begeistert. Absolut in der Spielklasse von der bereits erwähnten Höchsten Eisnbahn. Natürlich bin ich jetzt auch schon neugierig auf die anderen EPs der Band.
(2020-06-15)
[Gisbert zu Knyphausen | Die Höchste Eisenbahn]
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Other Lives: "For Their Love" (Play It Again Sam, April 2020)
Diese Band ging bislang komplett an mir vorbei. Irgendwo zwischen Indie-, Folk-Rock und großorchestralem Pop der späten 60er (Scott Walker, David Ackles).
(2020-05-20)
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Ricardo Richaid: "Travesseiro Feliz" (Far Out, April 2020)
[Brasil!]
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Thundercat: "It Is What It Is" (Brainfeeder, April 2020)
Ein Bassvirtuose, Falsettgesang, das Schlagzeug meistens vom Computer - keine Zutaten, aus denen ich mir normalerweise meine Leibspeisen zubereite! Stephen Bruner, A.K.A. "Thundercat", mag ich aber irgendwie sehr. Wie immer mit Unterstützung seiner ebenfalls von mir hochgeschätzten Kollegen Kamasi Washington (sax) und Steven Ellison (A.K.A. Flying Lotus).
(2020-05-16)
[Drunk | Kamasi Washington | Flying Lotus]
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Damien Jurado: "What's New, Tomboy?" (Loose, Mai 2020)
Das neue Album kommt zwar nur auf eine schlappe halbe Stunde Laufzeit, ist aber (natürlich) gelungen. Seit sein Kumpel Richard Swift verstorben ist kümmert sich Jurado selber um die Produktion und hat mit Josh Gordon wieder einen neuen multiinstrumentalen Partner.
(2020-05-03)
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Bob Dylan: "Rough And Rowdy Ways" (Thirty Tigers/Sham, CD: Juni 2020 * Vinyl Juli 2020)
Ähnlich wie bei Neil Young haben mich Bob Dylans Veröffentlichungen der letzten Jahre kaum interessiert. Dann gab es im Mai im Internet urplötzlich dieses tolle, 15minütige "Murder Most Foul" zu hören und die alte Begeisterung war wieder da. Natürlich habe ich mir das kurz darauf angekündigte neue Album sofort bestellt. Ein wenig ärgerlich war nur, dass die Vinyl-Version erst im Juli kam, während es CD und Download schon ab Juni gab. Jetzt ist die Platte endlich da - und meine Begeisterung ist bereits wieder ein wenig abgekühlt. Eigentlich sind die Lieder ganz gut, aber es macht im Moment nicht "Klick" bei mir. Da muss ich noch mal ran. Vielleicht höre ich noch mal in "Tempest" rein, die letzte Platte mit eigenen Lieder von 2012, die mir damals doch gut gefallen hatte. Und auf der es auch schon ein tolles Lied mit Überlänge gab, wenn ich mich richtig erinnere.
(23.07.2020)

Ich habe mir heute im Auto bei einer Spazierfahrt noch mal das komplette Album angehört und bin jetzt ein wenig "gnädiger" gestimmt. Die Texte sind natürlich - wie immer - über jeden Zweifel erhaben. Außerdem singt der gute alte Bob eigentlich ganz gut (er hat in den letzten Jahren ja viel mit alten Sinatra-Liedern herumprobiert!). Nur finde ich die Musik eben nicht durchgängig gut und spannend. Ich höre keine überragenden Melodien, die der Mann ja bekanntlich drauf hat, sondern altmodisch Konventionelles zwischen Blues und Popmusik vergangener Zeiten. Richtig nervig sind nur die Chöre ("hmmm") in einzelnen Liedern, die mich irgendwie an "Tränen Lügen Nicht" von einem Schlagerheini aus den 70ern, dessen Name mir gerade nicht einfällt, erinnern.
(2020-07-24)
[Tempest]
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John Scofield: "Swallow Tales" (ECM, Juni 2020)
Das ist tatsächlich Scofields Debüt bei ECM! Im Trio mit seinem Mentor Steve Swallow an der Bassgitarre, Komponist aller Titel, und Drummer Bill Stewart entstand ein wunderbares Album.
(2020-06-26)
[ECM]
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Neil Young: "Homegrown" (Reprise, Juni 2020)
Einer meiner großen Helden aus den 70ern - gar keine Frage. Aber mit seinen neuen Sachen fremdle ich doch ein wenig. Das merke ich immer dann, wenn Neil eines seiner vielen unveröffentlichen Alben aus früheren Zeiten herausbringt. Nach "Hitchhiker" (erschienen 2017, Aufnahmen von 1976) ist das nun "Homegrown" mit Aufnahmen Ende 1974, Anfang 1975, die damals nicht veröffentlicht wurden. Beide Male mit einigen Liedern, die dann auf anderen Alben "recycled" wurden. Stattdessen erschien 1975 das Livealbum "Tonight's The Night". War das damals die richtige Entscheidung? "Homegrown" gefällt mir ganz gut. Allerdings kennt man die besten Lieder bereits vom "Recycling", zum Beispiel "Love Is A Rose" in der Coverversion von Linda Ronstadt (bereits 1975 auf dem Album "Prisoner In Disguise" erschienen) und von Neil selber vom tollen Sampler "Decade". Und manches klingt doch ein wenig unfertig. Also sage ich es mal so: "Homegrown" ist im Jahre 2020 bei mir sehr willkommen. Aber auf das geniale Album "Tonight's The Night" möchte ich dann doch nicht verzichten.
(2020-07-04)
[Prisoner In Disguise| Decade | American Stars 'n Bars | Hawks And Doves | Ragged Glory | Hitchhiker]
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The Jayhawks: "XOXO" (Thirty Tigers/Sham, Juli 2020)
Das neue Jayhawks-Album ist insofern etwas Besonderes, dass nicht mehr Gary Louris alleine (oder ganz früher mal: zusammen mit Mark Olson als Doppelspitze) gesanglich und kompositorisch im Mittelpunkt steht. Es klingt wirklich spannend zu hören, wie Bassist Marc Perlman, Drummer Tim O'Reagen und Pianistin Karen Grotberg diesen "Job" ausfüllen. Es mag sein, dass die drei das nicht so gut drauf haben wie Gary Louris, aber ich finde, dass das dem Album trotzdem gut tut, auch wenn vielleicht nicht so viele Songs mit "Hitpotential" dabei sind wie bisher.
(2020-07-24)
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Rufus Wainwright: "Unfollow The Rules" (BMG, Juli 2020)
Ich gestehe: als alter Sack habe ich mich für die Musik von Rufus zuerst nur interessiert, weil ich die Musik seiner Eltern sehr mag (Kate McGarrigle und Loudon Wainwright III). Manches fand ich gut, anderes war mir zu kitschig oder zu bomastisch. Aber ähnlich wie Jeff Buckley seinen Vater Tim in der Popularität überholt hat, so gelang das auch Rufus. Viele seiner Fans kennen die Musik der Eltern vielleicht garnicht. Unfollow The Rules ist das erste Album von ihm das ich nicht nur gut, sondern sehr gut finde.
(2020-07-18)
[Kate & Anne McGarrigle| Loudon Wainwright III]
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Erstellt: 10.02.2020 Letzte Aktualisierung: 15.09.2020 21:41 481 Besucher seit dem 10.02.2020
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