Waiting For Louisepräsentiert: Michael´s Favoriten aus 2003 
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Michaels Favoriten 2003

Jahresrückblick

Zwei Gründe sind ausschlaggebend dafür, dass Lucinda Williams für mich - nicht zum ersten Mal! - Künstlerin des Jahres ist. Zum einen das grandiose Konzert mit einer fantastischen Lucinda und einer ebensolchen Band (Doug Pettibone, Taras Prodaniuk, Jim Christie) im Paradiso/Amsterdam. Zum anderen natürlich die Platte selber mit ihren beeindruckenden Songs.

Das Album des Jahres

#1: Lucinda Williams: "World Without Tears" (Lost Highway, April 2003)
Eigentlich bin ich den mit hohen Ansprüchen gestarteten Leuten von Lost Highway nach dem Abschuss von Kim Richey im Januar 2003, deren letztes Album Rise zumindest mein Album des Jahres 2002 wurde, ein wenig böse - aber dann wird hier ein neues Meisterwerk von der derzeit wohl besten Songschreiberin der USA herausgebracht (und auf die neue Jayhawks zusammen mit Ethan Johns warte ich schon ganz gespannt!). Der Verdienst zu dieser Spitzenleistung gebührt aber natürlich Frau Williams, ihrem Gesang und ihren Songs, unterstützt vom Produzenten Mark Howard, der auch schon das neue Vic Chesnutt-Album in seinem Wohnzimmerstudio glänzend inszenierte. Alles scheint live mit 2 Gitarren (Miss W. und Doug Pettibone, der auch schon bei Vic Chesnutt zauberte), Bass und Schlagzeug (Taras Prodaniuk und Jim Christie, beide bisher u. a. bei Dwight Yoakam) eingespielt zu sein, gelegentliche Overdubs (?) kommen von Mundharmonika (Doug? Luci?) und Keyboard (vom Drummer eingespielt!).
Der Tenor der ersten mir bekannten Kritiken lautet: (ganz) gut, da von Lucinda Williams keine schlechte Platte zu erwarten sind, aber eben nicht so toll, wie die letzen beiden Alben. Dazu kann ich nur sagen: Zustimmung bei "keine schlechte Platte zu erwarten", aber dieser Standard ist für mich so hoch, das die neue Platte nicht einfach nur gut, sondern für mich neben den Go-Betweens das bisherige Highlight des Jahres ist und sich sicherlich unter meinen Inselplatten für 2003 befinden wird. Alleine schon beim ersten Hören des Openers "Fruits Of My Labor" wird's mir richtig warm um's Herz, alle folgenden Nummern - teilweise recht rockig und einmal sogar krachig - halten dann locker mit. Schön finde ich auch, dass Lucinda ganz ohne Nashville-Zugeständnisse im Sound auskommt.
(26.04.2003)
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weitere Highlights des Jahres (die Top 10)

#2: The Thorns (Columbia/Aware, Mai 2003)
Drei mehr oder weniger erfolgreiche Singer/Songwriter tun sich zu einer Band zusammen. Da wir nicht mehr das Jahr 1969 haben nennen sie sich auch nicht "Mullins, Sweet & Droge", sondern kurz&knapp "The Thorns". Trotzdem hat das Ganze viel mit dem Westcoast-Sound der späten 60er bis frühen 70er zu tun, obwohl alles nicht zuletzt durch die Produktion von Brendan O'Brien (Pearl Jam, Red Hot Chilly Peppers, etc) und die musikalische Unterstützung von meinem Lieblinxtrommler Jim Keltner, Steelgitarren-Hexer Greg Leisz und Roy Bittan von der E-Street-Band am Piano doch in gewisser Weise "modern" (im Sinne von Pop und professionell) und nicht "Lo-Fi" klingt. Von den drei Herren hatte nur Shawn Mullins vor einigen Jahren mal mit "Lullaby" einen "echten Hit", an den ich mich aber nicht wirklich erinnern kann, ebenso wenig an sein damaliges "Hitalbum". Etwas bekannter ist mir der in Seattle beheimatete Pete Droge, der bei Rick Rubins American-Label 1996 sein Debütalbum herausbrachte (produziert von Brendan O'Brien), danach aber wieder in der Versenkung verschwand. Eine schöne Platte, bei der er aber für meinen Geschmack etwa zu deutlich nach Tom Petty klang (na ja - der Mann kann ja nix für seine Stimme!). Am meisten vertraut von den dreien bin ich mit Matthew Sweet, der seit Mitte der 80er hochkarätige Alben herausbringt, z.B. das wunderbare "Girlfriend" von 1991 oder das von O'Brien produzierte "100% Fun" von 1995, die aber (natürlich!) kaum jemand gehört hat. Als Autoren treten die drei weitestgehend gemeinsam auf, 1x Sweet alleine (das schöne "Now I Know" mit den für ihn typischen Brian-Wilson-Chören, 1x Droge und Mullins ohne Sweet ("No Blue Sky" entstand vor Sweets Einstieg in die Band) und als einziges Cover "Blue" vom Jayhawks-Album "Tomorrow The Green Grass" von 1995).
(19.07.2003)
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#3: The Go-Betweens: "Bright Yellow Bright Orange" (Clearspot, Feb. 2003)
Robert Forster und Grant McLennan von den Go-Betweens gehören zu meinen absoluten Helden. Soviel vorneweg, damit hier klar ist, dass es hier nicht um eine irgendwie "objektive" CD-Besprechung geht. Seit einigen Monaten wusste ich, das dass Reunion-Album "The Friends Of Rachel Worth" keine einmalige Sache bleiben würde. Seit Wochen wusste ich, dass die CD am heutigen Montag im Laden stehen würde. Seit einigen Tagen kannte ich auch schon einzelne der neuen Lieder von einem Livemitschnitt vom vergangenen Jahr aus Neuseeland. Ich war voller Vorfreude und bin natürlich heute Vormittag an meinem Urlaubstag (nein, ich habe nicht extra dafür frei genommen!) direkt zu Peter gefahren (er betreibt meinen Lieblingsplattenladen "Elpi" in Wesel) und kann nun das Album ENDLICH hören!!! Die Platte ist wunderbar geworden (hatte ich auch nicht anders erwartet!!!), sie klingt irgendwie altmodisch (besser gesagt: zeitlos) und ist konservativ im besten Sinne: keine Digitalexperimente, kein Versuch, einen Hit zu produzieren, genau 10 Lieder mit insgesamt knapp 40 Minuten Spielzeit (ich sollte mir wohl unbedingt noch eine echte Vinyl-LP davon zulegen!) und auch endlich wieder das doppelte "L" im Titel. GoBe-Fans wissen Bescheid.
(03.02.2003)
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#4: The Allman Brothers Band: "Hittin' The Note" (Sanctuary/Peach, April 2003)
Also da war ja nun wirklich nicht mit zu rechnen: die alten Knaben sind zurück und liefern ein erstklassiges Album ab! Konstanten seit dem Beginn der Band in den späten 60ern: Sänger und Hammondmeister Greg Allman und die beiden Trommler Butch Trucks und Jaimoe. An den Gitarren natürlich nicht Duane Allman (schon ca. 30 Jahre tot) und auch nicht Dickey Betts, dem letztes Jahr gekündigt wurde, bzw. der ausgestiegen ist (kommt wahrscheinlich drauf an, wen man da fragt), sondern Rückkehrer Warren Haynes, der in den 90ern schon mal dazugehörte, letztes Jahr bei Phil Lesh & Friends zauberte und entscheidend zum guten Songmaterial beiträgt und auch die Produktion übernommen hat, sowie der noch ziemlich junge Neffe vom einen Trommler, Derek Trucks. Nur der Bassist und der Perkussionspieler sind mir unbekannt. Absolut überzeugend ist für mich der tolle Sound der Hammond B3, das filigrane und trotzdem kraftvolle Zusammenspiel der beiden Gitarristen und der dichte Rhythmusteppich (immerhin von 3 Mann geknüpft!), das klingt alles überhaupt nicht nostalgisch, sondern einfach ZEITLOS.
(02.05.2003)
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#5: I Am Kloot (Play It Again Sam/Echo, Sept. 2003)
Die Platte ist zwar schon etwas älter - ziemlich genau ein Jahr - aber für mich dennoch recht neu, da ich die Band im August beim Halderner Open Air zum ersten mal hörte. Zwar kannte ich sei vom Namen her - aber der ist zugegebenermaen nicht so besonders toll und machte mich bisher nicht neugierig. Obwohl die Band dank sitzendem Bassisten und leicht genervtem Sänger/Gitarristen beim Publikum im Unterschied zu vielen anderen Acts in Haldern nur mittelprächtig ankam (vorsichtig ausgedrückt), hatte sie es mir besonders angetan: zum einen der Überraschungseffekt, zum anderen die tollen Songs im schlichten Gitarre/Bass/Drums-Arrangement ganz ohne solistische Ausflüge - aber vor allem diese tolle Stimme von John Bramwell! Jetzt habe ich das zweite Album der Band endlich daheim und bin in meiner ersten Begeisterung bestätigt. Nur rätsele ich weiterhin, an wen mich die Stimme des Sängers erinnert. Mir fallen zwar John Lennon und Tim Booth (James) ein, aber da war noch wer anderes...
(19.09.2004)
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#6: Rickie Lee Jones: "The Evening Of My Best Day" (V2, Okt. 2003)
Diese CD wäre zwischen den anderen neuen Glanztaten meine alten Helden fast untergegangen! Nach einigen wenigen Versuchen in den 90ern, die nicht wirklich schlecht waren, die mich aber auch nicht direkt umgehauen haben, kehrt sie hier zu alter Qualität zurück. Ricky Lee, wir haben dich vermisst!
(26.10.2003)
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#7: Gillian Welch: "Soul Journey" (Acony, Juni 2003)
Das vierte Album der Neo-Traditionalistin wurde, wie der Vorgänger Time (The Revelator), von Partner David Rawlings produziert und auf dem eigenen Acony Label veröffentlicht. Bei den ersten beiden Album stand noch T-Bone Burnett hilfreich zur Hand, aber man kann hier deutlich hören, dass Welch und Rawlings dabei genug gelernt haben, um es jetzt selber hinzukriegen. Während "Time..." noch völlig karg arrangiert war - 2 Stimmen, 2 Gitarren bzw. Banjo und sonst absolut nix- haben sich die beiden jetzt eine halbe Band dazu geholt (Geige, Gitarre, Bass, Dobro). Beim letzten Stück gibt es sogar eine E-GITARRE und bei einigen Stücken davor sogar ein SCHLAGZEUG (so weit ich wei ist das eine Premiere bei den beiden!), das von einem der beiden Hauptprotagonisten selber gespielt wird - und zwar im rudimentären Stil von Kenny Buttrey auf Neil Youngs Harvest-Album, was bedeutet: BUMM-TSCHACK-BUMM-TSCHACK - also total simpel und total effektiv. Auerdem ist das ja wohl ein supersüsses Cover!
(05.07.2003)
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#8: Warren Zevon:"The Wind" (Artemis, Sept. 2003)
Vor ungefähr einem Jahr war in der Presse zu lesen, dass Warren Zevon unheilbar an Krebs erkrankt ist und vor seinem Tod noch unbedingt sein letztes Album fertig stellen wollte. Ich hatte Zevons "Karriere" zwar immer verfolgt, aber in den letzten Jahren leider ein wenig die Aufmerksamkeit für ihn verloren. In Verlauf des Jahres 2003 war dann auch nichts zu hören (nicht dass Zevon bei uns je viel Presse hatte!). Beim Tod von Johnny Cash vergangenen Freitag (12.09) musste ich dann auch wieder an ihn denken. Über die Internetsuche kam dann heraus: der Mann starb wenige Tage vorher, am 07.09., kurz nach Veröffentlichung seines letzten Albums! Darüber kam natürlich nichts in Funk und Fernsehen. Versteht mich jetzt nicht falsch, Johnny Cash hat all diese Ehrbezeugungen verdient (auch wenn sie ihn wahrscheinlich nicht wichtig wären!), aber solch ein phantastischer Mann wie Zevon kriegt kaum die angemessene Würdigung (auch ihm wird das wahrscheinlich selber ziemlich egal sein!).
Zurück zum Album "The Wind", dass wirklich gut geworden ist. Neben 10 eigenen Songs, ganz "klassischer Zevon" wie ein Frühwerk (z.B. "Werwolves Of London") und meist mit seinem Langzeitpartner und Bassisten Jorge Calderon geschrieben (der auch mitproduzierte) bringt dann dieser alte Halunke ein eigentlich nichtmehrnachspielbares Stück, von dem er hier die meines Achtens ultimative Version bringt: Dylans "Knocking On Heaven's Door"! Gleichzeitig eine kraftvolle Meditation ("Open Up! Open Up!"), aber eben auch ein grosser Witz. Zevon, der alte Zyniker, bringt es tatsächlich fertig, sich über sein eigenes Sterben lustig zu machen! Wenn jetzt nochmal irgendeiner sich an dem Lied vergreifen sollte (z.B. Axl Rose oder Randy Crawford) müsste man ihn/sie eigetlich aus der Konzerthalle prügeln.
Das ganze Album hat einen sehr rockigen, gleichzeitig völlig entspannten und reduzierten Sound. Zur Stammrhythmusgruppe (neben Jorge Calderon ist das natürlich the one and only Jim Keltner!) gesellen sich zahlreiche Freunde Zevons, die meist wesentlich prominenter sind als er und von denen keiner durch seinen Beitrag das Gesamtwerk verhunzt. Ganz im Gegenteil. Das Ganze scheint irgendwie ein groes Abschiednehmen gewesen zu sein, bei dem alle ihr Herzblut investierten!
Hier jetzt mein kleines Namedropping. Oft der einzige Weg, Leute von einem Album zu überzeugen:
Ry Cooder, Don Henley (der beim Opener "Dirty Life And Times" richtig schön trommelt!), Dwight Yoakam, Bill Bob Thornton, Bruce Springsteen (spielt ne klasse Gitarre!), John Waite (woher kenn ich den noch mal?), David Lindley, Timothy B. Schmitt (Poco, Eagles), Jackson Browne, T-Bone Burnett, James Raymond (David Crosby's Sohnemann), Tom Petty und sein Gitarrero Mike Campbell, Emmylou Harris und Joe Walsh.
(18.09.2003)
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#9: Ryan Adams: "Love Is Hell Pt. 1" (Lost Highway, Nov. 2003)
Klär mich doch bitte mal jemand auf! Was ist der Unterschied zwischen einer EP mit 8 "richtigen" Songs und 2 "Bonustracks" und einem normalen Album? Vielleicht nur der Preis? Oder der Aufwand für Marketing? Auf jeden Fall kostet "Love Is Hell Pt.1" weniger als das "richtige" Album "Rock'n'Roll", zu dessen Anschaffung ich mich noch nicht durchringen konnte. Am besten lass ich das wohl auch erst mal. Schließlich hat mir Kollege Frankie von den Craving Hands angeboten, mich mit Selbstgebranntem zu versorgen (bös, bös, ...).
Ansonsten: ein schönes, kleines Album. Vielleicht nicht so spannend wie "Gold" vor 2 Jahren. Oder zumindest nicht mehr so überraschend. Aber das war ja auch ein wirkliches Ausnahmewerk. Kurioserweise verschafft mir die einzige Coverversion ("Wonderwall" von Oasis) Klarheit bei einigen offenen Fragen:
  1. Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen dem "Nachspielen" und dem "Interpretieren" von Liedern anderer Leute. Das erste machen diese meist schrecklichen Barden in den zahlreichen Irish Pubs weit und breit. Das letzte schafft Ryan Adams hier mit Leichtigkeit.
  2. "Wonderwall" ist eigentlich ein wunderschönes Lied.
  3. Noel Gallagher kann nicht Singen und Oasis sind auch weiterhin eine furchtbare Kapelle.

Demnächst vielleicht doch noch was zu dem eigentlichen neuen Album. Oder dann erst, wenn der 2.Teil von "Love Is Hell" im Dezember herauskommt. Schau'n wir mal.
(23.11.2003)

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#10: Josh Rouse: "1972" (Rykodisc, Sept. 2003)
Das Cover und erst recht der Titel des vierten Albums des Singer/Songwriters geben klar die Marschroute vor: RETRO! Die ganze Platte klingt nach den tiefsten und analogen 70ern: mit Hilfe zahlreicher Gitarren, Wurlitzer-Piano, Hammond, Bass zwischen Folk und Funk, Schlagwerk zwischen perkussiv verspielt über 4-to-the-floor bis Rumba und Disco, jeder Menge Streichern, Bläsern und loungigen Querflöten (nicht wie bei Waldschrat Ian Anderson, sondern wie bei meinem Namensvetter Herbie). Da aber das Songmaterial durchgängig gut und eigenständig ist, trotz der vielen feinen Zitate, klingt das Ganze dann eben nicht wie eine billige Kopie.
1972 ist für mich bisher eines der ergiebigsten Jahre der Popmusik, was viel zu wenig gewürdigt wird. Letztens las ich das auch nochmal in einem Artikel, in dem, soweit ich mich erinnern kann, auf solche Meisterwerke wie "Harvest" von Neil Young, "Pink Moon" von Nick Drake, das Debüt von Roxy Music, "...Ziggy Stardust" von David Bowie und "Transformer" von Lou Reed hingewiesen wird. Josh Rouse's neues Album klingt direkt nach keinem dieser Alben, aber: es befindet sich in guter Gesellschaft! Auch in meinen Plattentipps wird das deutlich: das Jahr 1972 hat nach 1970 und 1969 die meisten Zugriffe (nachzulesen in der Online-Statistik)! Leider habe ich das Jahr 1972 damals altersbedingt noch weitestgehend verpasst, da ich meinen ersten Plattenspieler erst im nächsten Jahr bekommen habe. Aber ich war immer noch näher dran als Josh Rouse, Geburtsjahr 1972!
(21.09.2003)
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auch gut ...

Bonnie 'Prince' Billy: "Master And Everyone" (Domino, Jan. 2003)
Die Platte lag schon ein paar Tage bei mir herum, bis ich endlich in der passenden (ruhigen) Stimmung war, um sie zu hören. Für viele ist Will Oldham, der seine Platten unter wechselnden Pseudonymen (Palace Brothers, Palace Music, etc.) veröffentlicht, ja nur ein Spinner, der vielleicht interessante Songs schreibt und auch sonst ganz geheimnisvoll tut, aber eigentlich weder singen noch Gitarre spielen kann. Inzwischen ist er aber durch seinen Gastauftritt bei Johnny Cashs "Solitary Man" geadelt und singt auf seinem neuesten Werk auch für normale Hörgewohnheiten ganz passabel. Mir hat sein "Gesang" ja schon immer gefallen und er ist durch das "Besserwerden" sogar künstlerisch gereift. Viele seiner Lo-Fi-Kollegen versagen ja, sobald man sie in eine professionelle Umgebung steckt und sie nicht mehr auf dem "Homerecording"-Charme bauen können.
(03.03.2003)
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Ed Harcourt: "From Every Sphere" (EMI/Heavenly, Feb. 2003)
Komisch! Nach dem wunderbaren Debüt "Here Be Monsters" von 2001, das erst viel später meine Aufmerksamkeit bekam, entging mir doch auch der Nachfolger, der diesmal zeitgleich in Deutschland herauskam. Haldern ist schon wieder lange vorbei, doch ich lausche dem Mann und seiner fantastischen Band auch weiter mit Begeisterung. Was auch sehr schön ist: beide Platten sind mit einer richtigen Band ohne viele Gaststars eingespielt, die auch in Haldern komplett auf der Bühne stand: Gitarrist Leo Abrahams, Bassist Arnulf Lindner (aus Österreich!), Trommler Nick Yeatman und Trompeter Hadrian Garrard.
(13.09.2003)
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The Ben Taylor Band: "Famous Among The Barns" (Iris 2002/Feb. 2003)
Das Debüt des Sprösslings von James Taylor und Carly Simon kam zwar als Eigenproduktion schon Ende 2002 raus, wurde aber wohl erst dieses Jahr von einer Plattenfirma veröffentlicht worden. Aufmerksam geworden bin ich auf Ben Taylor durch Frank Ipach von den Craving Hands, der mir eine "Sicherheitskopie" seiner Promo-CD zur Verfügung stellte und mich letzte Woche zum Konzert der Band in's Kölner "Underground" mitgeschleppte. Vor ca. 25 Zuschauern, mindestens die Hälfte davon auf der Gästeliste (wie auch Frankie - nur ich leider nicht!), sahen wir ein Klassekonzert. Ben Taylor sieht aus wie sein Vater (natürlich in jünger!), singt wie sein Vater und macht eine ähnliche Musik - und das ganze ist trotzdem (?) in keinster Weise peinlich, sondern sogar richtig gut, denn die Songs des Juniors sind gut und die Band spielt gut - und es gibt eben viel schlechtere Vorbilder als James und Carly. Jetzt auf der Platte kommt de Musik etwas geschliffener rüber als live, aber auch da passt alles. Tolle Platte.

Hier geht's zu Frankies Konzertbericht für das Home-Of-Rock. Schließlich musste er sich seine Freikarte und seine Muster-CD ja irgendwie verdienen!
(21.12.2003)

Richard Thompson: "The Old Kit Bag" (Cooking Vinyl, Feb. 2003)
Ebenfalls heute erschien auch das neue Album eines meiner anderen Helden (insgesamt eine schöne Parallele - da fehlte heute nur ein neues Neil Young Album, möglichst besser als "Are You Passionate?", denn Jerry Garcia ist ja leider schon tot). Der Engländer Thompson lebt schon lange im sonnigen Kalifornien und macht doch die britischste Rockmusik, die man sich vorstellen kann. Vor einiger Zeit flog er auch bei seiner Major-Company Capitol Records raus (wollten die mit ihm "Hits" produzieren?) und hat jetzt nach 4 Jahren ein sehr abgespecktes Album herausgebracht, auf dem er nur von Kontrabassist und Langzeitpartner Danny Thompson und dem mir unbekannten Trommler Michael Jerome begleitet wird. Gelegentlich kommt Judith Owen mit ihrer zweiten Gesangsstimme dazu. Ohne den (jetzt wohl zu teuren) Produzenten Mitchell Froom, der aber meiner Meinung nach nicht die Capitol-Alben der Vergangenheit ruiniert hat, wie ich jetzt in manchen CD-Kritiken lese, stattdessen mit dem Produzenten John Chelew, dem wir "Bring The Family" von John Hiatt und das 1996er-Album von Norma Waterson (an dem die beiden Thompsons schon beteiligt waren) zu verdanken haben, legt Richard Thompson hier ein klasse Album vor, mit allem was ihn für mich so wichtig macht: vorzügliche Songs, musikalisch und textlich auf höchstem Niveau, inspirierter Gesang und dann eben dieses grandiose Spiel auf der Gitarre. Er ist einer der wenigen Stilisten an der Gitarre, den ich glaube, immer heraushören zu können (zumindest beim Solospiel auf der Stratocaster). Auerdem: wer auer Thompson ist gleichzeitig als Sänger, Songschreiber und Gitarrist dermaen gut? Auch nicht Neil Young (der vielleicht die etwas besseren Songs hat, sicherlich nicht Bob Dylan und Van Morrison wegen deren limitierten Gitarrenkünsten. Es fallen mir höchstens der Kanadier Bruce Cockburn und Nashville-Mann Vince Gill ein, wobei mich Gills Lieder nicht so beeindrucken und Cockburn zwar gut ist, aber mir nicht so nahe geht wie Thompson.
(03.02.2003)
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The Dead: "The Warfield Theatre, Valentines Day 14.02.2003"
Premiere! Zum ersten mal möchte ich hier eine Art Bootleg-CD vorstellen, obwohl es das nicht ganz trifft, denn diese 3CD-Veröffentlichung kann sich jedermann/frau samt Coverdesign von der Homepage der Grateful Dead herunterladen. Am Tag der Verliebten gab es ein Konzert im "Wohnzimmer" der Dead, dem Warfield Theater von San Francisco mit Dead-Texter Robert Hunter im Vorprogramm und dann als Topact die "neue" Band der 4 überlebenden Grateful Dead Musiker Bob Weir, Phil Lesh, Mickey Hart und Bill Kreutzmann. Ohne Kreutzmann spielte man schon seit 1999 gelegentlich unter dem Namen The Other Ones, benannt nach dem Dead-Konzertklassiker-mit-Überlänge #2 (#1 ist natürlich "Dark Star"!) "That's It For The Other One", wieder zusammen. Als Kreutzmann dazukam (es gab meines Wissens einige Gigs im letzten Jahr) war die Resonanz so überwältigend, dass man sich zu einer Art Neuanfang entschloss. Da aber Jerry Garcia noch immer tot ist, war klar, dass der alte Bandname tabu war - "The Dead" waren geboren. Als Dank an die Fans gibt es nun das komplette Konzert auf 3 CDs zum legalen Download. An den Keyboards sind Jeff Chimenti von Bob Weir's Band Ratdog und Rob Barraco von Phil Lesh & Friends dabei. Den härtesten Job hat wohl Leadgitarrist Jimmy Herring, der sich schon durch sein Mitwirken bei der Edel-Grateful-Dead-Coverband Jazz Is Dead und ebenfalls bei Phil Lesh & Friends für diesen Job empfohlen hatte. Saiten-Unterstützung kommt bei einigen Titeln von Gitarrist Warren Haynes (Allman Brothers, Gov't Mule, Phil Lesh & Friends) und Geiger Michael Kang (von den neuen Jamrock-Stars String Cheese Incident), gesanglich helfen Joan Osborne (remember "What If God Is One Of US"?) und Ersatz-Van Halen-Sänger Sammy Hagar. Die Dame ist auch auf der kommenden Tour als festes Bandmitglied dabei (sie macht das scheinbar besser als damals Donna Godchaux, denn sie darf auch mal solistisch ran, etwa bei "Casey Jones" oder Otis Reddings "Too Hard To handle", das damals Pigpen so göttlich vorgetragen hatte - oder die Herren sind inzwischen emanzipierter!). Alles klingt ganz wunderbar, auch wenn manche Miesepeter meckern werden, weil Herring und Haynes eben nicht Jerry ersetzen können - aber was soll's: die Vibes stimmen und beide Gitarristen sind absolute Granaten. Haynes kommt auerdem z.B. bei "Sugaree" als Sänger gut rüber. Nur "Rocker" Sammy Hagar will mir nicht so recht schmecken - vielleicht wegen meiner Einschätzung von Mainstreamhardrock im Allgemeinen und Van Halen im Besonderen - wahrscheinlich aber eher, weil er "Loose Lucy" singt, eines der wenigen Dead-Stücke, das ich nicht so besonders mag. Die 4 alten Deadhasen sind gut wie immer, vor allem natürlich Bassist Phil Lesh, das Herz der Band, aber auch die beiden Drummer Hart und Kreutzmann . Und Bob Weir singt klasse (wie immer in den letzten Jahren, als er neben Jerry als 2. Frontmann reifen konnte) und wird m.E. als Rhythmusgitarrist in seiner Bedeutung total unterschätzt.
(21.06.2003)
Janet Bean And The Concertina Wire: "Dragging Wonder Lake" (Thrill Jockey, März 2003)

"Indie- und Roots-Fans mit wenigstens einem offenen Ohr werden Janet Bean als Schlagwerkerin bei Eleventh Dream Day und als eine Hälfte von Freakwater kennen. Schließlich verewigt sich die in Kentucky aufgewachsene Musikern seit fast 20 Jahren auf diversen Tonträgern.
Nachdem die andere Freakwater-Mitstreiterin Catherin Irwin erst kürzlich ein Soloalbum vorlegte, das sie wie erwartet ganz zurück zu den klassischen Country-Wurzeln führte, zieht Janet Bean nun mit ihrem Solodebüt nach. Und wer wie ich Janet als alternative Emmylou Harris eingeordnet hatte, also sehr wohl der Wurzeln bewusst, aber doch lieber ohrenfreundlich als zu wurzelig/sperrig, nun, der sieht seine Erwartungshaltungen hier getäuscht.
Zwar durchzieht die Pedal Steel von Jon Spiegel die gesamte Platte mit einem countryesken Unterton, aber dagegen setzen mit Fred Lonberg-Holm und Jim Baker zwei bekannte Chicago-Avantgardisten in diesem Zusammenhang ungehörte Zeichen. Das gesamte Album könnte so eigentlich auch zirka `72 erschienen sein, eingespielt von einer Singer-Songwriterin, die von ihren Country-Folk-Wurzeln zu neuen Ufern aufbricht und somit die Arrangements etwas komplizierter gestaltet, die Stimmung etwas verdunkelt, hin und wieder relativ straight musizieren lässt, dann aber Songs wie Neil Young´s "Soldier" gegen den Strich bürstet. Auch die andere Fremdkomposition, "The God Song (That´s Why I Love Mankind)" von Randy Newman ist eher ambitioniert umgesetzt.
Natürlich ergeben sich absolute Hinschmelz-Momente ("Paper Thin"), aber der Großteil der Songs und das Album als Ganzes lassen/lässt sich nicht direkt im ersten Durchgang erschließen. Doch der Hörer spürt hier die Tiefe und fühlt sich angezogen von einer dunklen Songkollektion, die intensive Beschäftigung verlangt und somit sicher auch über eine lange Halbwertszeit verfügt."

Das mit dem Singer/Songwriter-Sound "zirka 1972" hat Hand und Fu: auch beide Coverversionen sind aus diesem Jahr. Das ganze Werk ist etwas sperrig, aber schon beim ersten Hören sehr spannend. Auch die Instrumentierung liegt ganz auf meiner Welle. Auerdem hat es die Lady nicht nötig, sich auf dem Cover optisch auszubreiten (sie könnte! Habe ich in 11th Dream Day und Freakwater-Konzerten schon feststellen können!), sondern hat da ein wunderschönes Gemälde platziert.
(16.04.2003)

The Be Good Tanyas: "Chinatown" (Nettwerk, März 2003)
Das zweite wunderbare Werk dieses schrgen Damentrios aus Kanada. Mit einer tollen Version des Townes Van Zandt-Klassikers "Waiting Around To Die" und erneut einer Version eines eigentlich unspielbaren Lieds: "House Of The Rising Sun", geschunden von so ziemlich allen Beat- und Rockbands aus meiner Generation in ihren Frühphasen. Auf ihrem ersten Album "Blue Horse" kriegten sie ja schon bei "Oh Susannah" ("I come from Alabama with the banjo on my knee...") elegant die Kurve...
(16.04.2002)
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The Electric Family: "Ice Cream Phoenix" (Hypertension, März 2003)
Tom Redeckers Duo mit dem Berliner Emilio Winschetti "The Perc Meets The Hidden Gentleman" fand ich immer klasse. Diese Musik wurde von Tom Redecker nach der Trennung auf einem Soloalbum und dem inzwischen dritten Album seiner "Band" (besser: Session-Zirkustruppe) fortgeführt. Während mir dabei bisher immer der Antagonismus zwischen Tom und Emilo fehlte (Tom ist mit seiner tiefen Stimme gesanglich doch etwas limitiert) und alles auf Platte doch zu sehr nach unverbindlicher Session klang, ist die Sache jetzt endlich wieder so "rund" wie damals zusamen mit Emilio. Also kann ich auch die "Elektrische Familie" jetzt bedenkenlos weiterempfehlen!
Zur Familie gehören u.a.: The Voodoo (perc) von Philip Boas altem Club, Hagen Liebig (war kurz mal bei den Ärzten), Volker Kahrs (Grobschnitt-Keyboarder), Dieter Serfas (Amon Düül II) und sogar Ulla Meinecke! Die meisten Songs sind zwar von Tom Redecker, es gibt aber auch zwei interessante Coverversionen: "Careful With The Eugene", das Pink Floyd-Ein-Akkord-Stück-Mit Dem-Schrei (kommt klasse!), und "Dancin' Lady" eine Crazy Horse-Nummer ohne Neil Young, von deren unbekannten 78er-Album "Crazy Moon" (eine nicht so nahe liegende Wahl - wäre ich nie drauf gekommen!)
(17.05.2003)
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Dar Williams: "The Beauty Of The Rain" (Razor & Tie, März 2003)
Dar Williams ist eine Sängerin und Songschreiberin, die mir bisher nicht aufgefallen war. Entdeckt habe ich sie "über drei Ecken": Zuerst fiel mir die wunderschöne Version von "Whispering Pines" auf dem neuen Tribute-Sampler "Endless Highway - The Music Of The Band", gesungen von Jakob Dylan und Lizz Wright, auf. Dann bin ich auf der Suche nach Text und Akkorden dazu auf der Webseite von Dar Williams gelandet und habe dort ein bisschen gestöbert. Neugierig hat mich dann die sehr hochkarätige Besetzung der Platte gemacht. Zu hören sind u.a. Banjogott Bela Fleck, Jazzorgler Jon Medeski, Harmonika-Ass John Popper (Blues Traveller), Bluesgrass-Queen Alison Krauss und gleich zwei von den Hooters: Eric Bazillian und Rob Hyman. Der Kauf der CD war also Pflicht - und hat sich absolut gelohnt!
(17.06.2007)
Vic Chesnutt: "Silver Lake" (Blue Rose/New West, Apr. 2003)
Finde ich richtig gut, dass mal jemand den Mut gefunden hat, den alten Gitarrenschrammler mit guten Musikern aufzunehmen, denn weder ist der Mann ein wirklich guter Sänger, noch spielt er selber virtuos Gitarre (was bei ihm rein körperlich nicht geht!). Und bisher waren alle seine Platten immer irgendwie "schrammelig" (und haben mir trotzdem gefallen!). Jetzt gibt's auf jeden Fall keinen Ausverkauf, sondern ein angemessenes Umfeld für einen groen Songschreiber, dank solch ausgezeichneter Musiker wie Doug Pettibone, Don Heffington und Darryl Johnson.
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Willard Grant Conspiracy: "Regard The End" (Glitterhouse, Mai 2003)
ab in die Grabbelkiste!
Richmond Fontaine: "Post To Wire" (El Cortez, März 2003)
Ein Zufallsentdeckung! Im Urlaub hatte ich mir aus Mangel an Alternativen das englische "Q"-Magazin gekauft und fand auf der beiliegenden CD diese amerikanische Band in bester "No Depression"-Tradition à la Jayhawks, Uncle Tupelo oder Whiskeytown. Soweit ich wei, ist dies hier schon das sechste (!) Album der Band um den Singer/Songwriter Willy Vlautin, die sich sogar einen hauptamtlichen Pedalsteeler leistet, ohne zu sehr nach Nashville zu klingen und es ist zumindest in den USA schon im letzten Jahr erschienen. Gerüchteweise soll die Band mit "Post To Wire" jetzt gro rauskommen. Schau'n wir mal. Schöne Scheibe.
(02.07.2004)
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Sons Of Jim Wayne: "Sweet Madonna" (NTT, März 2003)
Ein Duo aus dem nordöstlichen Ruhrgebiet mit Musik irgendwo zwischen Bluegrass und Indie-Rock mit Homerecording-Charme. Stefan Kulik spielte vorher im Jim Wayne Swingtett, das ich aber leider nie selber gehört habe. Sein Kollege ist dagegen ein alter Bekannter für mich: Bernd Uebelhöde spielte vor 10 Jahren bei den grandiosen Ferryboat Bill.
The Jayhawks: "Rainy Day Music" (Lost Highway/American, April 2003)
Ich war bei Ankündigung des Albums sehr überrascht und als ich dann erfuhr, dass das "Nachwuchs"-Produzentengenie und Multiinstrumentalisten Ethan Johns an den Reglern sa, auch voller Vorfreude. Die ersten Töne sind dann wirklich göttlich und alles ist auch wieder eine Spur sparsamer als beim letzten Mal - eben etwas weniger "Pop". Auerdem schafft es Drummer Tim O'Reagen allmählich ein wenig in die Rolle des ausgestiegenen und oft vermissten Sängers/Songschreibers Marl Olson zu schlüpfen, indem er auch zwei eigene Songs beisteuert und zusammen mit dem verbliebenen Gitarristen Gary Louris den zweistimmigen Leadgesang, früher mal Trademark der Band, teilweise wieder aufleben lässt. Einziges Makel der Platte: die Spannung und Qualität der ersten 4/5 Songs wird bis zum Ende nicht ganz durchgehalten, sodass die Platte wahrscheinlich nicht mein Album des Jahres werden kann - die Konkurrenz (z.B. Luci und die Go-Be's!) ist jetzt schon gro, aber: schau'n wir mal!
(17.05.2003)
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Daniel Lanois: "Shine" (Epitaph, April 2003)
Das Album hatte ich im April doch glatt übersehen und es mir kürzlich als "Nice price"-CD gekauft. Das ist zwar schön für mich, aber doch traurig mit anzusehen, wie schnell manche Platten heutzutage in die Resteverwertung gehen! Nach fast 10 Jahren endlich ein neues Album des Mannes, der ansonsten seine Zeit damit verbringt, die Arbeiten anderer Leute (immerhin Dylan, U2, Peter Gabriel, Emmylou, u.a.) zu veredeln. Anlass soll seine "Wiederentdeckung" der Pedalsteel sein, die hier dann auch sehr ausführlich zum Zuge kommt (und harte U2-Fans vielleicht abschreckt?). Erschienen auf dem Epitaph-Label von Brett Gurwitz (Bad Religion), das sich in den letzten Jahren auch um Tom Waits, Merle Haggard und Solomon Burke gekümmert hat. Ein feine Familie.
(28.12.2003)
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Old And In The Gray (Acoustic Discs, April 2003)
Ein scheinbar schon im vergangenen Jahr erschienene bzw eingespielte Neuauflage der legendären, aber kurzlebigen Hippie-Bluegrasstruppe Old And In The Way. Okay, sie sind "alt und grau", Jerry Garcia und John Kahn schon lange tot. Trotzdem schaffen es die alten Haudegen Peter Rowan (Gitarre; spielte in jungen Jahren bei Bill Monroe & seinen Bluegrass Boys, später bei Earth Opera, Seatrain und mit seinen Brüdern als The Rowans), David Grisman (Mandoline; Earth Opera, etc.) und Vassar Clements (Geige) locker, den alten Geist von vor 30 Jahren wieder aufleben zu lassen!
Old And In The Way
wurden immer im festen Zusammenhang mit der Grateful Dead Scene betrachtet und schlugen eine wichtige Brücke zwischen Rock Musik und Bluegrass. Viele Hippies haben so diese Musik zum ersten Mal wahrgenommen (auch ich habe zum ersten Mal bluegrassartige Töne über das genrebildende David Grisman Quintet gehört. Für "Old And In The Gray" haben sich die Drei die noch relativ unbekannte junge Bassistin Bryn Bright (spielt sonst mit Peter Rowan zusammen) und den Sänger und Banjospieler Herb Pedersen (Emmylou Harris Hot Band, Linda Ronstadt, Desert Rose Band, etc.) als Garcia-Ersatz geholt! Alle Songs wurden garantiert live-im-Studio eingespielt, darunter mit 'Rainmaker' und 'Meadow Green' zwei Rowan-Originale. Der Rest ist wie damals eine bunte Mischung aus Stanley Brothers, Louvin Brothers, Carter Family, Bill Monroe, John Hartford, Townes Van Zandt ('Pancho & Lefty') und sogar Rolling Stones ('Honky Tonk Women').
(03.05.2003)
Yo La Tengo: "Summer Sun" (Matador, April 2003)
Welche Bands aus den 80ern sind immer noch dabei und machen immer noch fantastische Platten, werden sogar besser, je älter sie werden? Da fällt mir auer Yo La Tengo aus Hoboken/New Jersey eigentlich keine andere ein! OK, hätten meine allergrößten Helden aus dieser Zeit nicht in den 90ern eine "Kunstpause" eingelegt, müsste ich hier natürlich die Go-Betweens anführen. Es bleibt also das Trio um das Ehepaar Ira Kaplan (Gesang & Gitarre) und Georgia Hubley (Gesang & Schlagzeug), seit nun mehr 10 Jahren schon mit James McNew am Bass.
Alle drei bedienen auch live und im Studio die Keyboards, was hier vor allem eine uralte Schweineorgel ist. Bei einem Konzert in Duisburg vor ca. 2/3 Jahren war das sehr schön anzusehen und zu hören.: Ira geht mit Klebeband bewaffnet (jeder richtige Musiker hat immer Gaffa-Tape dabei!) zur alterschwachen Orgel und drückt nacheinander die für die nächste Viertelstunde benötigten Töne und klebt sie mit dem Gaffa fest. Dann zurück zur Gitarre und weiter gesungen. Zwischendurch werden dann mal einzelne Töne von einem der drei herausgenommen oder hinzugefügt: absolut genial, besser als jede Kapelle mit computergesteuerten Einspielungen!
Das neue Album ist eine schwer melodische Pop Platte, ausgerichtet an den wohlklingenden Vorbildern der 60’s, produziert von Roger Moutenot. Die Bläsersätze mit viel Querflöte, was ich sonst eigentlich nicht so sehr mag, lagen dabei in den Händen und Instrumenten von Roy Campbell jr. (Pyramid Trio), Daniel Carter (Test, Other Dimensions In Music) und Sabir Mateen (Test) und kommen ganz besonders gut im vorletzten Lied, dem über 10minütigen "Let's Be Still".
In vergangenen Jahren waren Yo La Tengo auch immer gut für eine geniale Coverversion (mit "Fakebook" gab's sogar mal ein ganzes Album voll davon!). Diesmal ist es zum Abschluss der CD "Take Care" von Alex Chilton, zu finden auf dem dritten Big Star-Album "Sister Lovers" (Geheimtipp!), hier herzergreifend gesungen von Georgia und veredelt vom Lambchop-Musiker Paul Niehaus mi seiner Pedal Steel.
(18.04.2003)
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Rosanne Cash: "Rules Of Travel" (Capitol, Mai 2003)
7 Jahre nach dem "10 Songs Demo" endlich ein neues Klassealbum von Johnny's ältester(?) Tochter. Singer-Songwriter-Country-Rock, geadelt durch die Mitwirkung von John Leventhal (Ehegatte, Co-Autor, Produzent, Toningenieur, Multi-Instrumentalist). Dazwischen lagen Kinderkriegen (die Platte ist ihrem Sohn Jake gewidmet) und Krankheiten (sie hatte für längere Zeit ihre Stimme verloren)
(31.08.2003)
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John Hiatt & The Goners: "Beneath This Gruff Exterior" (Sanctuary, Mai 2003)
Auf Mister Hiatt ist wie immer Verlass! Alle 1-2 Jahre haut er eine gute, manchmal sogar sehr gute Scheibe raus - und diesmal ist sie sehr gut! Insgesamt sind das seit seinem Debüt von 1974 schon über 20 an der Zahl. Zusammen mit seiner alten Kapelle, den Goners (Slidegitarrengott Sonny Landreth und die tolle Rhythmusgruppe Ken Blevins und Dave Ranson) wird dieses mal sogar auf's heftigste gerockt. Die Zusammenarbeit muss wohl so gut gewesen sein, dass die Jungs auch erstmals in bester "Elvis Costello & The Attractions"-Manier mit auf den Titel durften. Was mir noch auffällt, ist ein kleiner Trend unter meinen aktuellen Lieblingsplatten: 2 Gitarren, Bass & Drums - und sonst nix, wie auch schon beim neuen Meisterwerk von Lucinda Williams vom letzten Monat. Einziger Gastauftritt kommt von Saxofonlegende Bobby Keys (Rolling Stones, etc.). 12 mehr oder weniger neue Klassesongs werden geboten, nur die letzte Nummer "The Most Unoriginal Sin" gab's vor ca. 10 Jahren schon mal in einer Version von Willie Nelson auf dessen Comeback-Album "Heartland". Einzige Schwachstelle vielleicht der etwas merkwürdige Titel: ohne Nachzuschlagen sagt's mir gar nichts und klingt nur etwas bescheuert.
(05.06.2003)
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Stacey Earle & Mark Stuart: "Never Gonna Let You Go" (Gearle, Juni 2003)
Neben Buddy & Julie Miller und Gillian Welch & David Rawlings gibt's jetzt in Nashville eine weitere musikalische und Lebenspartnerschaft im Singer/Songwriter-Genre: Steve Earles kleine Schwester Stacey Earle und Mark Stuart. Die Stücke sind durchweg gelungen, wobei mich der Opener "Me And The Man In The Moon" an irgendwas von Guy Clark erinnert, das ich aber gerade nicht auf den Punkt bringen kann. Ist ja auch keine schlechte Referenz! Der Sound wird getragen von den Akustikgitarren der beiden, ihrem Doppelgesang, dem Kontrabass von Byron House und dem Besenschlagzeug von Craig Wright. Dazu gibt es gelegentlich Mandoline und Akkordeon vom Produzenten Michael Webb und sogar E-Gitarre von Mark Stuart. Fast also so, wie Waiting For Louise auch klingen (sollen). Sehr schön finde ich auch, das es auf einer 2. CD die Rohversionen der Lieder gibt, "just gutar & voice"!
(07.09.2003)

Bei der Gelegenheit möchte ich hier mal kurz meine Lieblingsduos (zumindest Duos im musikalischen Sinne!) aus dem Bereich Singer/Songwriter/Country/Folk/Rock aufführen. Neben den drei oben genannten Pärchen sind das:

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Steely Dan: "Everything Must Go" (Reprise, Juni 2003)
Ein Muss für mich. Walter Becker und Donald Fagan, diese beiden mürrischen, inzwischen älteren Herren, die "Walldorf und Stadler" des Rock'n'Roll, können überhaupt keine schlechten Platten machen. Ich sitze und lausche ergeben, jeder alte Dan-Fan wird's genauso tun. Ob ein paar neue dazukommen werden? Ist mir ziemlich egal. Und den beiden wohl auch.
(21.06.2003)
Tindersticks: "Waiting For The Moon" (Beggars Banquet, Juni 2003)
Für mich sich sind Tindersticks eine der wenigen aktuellen (?) Bands, bei denen ich mir bei jeder Neuerscheinung sicher bin, dass es mir gefallen wird und trotzdem (?) immer spannend bleibt. Beim letzten Album "Can Our Love" von 2001 war ich sogar extrem begeistert, denn mir hat dieser "Soul Sound" besonders gut gefallen. Und auch jetzt sind die ersten Töne, die zu hören bekomme wieder wunderschön. In der Eröffnungsnummer "Until The Morning Comes" klingts melancholisch, fast wie bei Leonard Cohen, danach wird's dann etwas heftiger (irgendwie Tim Buckley-mäßig). Und der vierte Titel erinnert tatsächlich an Velvet Underground, meine alten Helden. Keine schlechten Koordinaten für musikalische Grosstaten.
(14.06.2003)
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Love: "The Forever Changes Concert" (Snapper, Juli 2003)
Brian Wilson hat es mit "Pet Sounds" in beeindruckender Weise vorgemacht und Arthur Lee holt es mit "Forever Changes" nach: ein grandioses Alben der Rockgeschichte komplett aufführen. Bei dem "Beach Boy" Brian Wilson funktionierte das Ganze nicht zuletzt wegen der jungen und enthusiastischen Begleitband, den "Wondermints" so gut, die vorher eigentlich eher so was wie eine Beach Boys-Revival Band waren, zumindest stark davon inspiriert. Arthur hatte die L.A.-Band "Baby Lemonade" dabei, die sich ganz natürlich im Stil der späten 60er bewegt. So wurden die Jungs von Lee kurzerhand zu den neuen "Love" erklärt. Eigentlich arbeitet man ja schon seit Mitte der 90er zusammen, aber Lee war noch bis Jahresbeginn 2003(?) im Gefängnis (wofür eigentlich? Drogen?) und stieg mehr oder weniger direkt vom Knast in den Flieger nach England um, wo Love schon immer die meisten Fans hatten, auch in schwierigen Zeiten (das gilt übrigenz auch für die Beach Boys!). Höhepunkt der Tournee war dann der Auftritt in der Royal Albert Hall am 15. Januar 2003, der für diese Doppel-CD und eine DVD mitgeschnitten wurde.
Das Ergebnis klingt einfach wunderbar: die 5köpfige Band, verstärkt um 8 Streicher und 3 Bläser aus Schweden (!), spielt da komplette Album - nein, nicht "nach", sondern zelebriert es!
(05.09.2003)
Eugene Kelly: "Older Faster" (Geographic, Aug. 2003)

"Offensichtliches Solodebüt des ex-Vaselines, die höchstens noch entfernt als C-86-Band und von den Nirvana-Covern (allein 3 bei MTV Unplugged) bekannt sein dürften. 4 Songs und 15 Minuten countryesker Wohlklang, entfernt an Neil Young während "Comes A Time" erinnernd, aber dann auch wieder recht britisch im Ansatz. Harmonika, sanfte Akustikgitarre und eine unaufgeregt agierende Bands rühren hier vier Sunshine-Tracks zusammen, von denen ich dachte, so was würde heute nicht mehr gemacht." (Glitterhouse)

Auch ich kannte den Mann bisher nicht. Aufmerksam geworden bin ich dann schlielich durch eine Besprechung der Platte in der "Westzeit" (ihr wisst schon, dieses Ungetüm von Musikzeitschrift, das kostenlos in Szenekneipen ausliegt), die ich nach langer Zeit mal wieder auf dem Halderner Open Air gelesen habe.
Habe ich schon erwähnt, dass Patti Smith dort 2 Meter entfernt an mir vorbeilief und später am Abend dann einen göttlichen Auftritt hinlegte?
Zurück zu Mr. Kelly: dem Vergleich des Glitterhäuslers mit "Comes A Time" kann ich zustimmen. Ansonsten bleibt festzustellen: SCHLICHT, SCHÖN, GÖTTLICH. Nur viel zu kurz. Hoffentlich gibt's da bald ein ganzes Album. Sonst muss ich wohl noch anfangen, nach Vaselines-Platten zu forschen. Oder mir "Nirvana MTV Unplugged" anhören.
(01.09.2003)

Kings Of Leon: "Youth And Young Manhood" (RCA, Aug. 2003)
Es hat ein bisschen gedauert, bis der Groschen bei mir fiel: Kollege Frankie von den Craving Hands hatte mir eine "digitale Sicherheitskopie" der Platte zur Verfügung gestellt, aber ich blieb beim Hören ziemlich unbeeindruckt. Hatte vielleicht was mit dem "Hype" um die Junx zu tun. Neulich habe ich dann im Plattenladen die Vinylausgabe in der Hand: eine Doppel-10-Inch! - und ich habe als alter Querkopf sofort zugeschlagen. Zu hause habe ich dann aber doch nicht den Plattenspieler angeschmissen, sondern noch mal die Sicherheitskopie in's PC-Laufwerk geschoben, während ich die schöne Platte in Händen hielt. Schlielich hat es dann doch noch "Klick" gemacht: schöne Rockmusik, altmodisch und trotzdem jung & frisch. Und beim Blättern im Booklet stelle ich fest, dass den Junx bei einigen Liedern ein gewisser "Angelo" geholfen hat. Das interessiert jetzt wahrscheinlich kein Schwein, aber der Mann ist einer der angesagtesten Nashville-Country-Songschreiber und mir schon gelegentlich bei Kim Richey (Co-Autor von "I'm Alright", das zu den von Waiting For Louise gecoverten "10 Songs" gehört!) und anderen aufgefallen. Und somit in "Alternativ"-Kreisen sicherlich als völlig "uncool" einzuschätzen. Ich glaube, ich schweife etwas ab. Gute Platte. Wie gesagt.
(irgendwann in 2004)
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Allison Moorer: "Show" (Universal-South, Aug. 2003)
Ein starkes Teil von Shelby Lynne's kleiner Schwester! Am 4. Januar diesen Jahres spielte sie mit ihrer starken Band in einem kleinen Club in Nashville und lie das Ganze in Bild und Ton festhalten. Als limitierte Auflage gibt's den Auftritt jetzt als Audio-CD und Video-DVD im Doppelpack. Besonders beeindruckend sind dabei die Gesangskünste von Mrs. Moorer, bei drei Lieder sogar zusammen mit ihrer ebenso bezaubernden Schwester! Auch der Gastauftritt von Kid Rock ist weit weniger bizarr oder rüpelhaft als man meinen sollte.
(14.11.2003)
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Rodney Crowell: "Fate's Right Hand" (Epic/DMZ, Sept. 2003)
Das neue Werk des ehemaligen Emmylou Harris-Begleiters (z.B. auf "Luxury Liner") und Johnny Cash-Schwiegersohns habe ich zwar schon seit einigen Wochen hier liegen, aber es ist wohl irgendwie verschütt gegangen. Nach den starken frühen Soloalben, die ich Dank meiner Hartnäckigkeit bei der Durchforstung von Grabbelkisten schon seit längerem, also sogar schon vor meiner "Country-Phase", mein eigen nenne (z.B. das geniale Debüt "Ain't Living Long Like This" von 1978), der Zusammenarbeit mit Ex-Gattin Rosanne Cash in den 80ern, den kommerziell erfolgreichen eigenen Nashville-Alben in den 90ern (wo ich ihn aus den Augen verloren habe) und dem autobiographischen Comeback-Album "The Houston Kid" beim Bluegrass-Kultlabel Sugar Hill vom vergangenen Jahr ist er mit seinem neuen Werk wieder ganz der Alte. Sogar wieder bei einem Major, aber dieses mal wohl ohne Hitsingles. Die braucht der Mann aber auch sicherlich nicht mehr.
(21.12.2003)
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Emmylou Harris: "Stumble Into Grace" (Nonesuch, Sept. 2003)
Wenn ich eine Lieblingssängerin nennen müsste (muss ich natürlich nicht!) so bräuchte ich nicht lange nachdenken: natürlich die göttliche Emmylou! Am 27.10. werde ich sie in der Düsseldorfer Tonhalle ENDLICH live erleben. Warum hat das nur so lange gedauert? Nach Van Morrison eine weitere "alte Heldin" von mir, die mit einem neuen Werk total überzeugt. Darf man bei Damen eigentlich das Alter in's Spiel bringen? Nur soviel sei gesagt: Mrs. Harris veröffentlicht immerhin seit 1969, als ich selber noch mit der Trommel um den Weihnachtsbaum meine Runden drehte, eigene Platten!
(26.10.2003)
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Shelby Lynne: "Identity Crisis" (Capitol, Sept. 2003)
Nach der kleinen Schwester Allison Moorer nun die große! Der Vorgänger "Love, Shelby" ging irgendwie an mir vorbei. Den hab ich mir inzwischen zwar für schlappe 2,45€ von irgendeiner Resterampe besorgt, er hat aber ein blödes Cover und ist, wie auch der Glitterhäusler richtig anmerkt, etwa zu mainstreamig geraten (Produzent Glen Ballard war auch für die Hits von Alanis Morissette zuständig!). Klasse war dagegen der Vor-Vorgänger "I Am Shelby Lynne" (Produzent: Sheryl Crow- und Kim Richey-Spezi Bill Bottrill). Jetzt hat sie selber produziert und auch noch alle Gitarrenparts höchstpersönlich eingespielt. Das ist vielleicht nicht ganz so virtuos, als wenn sie dafür irgendwelche Studiocracks herangeholt hätte, aber immer absolut passend. Nicht nur geschmackvolle Akustikgitarren (z.B. bei "I Don't Think So"), sondern sogar richtige Brettgitarren ("Gotta Be Better"). Das Ganze gefällt mir sogar besser als der vergleichbare Versuch von Maria McKee, die mich zu Beginn diesen Jahres mit einem eher spröden Comback - ebenfalls mit komplett selbst eingespielten Gitarrenparts - eher irritiert hat. Irritiert vor allem wegen der für meinen Geschmack schwächeren Songs. Muss ich mir aber wohl noch mal anhören.

Shelby, Rickie Lee, Emmylou, Rosanne, Gillian und Lucinda: Wie schon im letzten Jahr zeichnet es sich ab, dass im Rennen um meine Lieblinxplatten des Jahres auch 2003 ein paar starke Ladies dabei sein werden!
(15.11.2003)

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Mojave 3: "Spoon And Rafter" (4AD, Sept. 2003)
Lange nichts mehr von dem englischen 4AD-Label gehört! Das hat sicherlich was damit zu tun, dass die Platten des Labels früher mal von Rough Trade vertrieben wurden, die ja bekanntlich Pleite gegangen bzw. von einer groen Plattenfirma aufgekauft worden sind. Mojave 3 kommen nicht aus der amerikanischen Wüste, sondern aus Cornwall/England. Sänger, Drummer und Bassistin waren früher mal bei den mir nur namentlich bekannten Britpoppern(?) Slowdive. Hier gibt es jetzt aber statt fettem E-Gitarren-Sound viel Akustikgitarre, Country-Instrumente (Banjo, Pedalsteel), akustische Tasteninstrumente (Klavier, Melodika), aber auch schöne Analogkeyboards (Hammondorgel, Moog-Synthesizer), was inzwischen ja auch schon was sehr Altmodisches an sich hat.
Manchmal wird die Band als "Countryband" bezeichnet, wohl wegen der verwendeten Instrumente. Das ist natürlich Blödsinn. Am ehesten kommen noch Vergleiche mit Tim Buckley, Nick Drake und aus "etwas jüngerer Zeit" vielleicht den Cowboy Junkies, Mazzy Star oder Galaxy 500 hin. Auf jeden Fall ist das keine "Alt-Country", wie man heutzutage sagt, sondern einfach wunderschöne, meist ruhige Singer/Songwriter-Musik mit gewissen Abgründen hinter der schönen (Cover-)Oberfläche. Und beim 4AD-Label durchaus passend aufgehoben.
(08.02.2004)
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The Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band With Choir: "'This Is Our Punk-Rock,'Thee Rusted Satellites Gather + Sing" (Constellation, Sept. 2003)
Meine neue Lieblinxband mit dem ewigen Witz des variierenden Bandnamens. Bei diesem Album ist er, genauso wie der Titel, besonders lang geraten und vor allem wörtlich zu nehmen: das Doppelalbum enthält gerade mal vier Lieder, bei denen die Band auf dem ersten und dem letzten von einem großen Chor unterstützt wird. Außerdem hat das hier weder etwas mit Klassik (ein Chor und gleich vier Streicher in der Besetzung; 2x Geige, Cello und Kontrabass!) noch mit Punkrock zu tun. Wie immer bei dieser Band: eine einzigartige und spannende Musik.
(19.04.2010)
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The Autumn Defense: "Circles" (Cooking Vinyl, Okt. 2003)
zwar "nur" ein Wilco-Nebenprojekt - aber was für eins! Bassist John Stirratt erschafft zusammen mit dem Gitarristen/Keyboarder Pat Sansone eine Art von entspanntem Folkrock, der sicherlich nicht unabsichtlich an die drei großen B's (Byrds, Beatles & Beach Boys) und den ganzen Westcoast-Folkrock á la Eagles, CSN&Y und Jackson Browne erinnert. Gute Songs, tolle Harmoniegesänge, perfekte Arrangements und Vorbilder nur vom Feinsten. Ach ja - auch Pat Sansone verdient inzwischen ebenfalls sein Geld bei Wilco.
(12.05.2008)
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Joe Camilleri: "Bakelite Radio Volume II" (Head, Okt. 2003)
Die Zufalls-(wieder-)entdeckung eines alten Helden! Auch wenn sein Name nur als einer von fünfen vorne auf dem Cover steht, muss man wohl von einem Soloalbum sprechen, obwohl der Mann bisher immer in einem Bandgefüge auftrat - wenn auch immer dominierend. Das war schon in den 70ern bei Jo Jo Zep & The Falcons und in den 80ern/90ern bei den Black Sorrows so. Was wir geboten? entspannter "Blues i.w.S.". Eigenes, aber auch schöne Cover, die die Richtung deutlich machen: Howlin' Wolf, Reverend Gary Davis, Ray Charles, Tampa Red, John Mayall, Hank Williams, Blind Willie McTell und J.J. Cale.
(01.07.2004)
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Gabriel Gordon: "Gypsy Living" (Trocadaro, Okt. 2003)
Noch ein Nachtrag von 2003 - was daran liegt, dass ich erst beim Liveauftritt des Gitarristen von Natalie Merchant auf sein viertes (?) Soloalbum aufmerksam geworden bin. Klasse Songs, klasse Sounds mit viel 70er-jahre-Feeling. Natürlich mit viel Gitarre, aber auch Hammond-B3, Wurlitzer, Mellotron, Hohner-D6 und Moog: schöne Keyboardsounds aus der Zeit vor den digitalen Grausamkeiten der 80er.

PS: das Konzert im Weseler Karo am 12.Februar war meiner Meinung nach viel besser als Kollege Ipach in seiner Kritik im Home Of Rock schreibt. Trotzdem danke für den Tipp!
(14.03.2004)

Van Morrison: "What's Wrong With This Picture" (Blue Note, Okt. 2003)
Mit seinem tatsächlich 32. Soloalbum ist Van The Man nun bei Blue Note gelandet. Aber hierbei handelt es sich nicht um ein straightes Jazz-Album, sondern um die Verdichtung seiner mannigfaltigen Einflüsse und um diesen unnachahmlichen Flow seiner Kompositionen, der sich auf „What´s Wrong With This Picture“ gut geerdet zeigt. Mit einer brillianten Version von „Saint James Infirmary“, aber leider auch sattsam bekannten Songmustern (jeder weiß wie der Song „Somerset“ klingt). Sicher ist das hier aller Ehren wert, einige werden hier ein „großes Alterwerk“ hören und ich will hier auch nichts Schlechtes über meinen alten Helden sagen… Also lasse ich es und suche mal nach „Tupelo Honey“. (Glitterhouse)

Das mag ja stimmen, lieber Glitterhäusler. Und sicherlich ist das Album nicht auf die Ebene von Tupelo Honey zu heben. Aber im Gegensatz zu einem anderen meiner alten Helden, Mr. Neil Young, liefert uns Mr. Morrison auch im fortgeschrittenen Alter noch höchste Qualität ab. Auerdem muss ich sagen: das neue Album von VAN THE MAN ist wie schon allen anderen Alben zuvor, Balsam für Ohren & Seele!
(26.10.2003)

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Movietone: "The Sand And The Stars" (Domino, Okt. 2003)
Diese Band aus Bristol/England war mir bislang völlig unbekannt. Der Stil der Band wird manchmal als "Psych Folk" bezeichnet. Klingt bescheuert - aber mir fällt auch nichts anderes ein. Vielleicht "Ambient Folk Jazz"? Oder einfach Filmmusik (ohne Film)? Manchmal kommen einem Erinnerungen an so schräges Zeug wie Soft Machine (ohne deren instrumentale Kraftmeierei) oder eben Robert Wyatt, ihren alter Trommler und Querdenker. Vielleicht auch an den Labelkollegen Will Oldham AKA "Palace Music", bevor er als Bonnie Prince Billy "normalere" Musik spielte. Auf jeden Fall macht die Band um die Sängerin Kate Wright deutlich, dass man Banjo, Klarinette und elektronische (?) Sounds mischen kann, ohne das es wie ein Gag wirkt. Aufgenommen wurde die CD u.a. am Strand, unterhalb der Klippen, inklusive Meeresrauschen. Meine Oma würde vielleicht sagen: ja was so Künstler sind...
(09.04.2004)
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Toni Price: "Born To Be Blue" (Antone's, Okt. 2003)
Diese Lady aus Austin/Texas ist eine späte Entdeckung von mir, auf die mich Kollege Ipach von den Craving Hands gestoen hat. Hat diese angenehme Mischung aus Country und (Swing-)Jazz mit viel Singer/Songwriter-Atmosphäre, die man/frau wohl nur in Texas findet, wohin Mrs. Price vor einigen Jahren aus Nashville gezogen ist. Heimlicher Star der Platte ist der Gitarrist James Burton, früher bei Ricky Nelson, Elvis Presley und Emmylou Harris. Klasse Mann!
(14.03.2004)
"The Resentments" (Freedom, Okt. 2003)
Die Platte ist noch so frisch, dass es aus dem Internet nur dieses Bild mit mieser Auflösung zu saugen gab - und mein eigener Scanner ist im Moment leider kaputt.
Wahrscheinlich kennt auch kaum einer die Truppe aus Texas, die als mehr oder weniger feste Band seit ca. 5 Jahren einmal wöchentlich in einem Club in Austin aufspielt und dort auch ein Livealbum mitgeschnitten hat, das ich aber (noch) nicht kenne. Gestern war die Burschen schließlich im Weseler Karo zu Gast und haben dort ein fantastisches Konzert abgeliefert. Von rechts nach links saen dort auf der Bühne Stephen Bruton (Gitarre, Mandoline, Sidekick u. a. bei Kris Kristofferson und Bonnie Raitt), Jud Newcomb (Gitarre), Bruce Hughes (Bass) und Jon Dee Graham (Lapsteel, Gitarre, Ex-True Believers, Sidekick u.a. bei Green On Red und Calvin Russell), die immer genau reihherum abwechselnd ein Lied gesungen haben. Dahinter machte der neue Drummer John Chipman einen ausgezeichneten Job (sein Vorgänger "Mambo" John Treanor spielt leider nur noch in der "Angel Band"). War schon der Auftritt sehr beeindruckend (gleichzeitig sehr lässig und trotzdem absolut auf den Punkt gespielt), ist jetzt auch die Studiopremiere gelungen: "Americana" mit viel "Roots", Blues & Rock und nicht ganz soviel Country. Neben wunderbaren eigene Songs von allen vier Sängern (beeindruckend sowohl live als auch auf Platte: "People Ask Me" von Bruce Hughes - der Mann war für mich mit Stimme und Bass der Gewinner des Abends - wenn es denn einen einzelnen Gewinner gab) sind auch geschmackvolle Coverversionen zu hören, z. B. "Thirteen" (Alex Chilton/Chris Bell) vom ersten Big Star-Album, "You Don't Know My Mind" von Leadbelly und "Annie" von Ronnie Lane (geschrieben mit Eric Clapton und von Lanes unterbewertetem Duoalbum "Rough Mix" mit Pete Townsend). Im Konzert waren drei weitere Coverversionen die Highlights: "River Of Love" (eine eher unbekannte Nummer von Michael Hall, einem weiteren Kollegen der Band aus Austin), Chuck Berry's "Bye Bye Johnny" (eine echte Überraschung: wer so eine olle Kamelle in neuem Glanze erstrahlen lässt, hat unseren Respekt verdient!) und Warren Zevons "Werewolves Of London" (als fröhliche Hommage an den gerade verstorbenen Kollegen schon eher nahe liegend!)
(03.10.2003)
Ryan Adams: "Rock N Roll" (Lost Highway, Nov. 2003)
Nicht so schlimm, wie zu befürchten war. Aber auf keinen Fall so gut wie "Gold" oder auch nur eine der "Love Is Hell"-EP's.
(14.12.2003)
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And Also The Trees: "Further From The Truth" (EfA, Nov. 2003)
Völlig "out of the blue" kommt dieses Album der obskuren "80er/New Wave"-Band über mich, denn eigentlich hatte ich mich seit langen Jahren nicht mehr mit ihnen beschäftigt! Unlängst ging ich in der CD-Abteilung eines grossen und nervigen Elektrodiscounters ganz unbedarft meinem Lieblinxhobby "Plattenwühlen" nach, als mich dieses immerhin schon im vergangenen Jahr erschienene und damals von mir überhaupt nicht wahrgenommene Album dazu aufforderte, es zu den bereitstehenden CD-Playern zum Probehören zu tragen. Keine Ahnung eigentlich, warum. Beim Hören war ich dann so fasziniert, dass ich es sofort kaufen musste. Zuhause konnte ich es dann aber nur noch 1x kurz hören, da ich am nächsten Tag in den Urlaub nach Formentera zum Bluesgitarrespielen durchgestartet bin (that's another story...).
Frisch zurückgekehrt nach 14 Tagen finde ich zwischen den ungefähr 400 Spammails auf meinem PC eine von jemanden, der meinen Plattentipp zur frühen AATT-Komplation "Et Aussi Les Arbres" gelesen hatte und mir "Further From The Truth" wärmstens an's Herz legte. Ich hab die Scheibe natürlich sofort wieder in das DVD-Laufwerk meines Rechners geschoben (momentan mein beliebtester Ort, um Musik zu hören!) und muss sagen: Gute Scheibe! Guter Kauf! Gelungenes Comeback! Aber wahrscheinlich waren sie garnicht weg.
(13.06.2004)
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Dirk Darmstaedter & Bernd Begemann: "This Road Doesn't Lead To My House Anymore" (Tapete, Nov. 2003)
Da haben sich zwei ganz ausgezeichnete deutsche Singer/Songwriter zusammengetan, um ihren (amerikanischen) Helden aus den 70ern die Ehre zu erweisen: bei Dirk Darmstaedter, dem ehemaligen Sänger der Jeremy Days ist das nicht so sehr überraschend, während Bernd Begemann sich doch bislang eher mit deutschen Texten hervorgetan hatte. Auf jeden Fall wird hier standesgemäß englisch gesungen, sowohl in den wenigen Covers (z.B. "I Got A Name", zwar nicht komponiert, aber zum Hit gemacht von Jim Croce und das in meinem Alter wahrscheinlich jeder aus dem Radio kennt, auch wenn er den Titel nicht weiß!), als auch in den eigenen Liedern der beiden. Dazu gibt's exquisite Dobroarbeit von Folke Jensen, der unter dem Namen Ledernacken in den 80ern ein paar ganz furchtbare Technoplatten (oder wie man das damals genannt hatte) gemacht hatte, der aber wohl auch auf Countrymusik steht.
Al Green: "I Can't Stop" (Blue Note, Nov. 2003)
Völlig überraschend nach so vielen Jahren ein Album des besten Soulsängers überhaupt (natürlich neben Otis Redding). Als wäre seit "Let's Stay Together" keine 30 Jahre vergangen. Wenn es zeitlos gute Popmusik gibt: dann so was! Und der Glitterhäusler soll sich die Platte einfach noch mal anhören.
(11.12.2003)
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The High Llamas: "Beet, Maize & Corn" (Tricatel/Duophonic, Nov. 2003)
Sean O'Hagan, ehemaliger Gitarrist von Microdisney, die ja wahrscheinlich heutzutage niemand mehr kennt (einige der wenigen Glanzlichter der 80er neben den Go-Betweens) spielt mit seiner Band inzwischen in einer eigenen Liga. Eine der wenigen Referenzmöglichkeiten ist natürlich Brian Wilson, obwohl Sean O'Hagan dieser Vergleich inzwischen wohl nerven wird. Aber ich denke, es gibt Schlimmeres, als mit dem Kopf der Beach Boys in einen Topf gesteckt zu werden. Als aktueller Bezug fällt mir nur Stereolab ein, bei denen O'Hagan gelegentlich mitwirkt und deren inzwischen leider verstorbene Gitarristin und Co-Sängerin Mary Hansen bei den Aufnahmen in 2002 dabei war. Allerdings denke ich nicht, dass O'Hagan es beabsichtigt hat, "wie Stereolab sein zu wollen", wie ich in einer Kritik lesen musste. Das hat er überhaupt nicht nötig. Besser gesagt: beide Bands stammen aus dem gleichen Biotop, befruchten sich gegenseitig und klingen in gewisser Weise ähnlich!
(07.12.2003)
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Lyle Lovett: "My Baby Don't Tolerate" (Curb, Nov. 2003)
In den USA ist das Album wohl schon seit Ende letzten Jahres draussen, bei uns habe ich es aber erst vor wenigen Tage im Laden entdecken können! Nach über 6 Jahren Pause, zumindest was neues eigenes Material betrifft, knüpft Lovett mit der nahezu unveränderten alten "Allstar"-Mannschaft (Bassist Viktor Krauss, Trommler Russ Kunkel, Pianist Matt Rollings, Gitarrist Dean Parks, Mandolinenhexer Sam Bush, Steeler Paul Franklin und Geiger Stuart Duncan) nahtlos an alte Glanztaten an. Manche finden sowas vielleicht langweilig, weil vordergründig keine Weiterentwicklung zu erkennen ist, aber wie und warum soll man einen dermaen perfekt ausgereiften Sound und solch hochkätiges Songmaterial auch noch verbessern?
(28.02.2004)
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"Cibelle" (Crammed Discs/Ziriguiboom, 2003)
Brazil!
(12.01.2009)
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Nanang Tatang: "Muki" (Tiger Style, 2003)
Um Ida, einer der wunderbarsten Bands auf diesem Planeten, ist es momentan ein wenig ruhig, weshalb ich meiner Ida-Sucht anderweitig nachgehen muss. Geeignet sind da besonders Nebenprojekte der beiden Ida-Hauptakteure Dan Littleton und Liz Mitchell. Nanang Tatang ist im Prinzip Ida-Pur, ohne weitere Musiker, so wie zu Beginn der Band in den frühen 90ern ("Tales Of Brave Ida"), aber mit programmierten Rhythmen. Kein Techno kommt dabei heraus, sondern typische Littleton/Mitchell-Musik: also sehr ruhig, verschroben und geheimnisvoll. Also Ida-Musik.
Die Aufnahmen entstanden im Zeitraum von 2000 bis 2003, also zwischen den Ida Alben "The Braille Night" von 2000 und "Heart Like A River" von 2005. Ich denke, ich muss mir keine Sorgen machen über die musikalische Zukunft der beiden.
(04.05.2010)
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Erstellt: 07.12.2003 Letzte Aktualisierung: 31.05.2016 21:08 23596 Besucher seit dem 07.12.2003
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