Waiting For Louise präsentiert: Michaels Favoriten aus 2005 
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Michaels Favoriten 2005

Jahresrückblick

Heut mal keine langen Worte. In den den nächsten Tagen werde ich meine Auswahl vielleicht noch mal ausführlicher kommentieren. Nur soviel bereits jetzt: Das beste Go-Betweens-Album seit dem Comeback von 2000 konnte natürlich nur auf Platz 1 landen.

Das Album des Jahres

#1: The Go-Betweens: "Oceans Apart" (Tuition, April 2005)

Auf diese Platte habe ich mich schon seit Wochen gefreut - und heute war sie endlich in der Post! Beim ersten Hören war ich noch unsicher, ob´s mir wirklich gefällt: schlielich sind die Erwartungen bei einer meiner absoluten Lieblinxbands ja sehr hoch - und andere alte Helden wie Neil Young oder Iain Matthews haben in den letzten Jahren doch sehr enttäuscht. Aber Robert Forster und Grant McLennan machen alles richtig. Sie scheinen sogar wieder mehr Ehrgeiz zu haben, denn "Oceans Apart" klingt im Unterschied zu den beiden selbst produzierten Alben, die seit der Reunion erschienen sind, doch wesentlich "ambitionierter". Bitte nicht falsch verstehen: ich liebe sowohl "The Friends Of Rachel Worth", das Comeback-Album von 2000, und "Bright Yellow, Bright Orange" von 2002, aber beide waren doch irgendwie "unspektakulär". Vielleicht sollte man jetzt sagen, "Oceans Apart" klingt "produzierter", denn an den Reglern im Londoner Studio sa Mark Wallis, mit dem man auch schon "16 Lovers Lane" aufgenommen hatte. Mein klarer Favorit für das Album des Jahres.
(29.04.2005)

PS: Beim mehrfachen Hören gewinnt das Album immer mehr. Vor allem fällt auf, dass die beiden Ur-Go-Bee's Forster/McLennan mit Adele Pickvance am Bass und Glenn Thompson am Schlagzeug eine ganz ausgezeichnete Rhythmusgruppe dabei haben, die auch noch für zusätzliche Keyboard-, Gesangs- und Gitarrenbeiträge zuständig sind! Vielleicht dürfen die beiden ja das nächste mal auch mit auf das Frontcover?
(30.04.2005)

Der erwartete Sieger - und das zu Recht! 2005 war sogar eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt für die Band, denn mit "Finding You" war sie erstmalig in den australischen Single-Charts. Und auch wir können uns dem Charme der Nummer nicht entziehen und haben sie bei W4L im Liveprogramm!
(10.01.2006)

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weitere Highlights des Jahres (die Top 10)

#2: Aimee Mann: "The Forgotten Arm" (V2/Superego, Mai 2005)

Achtung! Konzeptalbum! Ihr braucht jetzt aber nicht schreiend raus rennen, denn immerhin handelt es sich um die neue CD von meiner Namensvetterin Aimee Mann, von der wir ja bekanntlich spätestens seit "Bachelor No.2" wissen, dass sie eine tolle Songschreiberin ist. Auch hier funktionieren die Songs auch auerhalb ihres "textlichen Gesamtzusammenhangs" sehr gut. (bei der Geschichte geht's irgendwie um ein Pärchen und Boxen - ich habe mich, ehrlich gesagt, noch gar nicht richtig damit auseinandergesetzt und mag die Platte jetzt schon. Ach ja - produziert wurde das Album von Joe Henry, der anscheinend nicht sehr oft (z.B. bei Solomon Burkes Comebackalbum "Don't Give Up On Me" von 2002), aber immer sehr kompetent und geschmackssicher, im Hintergrund die Fäden zieht.
(11.06.2005)

Je öfter ich das Album gehört hatte, desto besser gefiel es mir, was vor allem an den ausgezeichneten Songs liegt!
(10.01.2006)

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#3: Hobotalk: "Notes On Sunset" (Glitterhouse, Juni 2005)

Von meinem Kollegen Mathias Schüller vom Weseler Karo wurde die Platte in unserem Gästebuch ja schon wärmstens empfohlen. Da ich den immerhin schon fünf Jahre alten Vorgänger "Beauty In Madness" ja auch schon toll fand, war eine Bestellung bei Neuerscheinung ohne vorheriges Hören natürlich Ehrensache. Jetzt ist die CD endlich da (der Glitterhouse-Express ist leider nicht der allerschnellste: der Amazonas fliet deutlich schneller!), aber ich bin auf Anhieb nicht so richtig begeistert! Dass ich das durchaus immer noch drauf habe, bewiesen ja zuletzt Danny George Wilson oder Hal.
Nachdem mich aber Shelby Lynne beim ersten Hören schon auf dem falschen Bein erwischt hatte (besser gesagt: im Halbschlaf) und ich keine weiteren Rüffel bekommen möchte, bin ich jetzt erstmal vorsichtig und sage nichts weiter, sondern höre mir die Platte einfach noch ein paar mal an, bevor ich wieder was dazu schreibe. Ach ja - in meiner Antwort hatte ich (noch unwissend) vorgeschlagen, Hobotalk doch mal in's Karo einzuladen: im Herbst ist die Band doch tatsächlich dort zu Gast!
(31.07.2005)

Nach weiterer Beschäftigung mit dieser Platte sehe ich jetzt etwas klarer: Singer/Songwriter Marc Pilley hat mal wieder eine tolle Platte hinbekommen, auf der die Lieder eine gewisse Zeit zum Reifen brauchen, weshalb sie mich wohl auch nicht sofort überzeugt hatten, dann aber schlielich doch noch ihre Magie entfalten. Marc Pilley ist übrigenz der einzige, der von der alten Besetzung von "Beauty in Madness" übrig geblieben ist. Trotzdem kann man nur sehr geringe Unterschiede zwischen beiden Platten ausmachen. Damals war mit dem bekannten (?) Produzenten David Botrill (Peter Gabriel, David Sylvian, etc.) in einem gröeren (?) Studio (Ridge Farm) aufgenommen worden, während "Notes On Sunset" in Eigenregie zu Hause in Schottland entstand. Und jetzt kommen wir zum einzigen "Schwachpunkt": beide Hobotalk-Alben sind toll, aber eben auch recht ähnlich. Aus dem Bauch heraus würde ich jetzt sagen, dass mir das ältere besser gefällt. Aber - was soll's: vielleicht sehe ich das nach dem Hobotalk-Konzert im Karo ja schon wieder ganz anders!
(05.08.2008)

Da war mein Bauch wohl noch nicht fertig mit der Verdauung! Egal, ob das Album jetzt besser ist als sein Vorgänger - auch hier haben sich die schönen Lieder in meinem Hirn festgesetzt!
(10.01.2006)

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#4: Josh Rouse: "Nashville" (Rykodisc, Feb. 2005)

Neues (und bereits fünftes!) Album eines meiner liebsten Songwriter der (etwas) jüngeren Generation. Der Vorgänger "1972" war schon ziemlich genial - und das neue Werk kann diesen Standard locker halten, sodass wir bei Josh Rouse wohl eindeutig nicht mehr von einer Eintagsfliege sprechen dürfen. Es heit zwar "Nashville" - und ein paar mal lässt auch der gute Al Perkins seine Pedalsteel erklingen - aber es ist definitiv keine Countryplatte, sondern genau wie der geniale Vorgänger so was wie "Mainstreampop aus einem besseren Paralleluniversum". Manchmal klingt´s tatsächlich wie bei den Schmitzens (Lied #2, "Winter In The Hamptons", erinnert mich im positiven Sinne an "Big Mouth Strikes Again") oder sogar bei den Go-Betweens ("Middle School Frown" könnte so oder ähnlich auch aus der Feder von Grant McLennan stammen). Wer meinen Musikgeschmack ein wenig kennt, der wei, dass Letzteres zu den gröten Komplimenten gehört, die ich über einen Künstler machen kann. Nur die pfiffigen Funkeinlagen fehlen dieses mal und die Herbie-Mann-Flöte ist nicht zu hören. Fehlt aber auch nicht wirklich. Schau´n wir mal, ob das der erste Kandidat für die Platte des Jahres ist! Und hoffen wir, dass noch mehr Leute neugierig werden.
(08.03.2005)

Eine solide Einschätzung, denn dieser Kandidat hat alle meine Erwartungen erfüllt!
(10.01.2006)

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#5: Shelby Lynne: "Suit Yourself" (Capitol, Juni 2005)

... und wie inzwischen alle zwei Jahre gibt es ein neues Album der groen Schwester von Allison Moorer. "Identy Crisis". Ihr sperriges Debüt bei Capitol, fand ich ja richtig toll, besonders weil sie dort sogar alle Gitarrenparts selber eingespielt hat (mit sehr viel Herz und etwas weniger Technik). Aber dieses mal bin ich noch etwas unsicher, denn merkwürdigerweise stört mich ein wenig der "unkommerzielle" Ansatz, den ich vielleicht mal mit "ein bisschen schludrig" übersetzen möchte, weil die Produzentin Shelby irgendwie nicht auf den Punkt kommt und keines der 10 eigenen Stücke sich mir beim ersten Hören so richtig erschliet. Wenn da nicht zwei tolle Coverversionen von Tony Joe White wären, den ich in den letzen Jahren eigentlich völlig aus dem Blickwinkel verloren hatte! "Old Times Sake", das bereits von Elvis Presley gesungen wurde, ist ein angenehmer "Country-Soul", wie wohl nur er ihn immer wieder so wunderbar lässig hinkriegt. Aber dann ist da noch "Track 12", wo hinter sich natürlich nur "A Rainy Night In Georgia" verbergen kann. Am Ende der fast 8minütigen Studiosession (scheint live eingespielt zu sein bis auf eine von zwei Gitarrenspuren von Tony Joe) gibt es sogar ein richtiges "Gesangsduett" von Shelby und Tony Joe. Bärenstark. Und vielleicht mal wieder eine Inspiration für das W4L-Repertoire, wenn wir gesanxtechnisch wieder auf Kurs sind? (dazu demnächst mehr)
(30.06.2005)

... beim zweiten/dritten Hören gewinnt das Album dann doch noch. Nur an eines kann ich mich weiterhin nicht gewöhnen: Shelby singt mit ihrer wunderbaren und unverkennbaren Stimme auch alle Chorstimmen und so manches "Duett", was sich für meine Ohren aber wegen der einseitigen Klangfarbe etwas merkwürdig anhört: ich würde ja auch kein virtuelles Duett von Emmylou Harris mit sich selber hören wollen. Klingt irgendwie unnatürlich. Und eigentlich darf so was nur Brian Wilson.
(01.07.2005)

... auch beim vierten/fünften Hören gewinnt das Album weiter, so wie es bei guten Alben sein muss. Vor allem unter dem Kopfhörer entwickelt es eine ungeahnte Kraft. Nur mein oben erwähntes Duett kann ich nicht wieder finden, denn Tony Joe spricht nur mal kurz was in's Mikro am Ende von "Rainy Night". Tja - das kann ich mir jetzt nur so erklären, dass da der Wunsch Vater des Gedankens war, während ich die CD beim ersten Hören als Einschlafmusik verwendet habe (mach ich gerne!). Das eingebildete Duett war also im wahrsten Sinne des Wortes nur ein "Wunschtraum"!
(03.07.2005)

Thema Inspiration für das W4L-Repertoire: Zwar nicht "A Rainy Night In Georgia", aber "For Old Time Sake" wird morgen sein Bühnenpremiere bei unserem Auftritt in Spellen haben! Und "Suit Yourself" gefällt mir immer besser. Eine irre Geschichte!
(26.08.2005)

Wie man sich doch täuschen kann! Da wurde aus einer (nach meiner ersten Meinung viel zu) wirren Platte doch glatt noch ein Meisterwerk! Was lernen wir daraus? Man sollte eine Platte im wachen Zustand hören, wenn man am nächsten Tag darüber etwas Sinnvolles schreiben will!
(10.01.2006)

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#6: Paul Weller: "As Is Now" (V2, Okt. 2005)

Das klingt jetzt etwas spieig, aber: auf den Mann ist Verlass! Gestern hab ich die Platte (mit Bonus DVD!) im Plattenladen gesehen, ohne eigentlich danach gesucht zu haben - und ich musste nicht einen Moment überlegen, ob ich die CD kaufen soll, denn ich war sicher, nicht enttäuscht zu werden!

Was gibt's zu hören? Nach der "Kreativpause" von 2004 (in der andere Leute nichts machen, aber Herr Weller mal so eben eine tolle Platte mit Coverversionen raus haut) sind es diesmal wieder alles Weller-Originale, die sogar live im Studio in "klassischer Besetzung" (2 Gitarren, Bass, Drums) aufgenommen wurden, aufgepeppt durch gelegentliche Bläser und Streicher. Mal sehr rockig, mal folky, und sogar funky (natürlich in "Bring Back The Funk"), aber immer sehr gut.
(16.10.2005)

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#7: Neil Young: "Prairie Wind" (Reprise, Sept. 2005)

Neil Young hat mit seinen letzten beiden Alben ("Are You Passionate?" von 2002 und "Greendale" von 2003) meine Geduld und die vieler anderer Fans doch arg strapaziert, um es mal vorsichtig auszudrücken. Beide Alben werdet Ihr deshalb in meinen Plattentipps auch vergeblich suchen. Die Vorhabinformationen zum neuen Album lassen aber wieder hoffen: mehr akustisch gehalten, aufgenommen in Nashville mit der gleichen (ähnlichen?) Truppe wie "Harvest" und "Harvest Moon". Gleichzeitig hat Jonathan Demme einen Film darüber gedreht. Jetzt hoffe ich natürlich endlich mal wieder auf ein schönes Album, wobei ich mit der Qualität vom allgemein nicht besonders populären, von mir aber sehr geschätzten Album "Silver & Gold" ja schon zufrieden wäre. Für den 30. September ist die deutsche Veröffentlichung angesetzt. Warten wir ab und freuen uns: "Schau'n wir mal" - wie Geburtstagskind Franz Beckenbauer sagen würde.
(18.09.2005)

Heute morgen habe ich mich nach dem Frühstück hurtig auf meinen Roller geschwungen und bin zum Plattenladen gebrettert, um mir mein Exemplar zu sichern. Die heutige Veröffentlichungs- (Un-)sitte sind so genannte "Limited Editions" - mit zusätzlichem, oft überflüssigem Bonusmaterial, meist zu einem stolzen Preis. Auch "Prairie Wind" hat stolze 28,90 Euro gekostet, allerdings besteht der Bonus aus einer DVD, die die Aufnahme aller 10 Lieder dokumentiert (na ja- es wird wohl eher getürktes Playback sein, denn ich glaube kaum, dass Mr. Young Gesang, Gitarre und Mundharmonika in einem Take aufgenommen hat!) und einen schönen Eindruck von den Studioaufnahmen vermittelt. Allerdinx handelt es sich dabei offensichtlich nicht um den Film den der Regisseur Jonathan Demme ("Stop Making Sense", "Das Schweigen der Lämmer") gedreht hat, wie ich ursprünglich angenommen habe.
So, jetzt wollt Ihr sicher meinen ersten Eindruck von der Musik mitbekommen (das hoffe ich doch!): der Sound erinnert, vor allem wegen der Besetzung (Ben Keith an der Pedalsteel, Karl Himmel und Chad Cromwell am Schlagzeug, Spooner Oldham an der Orgel, Rick Rosas am Bass, Chorgesang von Pegi Young, Emmylou Harris und anderen, Bläsersätze von den Memphis Horns, dazu gute Streicherarrangements und ein Gospelchor) tatsächlich an die "Nashville-Alben" "Harvest", "Harvest Moon", aber auch "Comes A Time" und "Silver & Gold". Letztendlich wird es aber die Güte der Songs sein, die diese Platte zu einer machen wird, die mit den oben genannten in einer Reihe stehen kann. Den Opener "The Painter" finde ich jetzt schon richtig klasse und es juckt mir in den Fingern, ihn mit W4L live zu spielen. Danach verblasst es etwas - aber ich bin ja nach meinem Shelby Lynne-Blackout jetzt etwas vorsichtiger (warum eigentlich?). Vielleicht sage ich in den nächsten Tagen ja noch mal was dazu...
(01.10.2005)

Na ja - ein paar Lieder bleiben blass bzw. sind irgendwie nur "nett" (oder soll ich mich trauen sie "naiv" zu nennen?), aber die CD läuft jetzt schon einige Male auf meinem MP3-Player, während ich auf meiner ermüdenden Heimreise vom Job in Nürnberg bin, und ich finde "Prairie Wind" einfach nur schön, währen drauen an mir der Spessart vorbeirauscht (keine Prairie, aber viele Bäume!). Eine schöne Platte. Nicht mehr. Nicht weniger. Sicherlich kein Meisterwerk - aber davon hat Mr Young ja schon mehr als genug für eine einzelne Künstlerkarriere abgeliefert. Ach ja, in Nürnberg habe ich im Hotelzimmer am Donnerstag die vernichtende Kritik im neuen Musikexpress gelesen. Der Rezensent soll sich was schämen!
Und das gehört jetzt vielleicht nicht zum Thema, aber am Mittwoch davor haben in Nürnberg Hobotalk aus Schottland gespielt: ein tolles Konzert, bei dem ich mich handshakemäßig von Sänger Marc Pilley und Trommler Alan Cranston verabschiedet habe, denn wie sehen uns ja morgen Abend (22.10.) beim nächsten Hobotalk-Konzert im Weseler JZ Karo wieder!
(21.10.2005)

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#8: Martha Wainwright (V2/Zoe, April/Nov. 2005)

Klasse Platte... Demnächst mehr dazu, wenn ich mehr Zeit habe
(13.11.2005)

'tschuldigung für die knappen Wort vom letzten mal, aber ich stand mal wieder kurz vor'm Abflug und hatte nur gerade noch Zeit, mir die CD auf meinen MP3-Player zu packen. Am Sonntag Abend war ich also mal wieder beruflich unterwegs und hatte im Auto endlich Gelegenheit, mir die Platte in Ruhe anzuhören. Und Ich muss sagen: die Platte ist RICHTIG GUT und es ist völlig unverständlich, warum das Album bei uns erst mit einer Verzögerung von 7 Monaten veröffentlicht wird!
Aber beim letzen Album ihres groen Bruders Rufus war das ja auch schon so. Nun vermute ich mal, dass es ohne Rufus' Erfolg erst gar nicht für eine Veröffentlichung von Martha in Europa gereicht hätte! Wie dem auch sei - auch als Import wäre mir dieses wunderschöne, fast klassische, Singer/Songwriter-Album dank des Internets sicherlich nicht entgangen. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn V2 hat die europäische Ausgabe des Album mit drei schönen Bonustracks aufgemotzt (im MTV-Zeitalter sagt man, wie ich jetzt mitbekommen habe, "pimp it up"), u. a. einem schönen Duett mit dem Bruder. Mama Kate McGarriggle und Papa Loudon Wainwright III werden stolz auf die Tochter sein, auch wenn der Vater beim schon von der Frühjahrs-EP bekannten "Bloody Mother Fucking Asshole" ordentlich abgewatscht wird.
(18.11.2005)

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#9: Ryan Adams & The Cardinals: "Cold Roses" (Lost Highway, Mai 2005)
"Heartbreaker" (2000) und "Gold" (2001) waren genial. Dann kamen in 2003 gleich drei Platten raus, von denen eine nervte ("Rock'n'Roll"), die anderen beiden ganz nett waren ("Love Is Hell" in 2 Teilen). In 2004 dann die geplatzte Tournee (ich habe hier immer noch die bezahlte Karte für das abgesagte Köln-Konzert liegen!). Danach herrschte erstmal Funkstille. Und jetzt plötzlich und irgendwie "Out Of The Blue" dieses "Doppelalbum" im Klappcover, das eigentlich auf eine CD gepasst hätte - aber so ist es eben stilvoller! Ein Bekannter sprach von einem "Meisterwerk" und Gitarrentönen, die an Jerry Garcia erinnern würden. Ich war zwar skeptisch, aber eben doch auch etwas neugierig. Zwar war mir schon immer klar, dass sich Ryan Adams wohl sehr gerne von seiner Plattensammlung inspirieren lässt, die offensichtlich weiter zurückreicht, als es sein Alter wohl vermuten liee: Bisher verglich man ihn aber eher mit Gram Parsons. Und jetzt Jerry Garcia? Ich habe schon etwas gestutzt und las danach in einer Kritik sogar von Vergleichen mit anderen San-Francisco-Bands wie Quicksilver Messenger Service und Jefferson Airplane (bzw. deren prägnanten Leadgitarristen Jorma Kaukonen und John Cipollina), ja sogar mit Neil Young. Auf jeden Fall habe ich mir "Cold Roses" natürlich schleunigst besorgt und muss sagen: eine richtig gute Platte, auf der ich zwar nicht sofort solche Ohrwürmer wie auf "Gold" höre, aber allein der erste Titel "Magnolia Mountain" ist ein Hammer. Und die die Jerry Garcia-Zitate sind tatsächlich erkennbar! Verantwortlich ist dafür der Gitarrist P.J. Bowersock, der mir bisher unbekannt war. Soll aber irgendwas mit den Strokes zu tun haben. Nach denen klingt er aber (zum Glück) nicht. Ach ja - auerdem ist Mrs. Cindy Cashdollar dabei, die nicht nur einen tollen Namen hat, sondern auch richtig gut an Lapsteel und Dobro ist und schon Platten von Bob Dylan und Asleep At The Wheel veredelt hat.
(15.05.2005)
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#10: Lizz Wright: "Dreaming Wide Awake" (Verve, Juni 2005)

Das zweite Album eine mir bislang unbekannten Jazzsängerin, auf die ich nur durch Zufall gestoen bin. Die Songauswahl mit Tendenzen zur akustischen Singer/Songwriter-Musik lässt mich natürlich schnell an Cassandra Wilson denken: Lizz interpretiert hier Neil Youngs "Old Man", während Cassandra Wilson vor einigen Jahren eine sehr freie Version von "Harvest Moon" abgeliefert hatte. Beide setzen auerdem auf eine jazzige Rhythmusgruppe (mit Besenschlagzeug und Standbass) und Akustikgitarre, aber Lizz singt so gut und eigenständig, dass der Vergleich damit beendet sein sollte. Und wie Norah Jones klingt es auch nicht (inzwischen schwingt der Pendel wieder in die Richtung, dass ein Norah Jones-Vergleich wohl nicht als Kompliment gemeint wäre!), auch wenn sie bei zwei Liedern in Jesse Harris kompositorische Unterstützung fand, der auch viele Lieder für Norah Jones geschrieben hat.
Erwähnenswerte Begleitmusiker mit geschmackvollen Beiträgen: Cassandras Perkussionist Jeff Haynes, Gitarrist Bill Frisell, Saitenalleskönner Greg Leisz und Bassist David Piltch (k.d. lang). Und was mich besonders freut: mal wieder ein schönes Lied zu entdecken, dass ich schon lange kenne, aber nie den Titel, Interpret und/oder Autor wusste: der Jazzklassiker (?) "A Taste Of Honey". Soll es auch von den Beatles geben (passt in meiner Fantasie aber kaum zusammen!) und Herb Alpert (das wird's wohl gewesen sein!)
(16.10.2005)

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Der gute Rest ...

Bright Eyes: "I'm Wide Awake, It's Morning" (Saddle Creek, Jan. 2005)
Conor Oberst hat vor ca. zwei Jahren mit "LIFTED or The Story is in the Soil, Keep Your Ear to the Ground" (den langen Titel musste ich natürlich erst wieder nachschlagen!) schon einen kleinen Achtungserfolg bei uns erzielt. Danach war er permanent in den einschlägigen Medien (Rolling Stone, ME/Sound, ...) zu finden. Jetzt hat er unter seinem Band-Pseudonym Bright Eyes zwei Alben gleichzeitig veröffentlicht, was ja im Grunde nichts besonderes mehr ist: Im letzten Jahr taten das ja auch Guns ' n Roses, Bruce Springsteen, Lambchop und Nick Cave und gerade eben auch Peter Maffay (den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen!). Hier scheint jetzt aber kein Marketing-Konzept dabei zu sein und die Alben werden auch nicht als günstiges Doppel angeboten (kommt vielleicht noch!). "Digital Ash in A Digital Urn" soll sehr elektronisch sein, während "I'm Wide Awake..." eine akustisch/analog-elektrische, d.h. klassische, Singer/Songwriter-Platte ist. Als ich erfuhr, dass das Album in beiden Musikbibeln des etwas-gehobeneren-aber-doch-nicht-ganz-so-krassen Musikgeschmacks (natürlich der Rolling Stone und der Musik-Express) Platte des Monats Februar wurde und sogar Emmylou Harris bei mehreren Liedern mitsingt, war klar welches von den beiden Alben ich mir als erstes zulegen würde. Diese leicht konservative Kaufentscheidung für ein ungehörtes Album bestätigt sich jetzt beim Hören: ein wirklich schönes Album mit guten Songs, die manchmal sogar an Dylan zu Highway 61-Zeiten erinnern. Gut klingen heutzutage ja viele Platten, aber die Qualität und Haltbarkeit der Lieder ist oft nicht so toll. Der Stimme von Conor Oberst lausche ich dabei auch sehr gerne. Sie klingt für mich deutlich angenehmer als etwa die von dem anderen Liebling der Medien, Adam Green. Conor Oberst hat auch die besseren Lieder.
Und der anderen Platte werde ich auch noch eine Chance gebe. Auch Adam Green. Aber erstmal im Plattenladen anhören. Von wegen der Elektronik. Ich bin da ja ein bisschen altmodisch gestrickt.
(03.02.2005)
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E.S.T.: "Viaticum" (Act, Januar 2005)

Hinter dem Kürzel E.S.T. verbirgt sich das zur Zeit wohl angesagteste europäische Jazztrio, das offiziell nicht mehr als Esbjörn Svensson Trio firmiert. Neben Bandleader (?) und Pianist Esbjörn Svenson sind Bassist Dan Berglund und Schlagzeuger Magnus Öström dabei. Berglund und Öström begleiteten Nicolai Dunger auf seiner wundervollen Platte "Soul Rush" (was nicht weiter überrascht, denn Van Morrison spielte auf dem für "Soul Rush" oft zum Vergleich herangezogenen "Astral Weeks" ja auch mit angesagten Jazzern statt Rockern!). Bislang ging die Band aber spurlos an mir vorbei , was wohl damit zu tun hat, dass ich beim aktuellen Jazzgeschehen nicht mehr auf dem Stand der Dinge bin. Der Tipp kam jetzt auch von meinem alten Kumpel Frank Preuss, der unserer alten gemeinsamen musikalischen Liebe aus Oberstufen- und Unizeiten treuer geblieben ist (mit dem Hußmann-Preuß-Quartett auch musikalisch!), während mein Jazzhorizont (den ich aber immer noch gelegentlich durchwandere!) ansonsten eher von unseren damalig gehörten ECM-Platten und natürlich den Klassikern Miles Davis und John Coltrane geprägt ist. Und deshalb ist mir also diese phänomenale Truppe bislang völlig entgangen! Auerdem: E.S.T. kann man sich auch als Nicht-Jazz-kenner gut anhören, was nicht bedeutet, dass die Band "kommerzieller" wäre als andere aktuelle Jazzband. Eher "undogmatischer" und eben auch offen für Einflüsse aus der Popmusik.

PS.: In Bezug auf das Label Act habe ich im letzten Jahr bei meiner Besprechung der neuen Platte von Julia Hülsmann also eigentlich richtig gelegen:

"nach ECM das erste Jazzlabel aus Deutschland, dass mich mit seinem "Stallgeruch" auch auf andere seiner Künstler neugierig macht!"

Was dann aber leider nicht dazu geführt hat, E.S.T. selber zu entdecken. Aber egal.
(26.03.2005)

Deke Leonard: "Freedom And Chain" (Angel Air, Jan. 2005)
Da lacht das Herz eines alten Man-Fans! Zwar hat Deke inzwischen seine Stammtruppe verlassen, aber nicht im Streit, sondern um nach ungefähr 25jähriger Unterbrechung sein 4. Soloalbum aufzunehmen (der Vorgänger "Before Your Very Eyes" wurde 1979 aufgenommen und 1981 veröffentlicht). Bis auf den zur Zeit leider wieder erkrankten Micky Jones sind auch alle alten Kumpanen der aktuellen Man-Besetzung im Studio dabei gewesen: Langzeit-Bassist und zur Zeit einziger aktiver Man-Musiker der ersten Generation Martin Ace, Drummer Bob Richards und Keyboarder Gareth Llewellyn Thorington (oder so ähnlich). Den Damenchor stellen Ehefrau Mary Hodge und Tochter Katy Leonard. Bei Man handelt es sich um ein generationsübergreifendes Familienunternehmen, was man auch daran erkennen kann, dass in der aktuellen Besetzung die Gitarren von Mickeys Sohn George Jones (als Ersatz für Deke) und Martins Sohn Josh Ace (als Ersatz für Mickey) gespielt werden! Zwar klingt Dekes Musik heutzutage nicht mehr ganz so zeitgemäß und frisch wie in den 70ern - aber sie ist immer noch schön anzuhören. Und garantiert keine lahmarschige Oldie-Mucke! Textlich geht es sogar deutlich rabiater als damals zur Sache: zwar habe ich noch nicht alles genau mitbekommen, aber da wird die US-Politik in "Guantanamo Bay" zu netten Ukulele-Klängen recht rüde kritisiert und in "Palestina" Freiheit für eben jenes Volk gefordert. Das alles wirkt zwar ein klein wenig naiv bzw. platt - aber was sind das für Zeiten, in denen man sich für eine linke politische Positionen schämen oder verstecken muss? Nun ja - auf jeden Fall ist das vor allem für Manfans eine schöne Platte mit grötenteils überdurchschnittlichen Songs und aus dieser Songschreiber-Perspektive vielleicht sogar besser als die (leider spärlichen) Studioaufnahmen von Man in den letzten Jahren.
(18.03.2005)
Archer Prewitt: "Wilderness" (Thrill Jockey, Jan. 2005)
Mr. Prewitt ist mir zwar noch als Gitarrist der bei uns leider ziemlich unbekannt gebliebenen Chicago-Postrock-Bands The Sea And The Cake und The Cocktails in sehr angenehmer Erinnerung, aber es ist doch glatt an mir vorbei gegangen, daß der Mann nach Ende dieser Bands nun schon sein drittes Soloalbum vorlegt. Neugierig hat mich dann das schöne Covergemälde gemacht (selbst gezeichnet vom Künstler!) und zum Kauf entschlossen war ich schlielich durch den Hinweis in der Rezension, dass hier sehr häufig das historische Mellotron zum Einsatz kommt und ansonsten Mr. Prewitt seine besondere Lesart von "Popmusik" (hat nix mit Robbie Williams oder dergleichen zu tun!) pflegt. Das ganze klingt jetzt natürlich nicht wie bei den Moody Blues, wie einer der Rezensenten behauptet, die ich SEHR mag (zumindest das alte Zeug 1968-72). Ich finde eher, dass eine Ähnlichkeit zu "In The Court Of The Crimson King" da ist - aber eigentlich ist diese Musik sehr eigenständig, gleichzeitig schön und verschroben, und braucht keinerlei Vergleiche. Und irgendwie ist wieder 1969.
(02.02.2005)
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The Chris Stamey Experience: "A Question Of Temperature" (Yep Roc, Jan. 2005)
Chris Stamey hat in den 80ern zusammen mit Peter Holsapple bei den legendären, aber (natürlich kommerziell) erfolglosen dB´s gespielt und auch in Anton Fiers Projekt Golden Palominos mitgewirkt. Inzwischen hört man eher was über seine Produzententätigkeit (Whiskeytown, Caitlin Cary, etc.), als über eigene Veröffentlichungen. Ich habe das auch alles nicht so genau verfolgt - es gibt einfach zu viel (gute) Musik und zu viele Neuveröffentlichungen - aber als ich jetzt mitbekam, dass er auf seiner neuesten CD von Yo La Tengo begleitet wird musste ich natürlich zugreifen! Und irgendwie klingt es natürlich nach den dB´s und nach Hobokens bester Band. Neben einigen Stamey-Originalen (angeblich Neuaufnahmen von alten Liedern - habe ich aber noch nicht überprüft) gibt es auch ein paar schöne und SEHR geschmackvolle Coverversionen: "Politician" von Cream, "Shape Of Things" von den Yardbirds, "Venus" von Television und ein Lied von Tift Merritt, die wie Stamey aus dem Süden der USA stammt und auch schon für Yep Roc aufgenommen hat.
(10.04.2005)
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Martha Wainwright: "Bloody Mother Fucking Asshole" (Drowned In Sound, Jan. 2005)
Von Rufus´ kleiner Schwester gibt´s zwar noch kein volles Album, aber schon mehrere EP´s: dieses mal sind es 4 Songs zwischen Folk- und Krachgitarre mit gelegentlichen Bass- und Keyboard-Farbtupfern. Wir können uns schon auf das für den April angekündigte Vollalbum freuen. Vielen Dank noch mal an Loudon Wainwright und Kate McGarrigle als "Produzenten" von Martha und Rufus.
(12.03.2005)
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Elvis Costello & The Imposters: "The Clarksdale Sessions" (Lost Highway, Feb. 2005)
In Clarksdale, Missisppi, steht ein Bluesmuseum, das einem Schauspieler gehört, dessen Name mir als Kino-Ignoranten gerade leider nicht einfällt. Elvis fühlt sich am Nabel der Blues-Welt offensichtlich sehr wohl und hat mit seinen Imposters dort live in einem Radio-Studio aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts gespielt. 7 Aufnahmen der Sessions werden hier im "Delta-Verite"-Stil (Elvis’ Ausdruck für einen "losgelösten" Aufnahmestil frei nach "Cinema Verite"- was immer das auch sein mag) gebracht. Neben 5 Alternativ-Versionen zu Liedern von "Delivery Man" wurden noch der Soulklassiker "Dark End Of The Street" und mit "In Another Room" ein bisher ungehörtes Costello-Original eingespielt. Man kann sich das Ganze jetzt als wunderschönes 10"-Vinyl oder "nur" als Bonus zur CD-Neuauflage von "Delivery Man" erstehen. Blöd für Elvis-Fans, die die CD vom letzten Herbst schon besitzen, aber keinen Plattenspieler!
(11.02.2005)
Jack Johnson: "In Between Dreams" (Brushfire, März 2005)
Ich gestehe: ich habe vor ein paar Tagen TV Total geguckt, wo Jack Johnson live gespielt hat. Nichts Spektakuläres, aber doch sehr schön. Zwar ist die CD schon ein paar Wochen auf dem Markt und wird auch kräftig beworben (sie stand vor einigen Wochen im CD-Supermarkt strategisch neben den anderen "Newcomern" Adam Green und Rufus Wainwright), aber mein Interesse war damals noch nicht geweckt. Da ich sie jetzt aber schon im 2nd-Hand-Laden stehen sah und der positive Eindruck aus der TV-Show noch frisch war, habe ich einfach mal einen "Spontankauf" getätigt, sogar ohne reinzuhören. Ergebnis: eine sehr angenehme Laidback-Musik, die ich sogleich mit Erfolg als "Einschlafmusik" genutzt habe (das ist natürlich als Lob gemeint!). Wahrscheinlich kein Kandidat für die Platte des Jahres - muss aber auch nicht sein!
(15.05.2005)
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John Butler Trio: "Sunrise Over Sea" (Lava, März 2005)

Der Australier John Butler spielt im Sitzen alles, was Saiten hat, möglichst ungewöhnliches Gerät, und vor allem mit dem Bottleneck, weshalb ein Vergleich mit Ben Harper gar nicht so abwegig ist. Wegen der Rastalocken und der für meine Ohren zumindest nach Jamaika klingenden Aussprache und der politischen Themen in den Texten könnte man auch sagen, dass es sich um eine Mischung aus Ry Cooder und Bob Marley handelt (oder eher Peter Tosh und David Lindley? Letzter hat's ja auch gelegentlich mit dem Reggae!). Ansonsten muss man sagen: virtuoses Gitarrenspiel, gute Songs und eine klasse Rhythmusgruppe mit dem E- und A-Bassisten Shannon Birchall und dem Trommler Michael Barker (Ex-Black Sorrows). Zum ersten mal wahrgenommen hatte ich die Band im Frühjahr in einer nächtlichen Rockpalastaufzeichnung aus der Bonner Harmonie, wo es in letzter Zeit ja nicht wirklich viel Neues und Spannendes zu hören gab.

Auerdem finde ich auch das Cover sehr schön, das an alte Jazz und Bluesplatten erinnert: Der passt der platte Programmiererspruch WYSIWYG ("What You See Is What You Get") doch ganz gut, denn letztendlich wurde ich über die schöne Aufmachung aufmerksam. Den Rockpalastauftritt hatte ich schon fast wieder vergessen!
(14.10.2005)

Dr. Dog: "Easy Beat" (Park The Van, März 2005 * 2008)
Auch dies ist ein Beispiel für die Renaissance der Schallplatte: Mein Exemplar ist ein Vinyl-Reissue aus dem Jahr 2008, während anscheinend drei Jahre zuvor bei der Erstveröffentlichung anscheinend nur Bedarf für eine CD bestanden hatte.
Dr. Dog stammen aus Philadelphia und spielen ... Rockmusik. Nicht mehr, nicht weniger. Für gestandene Mainstream-Rock-Fans einerseits sicherlich zu "indie" und zu "schrammelig", für puristische Alternative-Fans andererseits wahrscheinlich zu "normal": deshalb also genau richtig für mich. Mit ihre Spielfreude und ihre Kreativität erschaffen die fünf Burschen eine spannende Musik, die zwar weder einzigartig noch neu ist, an jeder Ecke klingen die späten 60er und früher 70er durch, aber eben doch (oder gerade deshalb?) begeistern kann.
(11.04.2010)
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Kettcar: "Von Spatzen Und Tauben, Dächern Und Händen" (Grand Hotel Van Cleef, März 2005)
ja, ja ich wei! Diese Platte kommt hier ein bisschen spät, aber wie Euch sicherlich aufgefallen ist, habe ich es nicht so sehr mit deutschen Texten, weshalb ich diese Band zwar vom Namen her kannte, aber mich nie dafür interessiert habe. Das hat sich dank der Hansen Band geändert, bei der Kettcars Sänger Markus Wiebusch als Gitarrist und Songschreiber mitwirkt. Wahrscheinlich regen sich jetzt ein paar Spezialisten auf, aber für mich klingt das alles ein wenig nach Wedding Present (wegen der Turbo-Schrammelgitarre), die ich auch sehr mag und von denen es auch was neues in 2005 gab, das ich doch auch glatt übersehen habe, wie mir gerade auffällt!
(21.01.2006)
Sam Prekop: "Who's Your New Professor" (Thrill Jockey, März 2005)
Kurz nach Archer Prewitt veröffentlicht auch sein ehemaliger Bandkollege von The Sea & Cake ein Soloalbum. dass man ebenfalls in die etwas merkwürdig klingende Kategorie "Frickelgitarrenpop" einordnen könnte. The Sea & Cake-Spezis wissen, was ich meine. Die Unterschiede zu Prewitt sind - zumindest auf den ersten Blick- minimal: kein Einsatz des Mellotrons, eine andere Gewichtung des Gesangs (Sam Prekop war/ist wohl in erster Linie Sänger und dann erst Gitarrist (auch wenn er im Gegensatz zu Prewitt ein Gitarreninstrumental bringt!), während bei jenem die Prioritäten umgekehrt sind) und des Gitarreneinsatzes (auf "Who´s Your New Professor" kann man die Gitarren von Prewitt und Prekop genieen!). Erwähnt werden sollen auch noch die anderen Mitspieler, bei denen es sich um hochkarätiger Jazzer aus Chicago handelt, die hier ihre eigenwillige Interpretation von "Rockmusuik" abliefern: Trommler Chad Taylor, Bassist Josh Abrams und Kornettspieler Rob Mazurek, alle drei von der mir bisher unbekannt gebliebenen Band Chicago Underground.
(26.03.2005)
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Thee Silver Mt. Zion Orchestra & Tra-La-La Band: "Horses In The Sky (Constellation, März 2005)
Lange musste ich auf dieses Album warten, anscheinend das letzte der Band, das mir in meiner Sammlung noch fehlte. Beim ersten Hören bin ich sofort begeistert, das könnte vielleicht sogar mein Lieblinxalbum der Band werden. Schau'n wir mal ...
(15.12.2010)
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Damon & Naomi: "The Earth Is Blue" (20.20.20 Records, April 2005)
Spät, aber nicht zu spät entdeckt! Galaxy 500 habe ich zwar immer gemocht und war auch schon seit längerem im Besitz von zwei frühen CDs von Damon Krukowski und Naomi Yang, der ehemaligen Rhythmusgruppe dieser Band ("More Sad Hits" von 1992 und "The Wondrous World Of Damon & Naomi" von 1995). Aber erst vor kurzen entdeckte ich, dass die beiden im Jahr 2002 das Livealbum "Song To The Siren" (natürlich mit genau diesem Tim-Buckley-Song!) herausgebracht haben, das ich mir natürlich sofort angeschafft habe.
Und wenn ich dann erst einmal Feuer gefangen habe, dann bin ich gründlich. Seit wenigen Tagen habe ich auch dieses Album von 2005 zuhause, das ich vor zwei Jahren offensichtlich vollkommen übersehen hatte und bin jetzt hellauf begeistert! Wunderschöne, zart dahin gehauchte Schrammel-Popmusik. Und gerade soll sogar ein neues Album erschienen sein. Ich bin schon sehr gespannt.
(02.10.2007)
Kaiser Chiefs: "Employment" (Polydor/b-unique, April 2005)
Kennengelernt habe ich diese englische Band beim diesjährigen Haldern-Pop, wo sie eine der Höhepunkte waren. Wunderbare, zeitlose Rockmusik, die anders als viele der gerade angesagten englischen Bands nicht so furchtbar nach den 80ern klingt. Das ganze Album ist voller Pophits in bester britischer Tradition (von den Who und den Kinks bis hin zu den Clash und Jam) und hat nur einen Fehler: es kann ein Konzert der Band nicht ersetzen.
(25.12.2005)
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Kate Rogers: "Seconds" (Grand Central, April 2005)
Wie Ihr sicherlich wisst, stehe ich sehr auf Alben mit geschmackvollen, möglichst obskuren Coverversionen, besonders gerne, wenn sich gestandene Singer/Songwriter dem Werk ihrer Kollegen annehmen. Da gab es ja in letzter Zeit die eine oder andere Perle zu entdecken (in 2004 waren das u. a. Alben von Paul Weller, k.d. lang und Kathryn Williams). Über Kate Rogers und ihr Album "Seconds" wei ich leider kaum etwas: eigentlich nur, dass sie auch auf mehreren anderen Alben des Grand Central-Labels singt und dass das eigentlich ein Hip-Hop-Label sein soll (oder Trip Hop?). Genaueres wei man(n) aber nicht. Deshalb hier die Anregung lieber über das Instrumentarium (fast durchgängig akustisch: viel Gitarre und Kontrabass) und die Liedauswahl: u.a. "Big Mouth Strikes Again" von den Schmidts aus Manchester, "Here Comes Your Man" von den Pixies und "Broken Arrow" von Neil Young (noch aus Buffalo Springfield-Zeiten und garantiert nicht die typische Neil Young-Nummer zum Covern!), aber auch neuere Sachen auerhalb meiner sonstigen Wahrnehmung (z.B. von den Foo Fighters und Green Day)
(18.09.2005)
The House Of Love: "Days Run Away" (V2, April 2005)

Ein überraschendes Comeback! Sänger/Gitarrist/Songschreiber Guy Chadwick versucht es nach mehr als 10 Jahren noch mal mit seiner Gitarrenpopcombo, die zwar völlig unspektakulär daherkommt, aber mir wohl gerade deswegen so gut gefällt: meist nur 2 Gitarren, Bass und Schlagzeug ohne jeden Firlefanz, aber voller groartiger Melodien. Vielen von Euch wird die Band nichts sagen, denn der einzige echte Hit "Shine On" ist inzwischen ja sogar schon 20 Jahre alt. Und so richtig viel Rummel wie bei den Smith (an die hier das Coverartwork erinnert!), Oasis oder Blur gab es ja auch damals schon nicht, trotz mittelprächtiger Plattenverkäufe. Ich frage mich blo, wer sich heutzutage solch "zeitlose Rockmusik" anhören wird. Die Libertines sind da für die Medien sicherlich interessanter...
(29.05.2005)

Besonders erwähnenswert nach wiederholtem Hören ist übrigenz die vorzügliche Gitarrenarbeit von Terry Bickers auf der Platte. Wer mich kennt, wei das ich für Gitarrendudler im allgemeinen nichts übrig habe, aber hier wird kraftvoll, phantasievoll und immer songdienlich mit einem WUNDERBAREN GITARRENSOUND musiziert!
(28.07.2005)

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I Am Kloot: "Gods And Monsters" (Echo, April 2005)
Dieses Gitarrentrio aus Manchester hatte mich vergangenen Sommer in Haldern so sehr begeistert, dass ich mir schnell die ersten beiden Alben zulegt hatte: "Natural History" von 2001 und "I Am Kloot" von 2003 sind voller wunderbarer Hits. "Gods And Monsters" wurde deshalb von mir auch schon seit Wochen freudig erwartet und natürlich sofort bestellt. Hits wie "Favorite Sky" und "3 Feet Tall" habe ich zwar beim ersten Hören noch nicht ausmachen können - aber gute Platten wachsen ja bekanntlich langsamer. Und auerdem gibt´s also Bonus zur limitierten Erstauflage eine DVD mit einem Livekonzert von 2003 aus Manchester mit allen meinen Lieblinxsonx, 3 Videoclips (von denen ich kaum glaube, dass sie bei MTV rotiert sind) und einem Interview, bei dem sich der Sänger/Gitarrist John Bramwell auch nicht so stieselig angestellt hat, wie beim Haldern-Interview. Der Mann kann also doch lachen.
(10.04.2005)
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Okkervil River: "Black Sheep Boy" (Jagjaguwar, April 2005)
Nicht mehr ganz neu, aber gerade eben erst entdeckt: die Band stammt aus Austin/Texas und spielt eine eigenwillige countryfizierte Rockmusik, die stark von der Stimme und den Songs ihres Chefs Will Sheff (ja, schon gut - ein blöder Wortwitz) lebt. Als Einstieg habe ich dieses Album aus dem Jahre 2005 gewählt, das nach der einzigen Coverversion (natürlich von Tim Hardin) benannt ist.
(22.03.2008)
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John Prine: "Fair & Square" (Oh Boy, April 2005)
Vielleicht ein bisschen zu spät für diese Seite, aber ich habe die Platte erst Anfang diesen Jahres gekauft und trotz der sofort erkennbaren Qualität es irgendwie verpasst, sie Euch "zeitnah näher zu bringen" - aber was soll´s? Sie läuft eben gerade mal wieder im CD-ROM meines Rechners, während ich über technischen Statistiken brüte, und jetzt soll nicht länger gewartet werden!
Die Aufnahmen klingen zeitlos und lässig, vielleicht wirken sie etwas "altbacken" (manche Melodien ähneln einander doch sehr und die Sologitarre hat teilweise diesen vordergründig virtuosen, ich nenne es mal vorsichtig "Nashville-Mark Knopfler-Sound", den ich eigentlich überhaupt nicht mag, der aber vermutlich Chet Atkins geschuldet ist, den ich aber im Original kaum kenne), aber welcher Singer/Songwriter seiner Generation macht immer noch so gute Platten mit NEUEN Liedern, die zwar nicht mehr die "Relevanz" haben wie das Frühwerk, aber immer noch einfach GUT sind? Auf dieser Seite findet Ihr Kris Kristofferson, aber schon Jackson Browne ist nur durch eine - zugegebenermaen tolle - Live-CD mit ALTEN Songs vertreten!
(30.03.2006)
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"The Wingdale Community Singers" (Plain Recordings, April 2005)
Dieses Trio aus Brooklyn/New York habe ich neulich bei Youtube entdeckt, als ich im Rahmen meiner Recherche fr die Return To Sender-Seite mal nachschauen wollte, was denn aus der Sngerin und Songschreiberin Hannah Marcus geworden ist, von der dort ja erstmalig zu hren war. Bei den Wingdale Community Singers arbeitet sie mit dem bekannten Gitarristen David Grubbs (seit den 80ern in zahlreichen Bands, u. a. bei Squirrel Bait und dem Duo Gastr Del Sol, inzwischen Assistenz-Professor am Brooklyn-College!) und dem Schriftsteller und "Hobby-Musiker" Rick Moody zusammen.
Die jeweiligen Schwerpunkte ergeben sich aus ihren Strken: Hannah Markus ist vor allem die Leadsngerin, Rick Moody fr die meisten Texte verantwortlich, David Grubbs ist der "Musiker" unter den Dreien.
Zu hren gibt es schnen, unspektakulren und doch kantigen Folkrock mit viel Gitarre und ohne allzu viel Rhythmus (gelegentlich mit Ex-Pere Ubu Tony Maimone am Kontrabass und Tontechniker Joel Hamilton am Schlagzeug).
(16.06.2009)
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The Go-Betweens: "Live In London" (tag, Mai 2005)

Am 27. Juni des vergangenen Jahres, kurz vor Beginn der Aufnahmen zu "Oceans Apart", gab es im Londoner Barbican-Theater ein ganz besonderes Go-Betweens-Konzert: Im ersten Set griff Grant McLennan noch mal wie in der Frühphase der Band zum Bass, um mit Robert Forster und dem aktuellen Trommler Glen Thompson in Triobesetzung (d.h. ohne die aktuelle Bassistin Adele Pickvance und natürlich auch ohne Lindy Morrison) vor allem sehr altes Songmaterial zu spielen, u.a. die alten Single-Tracks "Karen" und "People Say" von 1978/79. Nach einer kurzen Pause kamen ein Streichquartett und ein Oboenspieler hinzu, sodass auch die Geigen von "Liberty Belle & The Black Diamond Express" (besonders schön auf "Wrong Road") und die von so manchem Fan schmerzlich vermissten Oboenmelodien von Amanda Brown (von "Tallulah" und "16 Lovers Lane") live zu hören sind. Einmal sitzt Robert Forster sogar am Klavier (auf der obskuren Maxisingle-B-Seite "When People Are Dead" von 1987).

Wer jetzt neugierig geworden ist, den muss ich leider etwas enttäuschen, denn diese Doppel-CD ist ohne Vertriebsdeal nur auf dem bandeigenen tag-Label erschienen und deshalb nicht im Fachhandel erhältlich, auch nicht bei Time-Live oder QVC oder so, sondern nur bei den Shows der Band: z.B. vor 2 Wochen in der Kulturfabrik in Krefeld. Da gab's dann zwar keine Geigen und keine Oboe zu hören, aber es war natürlich trotzdem ein wunderschönes Konzert! Die Band hat ja schlielich mit "Oceans Apart" ein richtig gutes neues Album abgeliefert - und wei das auch: vor 2 Jahren in Köln, zur Veröffentlichung von "Bright Yellow Bright Orange", war dieses Selbstbewusstsein (keine Arroganz!) noch nicht so klar zu spüren, obwohl selbstverständlich (!) auch das eine klasse Show war. Immerhin konnten sie unseren W4L-Bassisten Johannes und seine Freundin Heike, welche die Band bislang gar nicht kannten, davon überzeugen, auch diesesmal in Krefeld mit dabei zu sein.
(16.06.2005)

Hal: "Hal" (Rough Trade, Mai 2005)
Letzten Sommer in Haldern habe ich die Junx wohl aus Unwissenheit noch ausgelassen, als sie dort schon am frühen Nachmittag aufgespielt haben. Wenn ich mir diesen wunderbaren Pop des Debütalbums jetzt aber anhöre, so kann ich das nur bedauern! Übrigenz erinnern mich die irische Band, nicht zuletzt wegen der hohen Stimme des Sängers, an die legendären Pavlov's Dog oder - etwas aktueller - an das englische Duo Turin Brakes! Erinnerungen an die Frühsiebziger-Beach-Boys sind auch da (á la "Sunflower"). Zu dem Todd Rundgren-Vergleich in mehreren Rezensionen kann ich nichts sagen, weil ich von Mr. Rundgren eigentlich nichts kenne. Vielleicht haben die Leute aber auch nur voneinander abgeschrieben.
(31.07.2005)
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Maria McKee: "Peddlin' Dreams" (Cooking Vinyl/Viewfinder, Mai 2005)
Die Dame ist schon seit den Lone Justice-Tagen in den 80ern eine meiner allerliebsten Sängerinnen und hat mir vor ungefähr 10 Jahren im Kölner Luxor auch zu einem meiner schönsten Konzerterlebnisse verholfen. Wobei ich zugeben muss, dass die Tatsache, dass ich nur wenige Meter vor ihr im Publikum gestanden habe, sehr zu diesem Eindruck beigetragen hat. Leider gibt es viel zu wenige Platten von ihr und die letzten beiden Alben hinterlieen leider keinen besonderen Eindruck bei mir. Aber jetzt stimmt wieder alles und ich bin verzückt. Wobei ich zugeben muss, dass die Tatsache, dass ich das CD-Booklet mit ihrem Bild beim Hören in den Händen halte, sehr zu diesem Eindruck beigetragen hat (ich glaube, ich wiederhole mich!).
Ach ja - die Musik: sie lebt wie immer von dieser einzigartigen Stimme, wobei die musikalische Umsetzung dieses mal etwas schlichter ausgefallen ist als sonst: meist nur E- und A-Gitarren, Piano und Bass, ab und zu Schlagzeug, Lapsteel und Keyboards. Also nichts Besonderes, aber es tut der ganzen Sache sehr gut.
Unter den eigenen Songs hat sich beim ersten Hören zwar noch kein Ohrwurm herauskristallisiert, was aber sicherlich noch passieren wird. Am Ende der CD gibt es dann noch zwei sehr unterschiedliche Coverversionen (ihr wisst: ich liebe Coverversionen!): Neil Youngs "Barstool Blues" vom Zuma-Album, nur mit spärlichen und kraftvollen Pianoakkorden von Frau McKee selbst begleitet und eine alte Soulnummer "(You Don´t Know) How Glad I Am", die ich bislang nur von Delaney & Bonnie & Friends kannte.
(01.06.2005)
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Smog: "A River Ain't Too Much In Love" (Domino/Drag City, Mai 2005)
Bereits im Frühjahr erschienen, aber erst jetzt gehört: Bill Callahan ist nach Austin umgezogen und spielt jetzt noch ruhiger als vorher auf seinen zahllosen Platten (von denen ich die wenigsten kenne). Auerdem heit sein Projekt jetzt "Smog" und nicht "(Smog)", was ich aber nicht verstehen muss oder interpretieren möchte.
Zur Orientierung: der Mann galt als Gromeister des Homerecordings und klingt ein wenig wie eine Kreuzung aus Bonnie "Prince" Billie (Will Oldhams spröde Songs) und Lambchop (Kurt Wagners Stimme). Eine schöne, sehr ruhige Platte. So was kann ich im Moment sehr gut hören.
(17.12.2005)
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Turin Brakes: "Jackinabox" (Mai 2005)
Dieses britische Duo stand bislang eigentlich nicht auf meiner Rechnung, warum auch immer. Dieses mal bin ich aber dabei und muss feststellen, dass die beiden hier eine sehr überzeugende Arbeit abgeliefert haben. Ich nenne das jetzt mal "Singer/Songwriter-Pop (fast) ohne Grenzen", mit vielen Zutaten, die ich schätze (Akustikgitarren, alte Analogsynthesizer, etc.) und einer besonderen Gesangsstimme, die man entweder lieben oder hassen muss (siehe auch Hal und natürlich Pavlov's Dog). Eine meiner wenigen Berührungspunkte mit dem aktuellen Geschehen in der (englischen) Popmusik.
(31.07.2005)
Loudon Wainwright III: "Here Come The Choppers" (Evangeline, Mai 2005)
Loudon W. der Dritte (im Begleittext auch nur kurz und liebevoll "Third" genannt) liefert uns das dritte tolle Wainwright-Album des Jahres (der Kalauer musste jetzt sein!). Begleitet nur von den Allerbesten der Branche (Gitarrist Bill Frisell, Steeler Greg Leisz, Bassist David Piltch und unser aller Lieblinxdrummer Jim Keltner) liefert er auch eines der besten LW3-Alben der letzten Jahre ab. Ich muss allerdinx zugeben, dass ich seit ungefähr 10 Jahre seine Arbeit nicht mehr ganz so intensiv verfolgt habe. Zuerst gab's letztes Jahr das tolle Konzert in Duisburg (bereits mit Frisell und Leisz!), dann der kommerzielle Erfolg von Sohn Rufus - jetzt war ich natürlich wieder etwas neugieriger und muss sagen: Rufus ist schon ziemlich klasse, aber Papa Loudon ist doch noch eher mein Fall: mehr Folk/Singer/Songwriter und weniger Operette. Also einen ganzen Tacken "normaler". Vielleicht werde ich ja auch nur alt... Wenn nur nicht das für meinen Geschmack unpassende Cover wäre. Aber wie schon gesagt: ich werde wohl allmählich zu alt...
(11.06.2005)
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John Hiatt: "Master Of Disaster" (New West, Juni 2005)
Auf das Album musste ich ein bisschen warten, aber es hat sich gelohnt: es liegt nach meinem Geschmack sogar über dem gewohnt hohen Qualitätsstandard, den alle Hiatt-Alben der letzen Jahre (Jahrzehnte?) hatten. Dieses mal ohne seine Stammband (die Goners mit Sonny Landreth), aber mit der kompletten Dickinson Familie aus Memphis, samt deren Anhang (Vater Jim als Produzent und gelegentlicher Keyboarder und die Söhne Luther und Cody an Gitarre bzw. Schlagzeug. Am Bass die Memphis-Legende David Hood, der wohl schon so ziemlich überall gespielt hat, zuletzt auch bei Frank Black.
Ach ja - meine erste Sack-CD, oder wie das heit. Wahrscheinlich wegen dem Cover im sackleinenfarbenen Design. Oder so.
(01.08.2005)
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Robyn Hitchcock: "Spooked" (Proper, Juni 2005)
Erst spät entdeckt: bereits vor zwei Jahren erschien diese Kooperation des ehemaligen Sängers der Soft Boys mit Gillian Welch und David Rawling. Meist akustisch und immer spärlich instrumentiert. Wenn neben Akustikgitarren und E-Piano mal wirklich Bass und Schlagzeug benötigt werden erledigt das Gillian Welch meist selber, die ja bereits auf ihrem letzten Album "Soul Journey" trommelte. Als Gast kommt bei zwei Liedern Bassist Joey Spampinato von den legendären NRBQ zum Einsatz.
(12.08.2007)
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Ida: "Heart Like A River" (Polyvinyl, Juni 2005)
Erst krzlich habe ich die New Yorker Band Ida fr mich entdeckt. Ich war so angetan von diesem feinen, unspektakulren und doch so ungewhnlichen "Wohlklang", dass ich mich natrlich noch weiter mit dem Backkatalog der Band beschftigt habe. Und weil mir auf der "My Dark EP" vor allem die Liveversion vom "Late Blues" so besonders gut gefallen hat, habe ich mir als erstes dieses Studioalbum mit der Nummer besorgt. "Heart Like A River" finde ich jetzt sogar noch besser als  die "My Dark EP" und "Lovers Prayers", das neue Album von 2008.  Da gibt es jetzt noch viel zu entdecken!
(11.12.2008)
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The Posies: "Every Kind Of Light" (Rykodisc, Juni 2005)
Eine Wiedervereinigung der angenehmen Art! Vor ungefähr 10 Jahren war die aus Seattle stammende Band um die beiden Sänger, Gitarristen und Songschreiber Ken Stringfellow und Jon Auer inmitten des "Grunge" für die Abteilung "Gitarrenpop" zuständig und hatte etwa mit "Frosting On The Beater" ein ganz vorzügliches Alben abgeliefert. Dann wurde es etwas ruhiger um die Band, man verdiente sich sein Geld u. a. als Tourmusiker für R.E.M. oder machte Soloalben (von denen ich allerdinx keines kenne). Auer und Stringfellow unterstützten sogar Alex Chilton und Jody Stephens bei deren Rückkehr als Big Star: von 1993 gibt es ein schönes Livealbum. Mitte (Ende?) der 90er war dann auch mit den Posies Schluss. Jetzt haben sich die beiden alten Köpfe der Band mit einer neuen Rhythmusgruppe zur Weiterarbeit unter dem alten Namen entschlossen und dabei dieses schöne Album zustande gebracht. Und in wenigen Tagen soll es sogar das erste Studioalbum von Big Star seit ca. 30 Jahren geben! Ich bin schon ganz gespannt...
(03.10.2005)
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Patricia Vonne: "Guitars & Castanets" (CoraZong, Juni 2005)
Ich muss gestehen, dass mir Mrs. Vonne vor dem Konzert im Weseler JZ Karo am vergangenen Samstag völlig unbekannt war. Auch das im Programmheft abgebildete Plattencover hatte mich nicht wirklich neugierig gemacht. Hingegangen bin ich zum Konzert schlich und einfach, weil sonst nichts los war und ich mich bislang immer darauf verlassen konnte, dass mein guter Freund Mathias Schüller bei der Auswahl der Bands geschmacklich immer auf der richtigen Seite war. Was ich dann zu sehen und hören bekam, war dann eine Überraschung der besonderes angenehmen Art, denn bei Mrs. Vonne aus Austin, Texas, handelt es sich um eine ganz wunderbare Sängerin, Songschreiberin und uert attraktive junge Dame, die mit einer der grten Portionen Charme, die der kleine Konzertsaal in Wesel je gesehen hat, die Herzen aller anwesenden im Sturm erobert hat.
Die Musik ist eine Schnittmenge ihres musikalischen Erziehung im Grenzgebiet Mexico/USA mit erdigem Rootsrock á la Steve Earle, punkigen Elementen (sie mag vor allem die Cruzados und soll auch mal bei Tito & Tarantula mitgemacht haben), also GUITARS auf der einen Seite, aber auch mexikanischer Folklore und spanischem Flamenco auf der anderen Seite: eben CASTANETS. Die sie selber im Konzert übrigenz ganz meisterlich spielte. Als dort dann sogar eine Flamenconummer im Reggaerhythmus gespielt wurde und es mir TROTZDEM GUT GEFIEL, dacht ich kurz, dass ich vielleicht nur völlig becirct war von der gewinnenden Art der Dame - aber NEIN: das Lied kam völlig selbstverständlich daher und war einfach gut!
(19.11.2005)
Danny George Wilson: "The Famous Mad Mile" (Fargo, Juni 2005)
Über das Internet haben sich bei mir in letzter Zeit so einige Kontakte entwickelt, wo man sich musikalisch austauscht, wobei auch ich dann immer wieder auf neue Sachen gebracht werde, die ich sonst möglicherweise nie kennen gelernt hätte. So brachte mich Heino Walter z.B. auf den in Australien geborenen, aber in England lebenden (und aufgewachsenen?) Sänger und Gitarristen Danny Wilson, der hier sein akustisches Debüt vorlegt, aber ansonsten in der mir ebenfalls unbekannten (in England aber doch wohl populären) Band Grand Drive singt.
Ich behaupte mal: eines der besten akustischen Singer/Songwriteralben seit langem! Mit tollen Männlein/Weiblein-Gesangsduetten in der Tradition von Gram und Emmylou (es singt die mir bisher ebenfalls unbekannte Amerikanerin Jess Klein). Produziert und aufgenommen "over four Saturdays in June/July 2003" vom Multiinstrumentalisten Simon Alpin, der ansonsten bei der amerikanischen Band Willard Grant Conspiracy Gitarre spielt (und den ich deshalb wahrscheinlich im vergangenen Jahr im JZ Wesel auch schon live gesehen habe!), der aber scheinbar Engländer ist. Oder was auch immer.
(31.07.2005)
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Frank Black: "Honeycomb" (Juli 2005)
Der Pixies-Sänger ging nach Nashville um dort (fast) eine Country-Platte zu machen! Als alter Fan habe ich da natürlich wieder reingehört, während ich mit dem wüsten Punkrock, den er in den letten Jahren mit den Catholics veröffentlicht hat, leider nichts anfangen konnte und es von den Pixies selber seit der Wiedervereinigung "nur" eine Live-DVD, aber kein neues Material gibt.
"Honeycomb" ist "klassisch-nashville" live im Studio eingespielt und hat allen Beteiligten offenbar viel Spa gemacht (mit dabei u.a. Steve Cropper, Reggie Young und Buddy Miller an den Gitarren!!!) und ist eine extrem lässige Angelegenheit. Von den neuen Liedern ist beim ersten Hören zwar kein Hit vom Kaliber der alten Pixies-Kracher auszumachen, aber mit "Dark End Of The Street" gibt's einen schönen Soul-Klassiker in einer Neuaufnahme.
(31.07.2005)
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Los Hermanos: "Quatro" (Sony, Juli 2005)
Brazil!
(13.02.2009)
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John Scofield: "That's What I Say" (Verve, Juli 2005)
Einer meiner seltener gewordenen Spontankäufe, d.h., das Album stand eigentlich nicht auf meiner Einkaufsliste: John Scofield mag ich zwar sehr als Jazzgitarristen ("Au Go Go" von 1997 mit Medeski/Wood/Martin ist der Hammer!), aber ich kenn mich mit Ray Charles nicht sonderlich aus (ist deutlich vor meiner Zeit!). Es geht hier nämlich um eine Vorbeugung vor dem im letzten Jahr verstorbenen Sänger und Pianisten. Aber ich fand seinen Auftritt in der Sitcom "Die Nanny" als Lover der Gromutter eigentlich immer ziemlich witzig (oops - jetzt ist mein Ruf als ernsthafter Musikkritiker wohl ruiniert!).
Aber zurück zur Platte: die Kritiken waren nicht sonderlich positiv, aber weil dies bereits eine billige 2nd-Hand-CD war, habe ich einfach mal rein gehört und stelle fest: tolle Songs (komponiert von oder aus dem Repertoire von Ray Charles), toller Sound, tolle Musiker in einer ungewöhnlichen Mischung (nicht nur die "Üblichen Verdächtigen", aber u. a. Dr. John, Warren Haynes, Aaron Neville, Mavis Staples, John Mayer, David "Fathead" Newman, Steve Jordan und Willie Weeks).
(01.08.2005)
Caroleen Beatty: "You're Only As Pretty As You Feel" (Black Beauty, Aug. 2005)
Die Ex-Sängerin der Bedlam Rovers hat auf dieser EP zusammen mit Produzent/Drummer Pat Thomas fünf wunderbare Schätze der späten 60er/frühen 70er gehoben. Die Originale stammen von solch illustren Bands und Solokünstlern wie Pentangle ("Sally Go Round The Roses"), Jefferson Airplane ("Pretty As You Feel"), Ginger Baker's Air Force ("Toady"), Bill Withers ("Use Me") und aus dem Musical "Hair" ("Let The Sunshine In" - oder war das letzte Lied bei "Jesus Christ Superstar" dabei?). Bis auf die bereits von der Komposition her eher schwächere Ginger Baker-Nummer gefällt mir das alles ziemlich gut. Begleitet wird Caroleen bei drei der Lieder von Pat Thomas' Avantgardeband Mushroom und bei den restlichen zwei von einer unter dem Namen Heavy Friends agierenden Allstartruppe, u.a. mit Steve Wynn, Chris Cacavas und Mark Zanandrea (X-Tal).
(24.03.2013)
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Black Rebel Motorcycle Club: "Howl" (RCA, Aug. 2005)
Ich muss gestehen, dass ich die beiden (?) alten Platten der Band nicht wirklich kenne. Irgendwie zwischen den ganzen Strokes, Libertines und wie sie alle heien, ging das irgendwie an mir vorbei. An ein Stück auf einer Rolling-Stone-Heft-CD glaub ich mich erinnern zu können - und dass mir das zu "krachig" war. Jetzt ist das neue Album da, bekam nur mige Kritiken, u. a. weil plötzlich Akustikgitarren, Harmonikas und Dobros im Spiel waren. Für einen solchen Ansatz von Folklore scheint die Band den meisten Kommentatoren wohl nicht "authentisch" genug zu sein. Mir ist das natürlich völlig wurscht und der etwas "dezentere" neue Ansatz kommt mir gerade recht. Ein schönes Album mit schönen Liedern, dass auch locker nach 1968 gepasst hätte ...
(14.10.2005)
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The Magic Numbers (EMI/Heavenly Recordings, Aug. 2005)
In Haldern hab ich sie zwar verpasst, weil ihr Auftritt von der Hauptbühne in das Spiegelzelt verlegt wurde, aber ich war aufgrund der Vorhabinformationen neugierig: zwei Geschwisterpärchen aus Trinidad (?) machen Folkrock bzw. Gitarrenpop und werden anscheinend wegen der Leibesflle der Junx und Mädelz mit den Mamas & Papas in Verbindung gebracht, bei denen zumindest eine der Mütter dick war. In beiden Bands wird mehrstimmig gesungen (aber: wer tut das in der Popmusik nicht?). Wenn ich die Platte jetzt höre kann ich nur feststellen, dass es sich um angenehmen Gitarrenpop mit Ecken und Kanten handelt, wo mehr einstimmig als mehrstimmig gesungen wird und mich überhaupt nichts an "California Dreaming" erinnert. Allerdinx kenne ich auch kaum ein anders Lied dieser Gesangstruppe. Und Folkelement finde ich auer der gelegentlichen Geige auch keine. Einfach nur eine schöne, unspektakuläre Platte!
(03.10.2005)
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Nickel Creek: "Why Should The Fire Die?" (Sugar Hill, Aug. 2005)
Im letzten Jahr habe ich das dritte Album einer der besten jungen Bluegrassbands doch glatt verpasst, aber jetzt beim stöbern im Nürnberger Zweitausendeins-Laden doch noch entdeckt. Ich will über die Band an dieser Stelle gar nicht mehr viele Wort verlieren. Nur soviel: es handelt sich eigentlich um keine typische Bluegrassplatte, auch wenn das rein akustische Instrumentarium noch darauf hindeutet: Gitarre, Mandoline, Fiedel, Kontrabass und Banjo. Im Mittelpunkt stehen stattdessen die Songs der drei Musiker Chris Thiele, Sean Watkins und Sarah Watkins, die vielleicht (noch) nicht die Klasse von Bob Dylan haben (einzige Coverversion ist Dylans wunderbares "Tomorrow Is A Long Time"), mich in ihrer Direktheit und "Ehrlichkeit" aber doch sehr beeindruckt haben. Neben dem wie gehabt virtuosen Instrumentalspiel der drei und ihrem Bassisten Mark Schatz.
(29.01.2006)
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Son Volt: "Okemah And The Melody Of Riot" (Sony/Legacy/Transmit Sound, Aug. 2005)
Warum Jay Farrars neue Platte wieder wie früher unter dem Namen "Son Volt" veröffentlicht wurde und nicht als Soloalbum, liegt sicherlich nicht an den Mitmusikern, denn das sind alles neue Leute (Brad Rice aus dem Ryan Adams-Umfeld, Canyon-Trommler Dave Bryson, der bereits beim letzten Live-Soloalbum dabei war, und der mir unbekannte Bassist Andrew Duplantis), sondern eher am wieder rockigeren, elektrischen Klang, wohingegen die Soloalben gleichzeitig "experimenteller" und auch akustischer waren - und schlechte Kritiken erhielten, was ich nicht so richtig nachvollziehen konnte. Böse Zungen sprechen deshalb jetzt von (bösen) rein kommerziellen Gründen, weil das Etikett "Son Volt" eben ein besserer Markenname als "Jay Farrar" ist. Wie dem auch sei - das Album ist nämlich ziemlich klasse geworden. Auerdem ist es mir ziemlich egal, wo die CD letztendlich im Regal einzusortieren sein wird! Auerdem hat man mit Sony dieses mal einen ungleich besseren Vertriebsweg als zuletzt gefunden (das soll nichts gegen das tolle Blue Rose-Label aus Süddeutschland sagen, wo das letzte Jay Farrar-Soloalbum erschienen ist!)
(02.09.2005)
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Richard Thompson: "Front Parlour Ballads" (Cooking Vinyl, Aug. 2005)
Mein alter Held zurück mit einem kleinen Meisterwerk! "Klein" in der Hinsicht, dass bis auf gelegentliche Trommeleinlagen von Debra Dobkin und ein paar eigener E-Gitarren-, Mandolinen und Akkordeon-Overdubs, es eigentlich nur um seine Songs, seine Akustikgitarre und seine Stimme geht. Ich hatte fast vergessen, was für ein toller Folkgitarrist der Mann ist!
Und wenn ich jetzt unbedingt noch ein Haar in der Suppe finden soll: nicht zum ersten Mal ein scheuliches Cover, dass hoffentlich niemanden vom Kauf abhält. In diese Kategorie gehören sicherlich auch "Amnesia" von 1988 (mit Richard im Clownskostüm und einem Kerl, der sich gerade rasiert), vielleicht das ansonsten tolle Album "Rumour & Sigh" von 1991 (Richard mit Gitarre als Kinderbild), aber sicherlich "Mirror Blue" von 1994 (Richard mit Gitarre als Wachsfigur)
(19.08.2005)
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Laura Veirs: "Year Of Meteors" (Nonesuch, Aug. 2005)
Das fünfte Album der Sängerin, die ich leider erst seit "Saltbreakers", Album #6, auf dem Radar habe ...
(22.03.2010)
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The Walkabouts: "Acetylene" (Glitterhouse, Aug. 2005)
Das neue Album unserer alten Helden ist richtig gut - und damit war ja eigentlich nicht zu rechnen. Geschweige, dass es überhaupt ein neues Album gibt, denn die beiden Hauptprotagonisten Chris Eckman und Carla Torgerson wurden bei ihren Soloveröffentlichungen der letzten Jahre doch eigentlich schon unter dem Etikett "Ex-Walkabouts" verkauft!
(31.07.2005)
Ryan Adams & The Cardinals: "Jacksonville City Nights" (Lost Highway, Sept. 2005)
Unglaublich der Mann! Einerseits ärgere ich mich sehr darüber, dass bereits zum zweiten Mal die Tournee abgesagt wurde (für das Köln-Konzert vom letzten Jahr sitze ich hier immer noch auf der Konzertkarte!). Andererseits diese tollen Alben! Für das aktuelle Jahr wurden gleich drei angekündigt: "Cold Roses" erschien im vergangenen Mai und war eine geniale Verbeugung vor dem 70er-Jahre-Singer-Songwriter-Rock und hatte sogar witzige Referenzen an Jerry Garcia und Neil Young., verantwortlich dafür der Gitarrist J.P.Bowersock, der auch jetzt wieder dabei ist. Im Grunde fehlt von den Cardinals vom Jahresanfang nur die Steelgitarristin Cindy Cashdollar, die durch den mir unbekannten Jon Graboff ersetzt wurde. Was gibt es ansonsten für Veränderungen gegenüber "Cold Roses" zu berichten? Weniger E-Gitarre (ich erkenne beim ersten Hören keine Jerry- oder Neil-Zitate), mehr Akustikgitarre und mehr Pedalsteel. Also klingt's insgesamt etwas mehr nach Country und weniger nach Rock. Besser oder schlechter? Keine Ahnung. Und, da beide Alben gut sind, eine völlig unwichtige Frage!
Ach ja, als verkaufsförderndes Argument vielleicht noch der Hinweis auf ein Duett mit Norah Jones, die ich zuletzt so schön schüchtern und verklemmt im Video vom Gram Parsons Tribute-Konzert zusammen mit Keith Richard erleben konnte. Oder der Hinweis auf die einzige Coverversion auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und genialer Kunst: den Standard "You Were Always On My Mind" kennt man ansonsten hauptsächlich von Elvis Presley oder Willie Nelson. Das hat (fast) die gleiche Qualität wie Neil Youngs Bearbeitung von "Oh Lonesome Me", damals auf "After The Goldrush"!
(25.09.2005)
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Devendra Banhart: "Cripple Crow" (XL, Sept. 2005)

Wem beim ersten Blick auf das Cover die Incredible String Band einfällt, der liegt gar nicht so falsch. "Hippiefolk" soll das wohl sein und ist auerdem angeblich sehr trendy. Alles kehrt wieder, auch meine alte Musik. Das ist sehr schön.

Seine alten (Hardcore-)Fans soll der Mann angeblich vergrault haben, weil er nicht mehr alleine oder im kleinen Kreis zu Hause, sondern mit sehr vielen Freunden in den legendären Bearsville-Studios in Woodstock aufgenommen hat. Das ist NICHT dort, wo mal dieses historische Festival war, sondern dort, wo Bob Dylan mal lebte, sich mit dem Motorrad langlegte und mit The Band die Basement Tapes aufnahm. Ach ja - Music From Big Pink stammt auch daher.
(12.10.2005)

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Big Star: "In Space" (Rykodisc, Sept. 2005)

Nochmals Wahnsinn: Ur-Big-Stars Alex Chilton und Jody Stephens bringen zusammen mit den beiden Posies Jon Auer und Ken Stringfellow das 4. Studioalbum nach 30 Jahren Unterbrechung heraus ("Sister Lovers", Album #3, wurde 1975 aufgenommen und 1978 veröffentlicht). Allerdinx gab es in dieser Besetzung bereits 1993 ein schönes Livealbum.

Musikalisch wird auf bewährtem Big Star-Sound aufgebaut (Beatles! Beach Boys!), ein wenig klingt es nach Chilton-Solo aus den 80ern (Soul! Blues!), alle vier Musiker teilen sich den Leadgesang (Alex Chilton ist also nicht der alleinige Mittelpunkt!). Selbst für meine Ohren eigentlich unhörbare Stile werden so umgesetzt, dass es mir dann doch gefällt (Schrammel-Samba-Funk in "Love Revolution", instrumentale Barock(?)musik in "Aria, Largo"). Vielleicht bin ich aber auch so sehr Fan, dass ich da völlig unkritisch bin? Was oder wer auch immer Alex Chilton & Co. dazu bewogen hat, musikalisch an die alten Zeiten anzuknüpfen und das eine oder andere leicht schräge Experiment zu starten - mir soll's recht sein. Auf jeden Fall eines der erfreulichsten und überraschendsten Comebacks des Jahres!
(05.11.2005)

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Dirk Darmstaedter: "Coming Up For Air" (Tapete, Sept. 2005)
Nach mehreren Alben unter dem Pseudonym Me And Cassity und einer Duettplatte mit Bernd Begemann, gibt's jetzt endlich was Neues unter eigenem Namen. Warum hier eine neue "Vermarktungsstrategie" gewählt wurde, ist mir zwar nicht ganz klar, aber auch völlig unerheblich, denn der Ex-Frontmann der Jeremy Days hat eine ganz vorzügliche Singer/Songwriter-Platte (oder sagt man: "Erwachsenen-Pop"?) hinbekommen, die bis auf die Schlagzeugspuren komplett von und bei ihm zu Hause aufgenommen wurde! Als Bonus ist in der Erstauflage eine CD mit fünf extrem geschmackvollen Coverversionen dabei, die ein bisschen das musikalische Terrain abstecken: Songs von Neil Hannon (The Divine Comedy), Mike Scott (Waterboys), Lyle Lovett, Paul Westerberg (Replacements) und Carole King. Eine gute Mischung für den Feinschmecker.
(11.10.2005)
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Element Of Crime: "Mittelpunkt Der Welt" (Polydor, Sept. 2005)
Das Album auf dieser Seite vorzustellen hatte ich fast wieder vergessen, dabei wei ich gar nicht warum, denn es ist richtig gut geworden! Als es im September erschien, hat mich die Qualität dieser Neuveröffentlichung einer der langlebigsten deutschen Bands (das erste Album stammt immerhin von 1986!) doch ein wenig überrascht, denn ich hatte da eigentlich nichts Besonderes erwartet. Doch was passiert? Element Of Crime, die Band um Sven Regener, der inzwischen als Bestseller-Buchautor wahrscheinlich mehr verdient als mit seiner Musik, hat ein zeitloses, unspektakuläres und souveränes Meisterwerk hingelegt, das mehr als deutlich zeigt, dass diese Band in ihrer eigenen Liga spielt, völlig unabhängig davon, ob deutschsprachige Rockmusik gerade mal wieder im Trend liegt (Wir Sind Helden, etc.) oder nicht.
(25.12.2005)
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Freakwater: "Thinking Of You" (Thrill Jockey, Sept. 2005)
Mein liebstes Country-Mädel-Duo, dieses mal mit Unterstützung von Musikern der Band Califone.
Jerry Garcia: "Legion Of Mary" (The Jerry Garcia Collection Vol. 1) (Rhino, Sept. 2005)
Die Menge der posthum veröffentlichten Live-CDs von und mit Jerry Garcia wird immer unüberschaubarer, aber ab und zu leg ich mir doch die eine oder andere zu. Dieses mal hat mich eine seltenere Besetzung der Jerry Garcia Band gereizt, die sich Herbst 1974 bis Sommer 1975 auch nicht so, sondern Legion Of Mary nannte, wahrscheinlich aus Tarnungsgründen, um weiter in kleineren Clubs spielen zu können. Zum Kern um Organist Merl Saunders und Bassist John Kahn kamen der ehemalige Elvis-Presley-Trommler Ron Tutt und erstmalig Saxofonist Martin Fierro, während es sich beim Liedmaterial um Jerrys typische Auswahl an Covers handelt (Dylan, Soul), die wie bei einer Jazzband nur Vehikel für lange Soli sind. Das ist zwar nur was für Fans, aber doch schön anzuhören: durchgängig lange und relaxte Jams in hervorragender Soundqualität.
(05.01.2006)
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Julia Hummer & Too Many Boys: "Downtown Cocoluccia" (Strange Ways, Sept. 2005)
Wir wollen gar nicht viel über das "Schauspielerin glaubt Musik machen zu müssen" Ding zu reden, denn ich kenne sowieso keinen ihre Filme. Die Musik klingt ein wenig nach Bob Dylan (tolle Mundharmonika von Julia, selbst gespielt!) und Lou Reed. Julia singt mit zarter Stimme und NICHT auf Englisch, was im Moment ja mal wieder das Ding der Stunde ist. Die Platte kommt beim tollen Label Strange Ways heraus, von dem ich lange nix mehr gehört habe. Bei den "Too many Boys" ist mit Christoph Uhe (Speedniggs, Locust Fudge, Sharon Stoned) ein alter Bekannter dabei, von dem ich auch lange nix gehört habe. Und irgendwie erinnert mich das Ganze ja an eine Platte von (nicht lachen!) Vanessa Paradis, die damals von Lenny Kravitz produziert wurde, auf der sich ja mit "Waiting For My man" auch was von Lou Reed befand. Und ist die nicht auch Schauspielerin?
(17.12.2005)
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Eugene Kelly: "Man Alive" (Cherry Red/Rev-Ola, Sept. 2005)
Vor knapp drei Jahren schrieb ich zur EP "Older Faster" des ehemaligen Vaselines-Sängers, dass es hoffentlich bald ein ganzes Album mit diesen wunderschönen schottischen Folksongs gäbe. Leider wartete ich dann vergeblich und hatte den guten Mann inzwischen schon fast wieder vergessen.
Letzte Woche habe ich mir seit Ewigkeiten mal wieder eine Fahrt zum ehemals besten Plattenladen der Welt in Köln gegönnt und dort zufällig diese nun auch schon wieder fast ein Jahr alte CD entdeckt und natürlich sofort eingepackt. Zwar hat das Cover einen völlig anderen Stil, aber die Musik ist die gleiche wie auf der alten EP. Es befinden sich sogar alle vier alten Lieder auch auf der neuen CD wieder, nach dem ersten Höreindruck sogar in identischer Version (ein Grund, warum ich mir normalerweise keine Maxis kaufe!). Alles klingt wunderschön ... jetzt kommt natürlich das ABER, denn die neuen Lieder sind zwar alle sehr schön, aber die 4 alten gefallen mir auch im neuen Zusammenhang am besten. Zumindest bin ich jetzt über Albumlänge nicht mehr ganz so begeistert wie zuvor. Somit würde also zum Glücklichsein die alte EP weiterhin völlig ausreichen. Vielleicht hatte ich beim Hören aber auch nur schlechte Laune oder mangelnde Konzentration? Man muss Mr. Kelly sicherlich noch eine zweite Chance geben...
(02.08.2006)
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Bettye LaVette: "Ive Got My Own Hell To Raise" (Epitaph/Anti, Sept. 2005)
Das Rezept ist nicht neu: man/frau nehme eine nicht ganz so bekannte Soulsängerin, Songs von Songschreibern der ersten Liga (Joan Armatrading, Aimee Mann, Lucinda Williams, u.a.), eine kleine, aber feine Band (u.a. mit Keyboarderin Wendy Coleman, die mal bei Prince dabei war, und Bluesgitarrist Doyle Bramhall II) und lasse das Ganze von Joe Henry zu einem leckeren Gericht zusammenkochen. Da hat bei Solomon Burkes "Dont Give Up On Me" von 2002 schon mal sehr gut funktioniert und tut es auch hier wieder!
(04.02.2006)
Thelonius Monk Quartet with John Coltrane: "At Carnegie Hall" (Blue Note, Sept. 2005)
Wahnsinn! Ein neues Album von Monk und Trane, zwei der wichtigsten Jazzmusiker aller Zeiten und auch zwei meiner absoluten Favoriten! Die Aufnahmen stammen von einem Wohltätigkeitskonzert in der New Yorker Carnegie Hall vom 29.11.1957 und wurden erst kürzlich in einem verstaubten Archiv entdeckt. Geniale Musik - und ein fantastischer Sound!
(05.11.2005)
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Bonnie Raitt: "Souls Alike" (Capitol, Sept. 2005)
Vielleicht nicht mehr ganz so spannend, wie in den 70ern, als sie noch bei Warner war und noch nicht ganz so populär wie seit ihrem Durchbruch mit "Nick Of Time" Ende der 80er, aber zumindest ist "Souls Alike" ein Album, das man sich gut anhören kann - und so was kann ich über das Spätwerk der meisten ihrer Altersgenossen nicht sagen (auch über das 2005er-Werk von Van Morrison hab ich bislang geschwiegen, uninteressant wie es nun mal ist!). Auerdem hab ich die Lady im Sommer 2004 live im Bonn im "Vorprogramm" von Van The Man gesehen - und das war schlichtweg sensationell, wie sie da gesungen und gleichzeitig mit dem Bottleneck gearbeitet hat!
(Herbst 2005)
Jackson Browne: "Solo Acoustic Vol. 1" (EMI/Inside Recordings, Okt. 2005)
Ich hatte den Mann gar nicht mehr auf meiner Rechnung, denn die wenigen Alben der letzten Jahre fand ich eigentlich nur noch irgendwie "OK", ehrlicher ausgedrückt sogar ziemlich uninteressant. Die überraschend positiven Kritiken über dieses Livealbum haben mich dann aber doch dazu gebracht, mir die neue Platte zu besorgen - und ich finde sie einfach nur wunderschön, weil Jackson Browne einfach Unmengen fantastischer Lieder hat. Und mit "Fountain Of Sorrow" ist sogar mein Lieblingslied von ihm dabei, das ich damals im Nightflight von Alan Bangs zum ersten mal gehört und mit meinem alten Nordmende-Kassettenrekorder aufgenommen hatte. Einfach nur schön ... Und "Late For The Sky" ist nach wie vor eine meiner Lieblingsplatten aller Zeiten.
(04.03.2006)
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Vashti Bunyan: "Lookaftering" (Fat Cat, Okt. 2005)
Eine britische Folksängerin, die nach 35 Jahren Pause ihr 2. Album veröffentlicht! Ich muss gestehen, dass ich bis vor kurzem noch nie was von der Frau gehört habe, auch die Wiederveröffentlichung des ersten, von Joe Boyd produzierten und mit Fairport Convention-Musikern eingespielten Album vor fünf (?) Jahren, ging komplett an mir vorbei. Jetzt habe ich aber zugegriffen und finde, dass das eine wunderschöne, ruhige Musik ist. Ob das jetzt tatsächlich die Klasse von Sandy Denny, Linda Thompson und Beverley Martyn hat, womit gerne verglichen wird? Keine Ahnung, wahrscheinlich nicht, was aber auch völlig egal ist.
Meist gibt es nur Gesang und Akustikgitarre, viel Klavier (vom mir unbekannten Produzenten Max Richter gespielt), ab und zu Streicher, Blockflöte, E-Gitarre oder Harfe. Die Dame hat viele Fans unter der neuen Generation der "Hippiefolker", von denen Devendra Banhart bei einem Lied zu hören ist. Von den alten Weggenossen ist aber nur Robert Kirby an Trompete und Waldhorn dabei, der legendäre Orchesterarrangeur der ersten beiden Nick Drake-Alben.
(17.12.2005)
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Hansen Band: "Keine Lieder Über Liebe" (Universal/Grand Hotel Van Cleef, Okt. 2005)
"Dürfen Schauspieler singen" (Teil 2). Jürgen Vogel darf das, trotz einer gar nicht so besonders tollen Stimme, genauso wie Julia Hummer, denn die "Hansen Band" spielt einen tollen Gitarrenrock (dabei sind "echte Musiker" von Kettcar und Tomte) und schreibt gute Songs, die mir sogar gefallen, obwohl sie in deutsch sind. Eigentlich eine reine "Retortenband", wie bei "Still Crazy" und "Almost Famous", denn sie wurde eigentlich nur für den (gleichnamigen?) Spielfilm gegründet, aber es wurde eine "richtige" Tournee mit "richtigen" Konzerten vor "echtem" Publikum gespielt. Soll toll gewesen sein und kann man im Film wahrscheinlich gut nachempfinden.
(30.12.2005)
Hawkwind: "Take Me To Your Leader" (Hawkwind Records, Okt. 2005)
Da bin ich jetzt schon ein bisschen stolz drauf: meine erste selbst gekaufte Langspielplatte, im zarten Alter von 14 Jahren, war "Space Ritual" von Hawkwind. Und nix von Slade, Sweet, Middle Of The Road oder T.Rex, die ich alle zuvor in einer kurzen und heftigen Phase zwar auch ganz gerne gehört habe und von denen ich auch einige Singles besa. Aber richtig los ging es bei mir eben mit Hawkwind, die ich im Gegensatz zu den anderen genannten Kapellen auch nach über 30 Jahren immer noch hören kann, ohne rot zu werden. Und das Schöne ist: die Junx um Dave Brock machen immer noch interessante Musik, immer noch diesen bekifften "Spacemetal" mit viel Synthesizern (die früher mal "Audio Generatoren" hieen und nur blubberten, die jetzt aber sicherlich auch bei Hawkwind digitalisiert sind).
Gibt's was Neues zur neuen Platte (die Nr. 37? Nr. 41? Nr. 55?) zu sagen? Eigentlich nichts. "Business As Usual" in der Minimalbesetzung der letzten Jahre, von deren Livequalitäten ich mich schon überzeugen konnte, mit Captain Brock an der Gitarre und den Keyboards, Alan Davey am Original-Lemmy-Rickenbacker-Bass und mit Orginal-Lemmy-Mikrophonständereinstellung (Kenner wissen, was ich meine!) und ebenfalls an den Keyboards und Trommler Richard Chadwick. Die Eröffnungsnummer "Spirit Of The Age" ist sogar eine Neuauflage eines Liedes der Band aus den späten 70ern (vom Album "Quark, Strangeness & Charm"), bei zwei Stücken hilft Ex-Mitglied Simon House an Geige und Keyboard aus, bei einem Lied "singt" Lene Lovich, bei zweien Arthur Brown ("Fire"). Es gibt sogar einen Saxofon-Spieler - aber leider heit der nicht Nik Turner.
Es bleibt die Frage: Ist die Platte gut? Oder relevant in heutigen Popmusikzeiten? Ist mir ziemlich egal, denn als einziger nicht kiffender bekennender Hawkwind-Fan habe auf jeden Fall meinen Spa bei der CD!
(21.10.2005)
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Curt Kirkwood: "Snow" (Little Dog, Okt. 2005)
Das Album steht schon seit November in meinem Plattenregal, aber damals war ich ein wenig enttäuscht bzw. unbeeindruckt. Jetzt hab ich es noch mal rausgekramt und in Ruhe gehört und finde es doch noch ganz schön. Und einem alten Helden muss man ja doch immer eine Extrachance geben. Mit Neil Young und Ryan Adams (OK. Ryan ist noch nicht so alt, sieht aber schon so alt aus!) war ich ja auch geduldig.
Curt Kirkwood kennen wahrscheinlich nicht viele von Euch mit Namen, denn als Sänger und Gitarrist der Meat Puppets hatte er zwar Insider-Kultstatus, war aber nie kommerziell erfolgreich. Ein groer Meat Puppets-Fan war auf jeden Fall Kurt Cobain, weshalb Curt & Kurt damals bei Nirvanas MTV-Unplugged-Konzert miteinander musiziert haben, was dann wohl sein kleiner Augenblick der groen Aufmerksamkeit war.
(12.01.2006)
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Tom Liwa: "Glauberg/California" (Normal/Return To Sender, Okt. 2005)
Zwar "nur" eine Mailorder-Only-Veröffentlichung außerhalb der Reihe, aber doch eine sehr schöne! Tom Liwa, einziger relevanter Popmusikkünstler aus Duisburg (wer faselt da was von Peter Bursch und Kim Merz?) und ehemaliger Kopf der Flowerpornoes liefert uns hier in 70 Minuten über 20 Lieder, wovon ungefähr die Hälfte von Randy California stammt, dem leider viel zu früh verstorbenen Sänger und Gitarristen der Band Spirit.
(17.12.2005)
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Jeb Loy Nichols: "Now Then" (Tuition, Okt. 2005)
Das neue Tuition-Label aus Mainz hat meine Hochachtung. Natürlich vor allem wegen der Go-Betweens. Aber eben auch weil sie einen alten Bekannten unter Vertrag haben, den ich im Oktober in Nürnberg zusammen mit meiner Lieblinxband live erleben konnte. Jeb Loy Nichols war mal in den 90ern Chef der Fellow Travellers, die eine unnachahmliche Mischung aus Country, Reggae und Soul spielten. Auch auf seinem neuen Soloalben ist das nicht viel anders: es haben sich höchstens die Akzente ein klein wenig weg aus Jamaika in Richtung Nashville bzw. Memphis verschoben. Mark Nevers von Lambchop hat in Nashville produziert, der legendäre Southern-Soul-Songwriter Dan Penn singt einmal und auch die liebreizende Lorraine Morley aus alten Fellow Travellers-Tagen ist zu hören. Schöne Platte.
(10.01.2006)
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"Dream Brother: The Songs Of Tim + Jeff Buckley" (Full Time Hobby, Okt. 2005)
Na, das passt jetzt aber wirklich gut! Kaum habe ich mit meinem alten Kumpel Frank Preuß beschlossen, dass wir ein kleines Tim Buckley-Cover-Projekt starten, gibt es auch schon eine neue Tribute CD! Nach "Sing A Song For You" von 2000 ist es meines Wissens nach auch erst die zweite Kompilation zu dem Thema. Und, wie der Name schon sagt, werden hier nicht nur Songs vom Vater, sondern auch vom Sohn interpretiert: Die Ähnlichkeiten von beiden in musikalischer und biografischer Hinsicht sind dermaen gro (und sollen hier nicht weiter ausgewalzt werden), dass ich mich wundere, warum bisher niemand auf diese Idee gekommen ist. Von den Beteiligten (weitestgehend britischen?) Künstlern und Bands sind mir eigentlich nur The Magic Numbers und Kathryn Williams geläufig, aber alle Beiträge sind gut oder klingen zumindest interessant. Von den 7 Liedern des Vaters werden Frank und ich am 10.12.2005 im Weseler JZ Karo übrigenz auch drei spielen: "I Must Have Been Blind", "Song To The Siren" und "Buzzin' Fly".
(13.11.2005)
Edith Frost: "It's A Game" (Drag City, Nov. 2005)

Ein Spontankauf nach Studium der neuesten Ausgabe des Rolling Stone: viel wei ich über die Dame nicht, nur dass sie (wie viele andere Musiker) in Austin/Texas zu hause ist und beim gleichen Label wie Will Oldham alias Bonnie "Prince" Billy und Bill Callahan alias Smog veröffentlicht. Was kann man hören? Wie nicht anders zu erwarten, etwas spröden, aber trotzdem sehr schönen Singer/Songwriter-Stoff, der dann tatsächlich ein wenig so klingt, als wäre Will Oldham eine Frau und könnte wirklich singen. Das meine ich jetzt durchaus als Kompliment.
(17.12.2005)

Na ja - je öfter ich die CD höre, desto spröder wirkt das Ganze. Irgendwie langweilig. Und genauso wie bei Cat Power muss ich fragen: Wo sind blo die guten Melodien?
(19.03.2006)

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Guru Guru: "In The Guru Lounge" (SPV/Revisted, Nov. 2005)

Vor Mani Neumeier habe ich absolute Hochachtung. Er ist bereits 65 Jahre alt und nach wie vor Deutschlands bester Rocktrommler. Seine Band Guru Guru besteht, wenn man gelegentliche kreative Pausen unterschlägt, bereits seit 1968 und produziert immer noch spannende Rockmusik. Vielleicht nicht mehr so relevante wie in den frühen 70ern, aber deutlich bessere als alle anderen überlebenden deutschen Bands aus jenen vergangenen "Krautrock"-Zeiten. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an das Rockpalast-Krautrock-Special vom letzten Jahr? Guru Guru waren stark und witzig wie immer, Birth Control (die ja nie mein Ding waren, auch wenn ich selbstverständlich "Gamma Ray" toll finde!) überraschend gut oder zumindest richtig gut rockend, der Rest eigentlich nur peinlich: Epitaph (schlechte Altherrenrocker), Amon Düül II (Renate Knaup-Krötenschwanz' Gesang tat in den Ohren weh!), Jane (mega-peinlich wie immer) und Karthago mit einem spielfreudigen (?) Ingo Bischoff, der irgendwie auf Herbie Hancock machte und vielleicht besser zu Guru Guru gepasst hätte (wo er ja auch mal mitgemischt hat) und einem eher altbackenen Joey Albrecht, bei dem die Gitarrengottpose nicht mehr so toll wirkte ohne seine lange blonde Matte.

Ach, was bin ich wieder gemein - und deshalb zurück zum eigentlichen Thema: Das neue Guru Guru-Album müsste wohl ungefähr das 25. sein, aber da fehlt mir der Überblick. Mani Neumeier hat seit einigen Jahren eine konstante Besetzung mit ein paar Ehemaligen zusammen: Saxofonist/Gitarrist Roland Schaeffer, Bassist Peter Kühmstedt und Gitarrist Luigi Archetti. Zusammen spielen sie eine vollkommen eigenständige Musik, die irgendwo zwischen Rock, Jazz, Witz und Trance liegt. Klingt vielleicht komisch. Ist aber so.
(25.12.2005)

Bobby Hebb: "That's All I Wanna Know" (Tuition, Nov. 2005)
In Düsseldorf (!) mit deutschen Jazzern aufgenommenes und beim aktuellen Label der Go-Betweens veröffentlichtes Spätwerk des Komponisten von einem der grten Hits aller Zeiten, natürlich "Sunny". Dass dieses hier erst sein drittes Soloalbum ist (sein Debütalbum "Sunny" stammt immerhin bereits von 1966!) kann man höchstens dadurch erklären, dass er mit diesem Lied vielleicht genug verdient hat. Oder damit, dass er selber zwar nicht schlecht singt, aber dann doch nicht so gut wie die ganzen Leute, die "Sunny" in den letzten 40 Jahren gecovert haben (nachzuhören hier in einer neuen Duettversion mit der mir unbekannten Astrid North). Oder damit, dass er als Farbiger Sänger und Songschreiber aus Nashville mit Wurzeln in Country und Soul leider zwischen allen Stühlen sitzt und nirgendwo richtig in die Schublade passt. Trotzdem ist das hier eine schöne, leicht altmodische Soulplatte. Und leider die einzige, die von ihm zur Zeit auf dem Markt ist.
(23.09.2006)
Wilco: "Kicking Television - Live In Chicago" (Nonesuch, Nov. 2005)
Ein gerade erst erschienenes Livealbum direkt auf meiner Seite "LiveClassics" zu ehren wäre vielleicht etwas verfrüht, aber die Platte ist wirklich toll: zum einen klingt sie unglaublich gut, um anderen spielt die Band ausgesprochen gut. Das ist definitiv keine Alibiveröffentlichung zum Vertragsende oder eine überflüssige Nettigkeit für das Weihnachtsfest...
(08.12.2005)
Brandi Carlile (Columbia/Red Ink, Juli/Dez. 2005)
Auf das Debütalbum der jungen Sängerin aus der Gegend um Seattle bin ich über Glitterhouse gestoen, wo das Album als US-Import seit Dezember angeboten wird, allerdings stammt es wohl schon vom Sommer des mittlerweile vergangenen Jahres, wobei die Lieder sogar bereits im Jahr 2004 aufgenommen wurden. Da die Platte WIRKLICH GUT ist, wei ich im Moment noch gar nicht, ob sie nicht sogar noch ihren Platz in der Bestenliste 2005 finden sollte. Oder sogar erst in 2006, wenn das Album hier vielleicht doch noch "richtig" veröffentlicht wird? Na ja - ich denke, dass das völlig unwichtig ist gegenüber der schönen Musik, bei der sich aller Kritiker (zu recht) wundern, wie eine so junge Dame mit ihrer Band als Debüt etwas dermaen zeitloses, abgehangenes, unspektakuläres und perfektes hinbekommen konnte...
Die Musik ist, wie schon angedeutet, "klassische" Singer/Songwriter-Musik, die ihre Wurzeln im Country der 60er und Pop der 70er hat. In Brandis Stimme kann man neben ihrer Liebe zu Patsy Cline aber auch Einflüsse "modernerer" Rockmusik hören. Vergleich mit Jeff Buckley und Thom Yorke aufgrund der ähnlichen Gesangsphrasierung sind da gar nicht so abwegig, auch wenn es hier nie wie bei Radiohead klingt. Schaun wir mal, wie diese Platte noch wächst ...
(08.01.2006)
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Hobotalk: "End Of Another Day EP" (Dez. 2005)

Hier muss jetzt mal ein bischen Werbung gemacht werden! Diese "Zwischendurch-Mini-CD" wird ab kommendem Monat über die Homepage der Band erhältlich sein. Eurer Wäppmeister ist allerdinx schon seit dem Auftritt der Band in Nürnberger K4 vom vergangenen Oktober stolzer Besitzer eines handsignierten Exemplars, denn Marc Pilley hatte schon ein paar "handgefertigte" CDs dabei.
5 neue Lieder gibt es zu hören, keines davon findet sich bereits auf dem aktuellen Album "Notes On Sunset", und für die nächste CD, auf die wir nicht wieder 5 Jahre warten müssen, da die Aufnahmen bereits im kommenden Frühjahr beginnen sollen, wird es sicherlich wieder ganz anderes neues Material geben, da Marc Pilley nicht nur ein sehr guter, sondern auch ein sehr fleiiger Songschreiber ist.
(22.11.2005)

Die CD bitte hier bestellen: www.hobotalk.com

Mist: "Bye Bye" (Astro, 2005)

Tja - eine wirklich ungewöhnliche Entdeckung! Mist stammen aus Holland und machen irgendwie - man traut es sich kaum zu sagen oder weiter zu spezifizieren - Rockmusik, bzw. sind das Bandvehikel des Singer/Songwriters Rick Treffers. Entdeckt habe ich Mist beim Stöbern im Internet, wobei ich nicht mehr wei, wonach ich damals eigentlich gesucht hatte. Ich betone "damals", weil es locker mehrere Monate gedauert hat, bis die CD nach der Bestellung in einem einigermaßen günstigen Webshop endlich bei mir eingetrudelt ist.
In Deutschland scheint die Band auch kaum jemand zu kennen: bei Amazon gibt es zwar eine euphorische (aber einsame) Kundenbesprechung und einen Verkaufspreis von deutlich über 2o Oiros für die in Spanien veröffentlichte CD. Der Media-Player gibt als Stil "Soul And R&B" an, was nur sehr entfernt zutrifft. Wenn überhaupt. Auch der "All Music Guide" faselt was von "R&B" und "Northern Soul". Aber alles ziemlicher Quatsch: bleiben wir doch einfach bei Rockmusik! Und zwar ganz ausgezeichneter!
(25.05.2008)

PS: Vielleicht liegt's mit dem fehlenden Bekanntheitsgrad in Deutschland ja am Namen der Band? Immerhin ist er für deutschsprachige Ohren nicht ganz so irritierend wie z.B. der des amerikanischen Gitarristen Richie Kotzen. Und wieder gibt es ein paar Punkte beim Zoten-Limbo!

Laura Cantrell: "Humming By The Flowered Vine" (Matador, 2005)
Diese schöne Platte hatte ich fast übersehen! Vor etwa zwei Jahren war mir das damals ebenfalls nicht mehr neue Album "When The Roses Bloom Again" von 2002 ja ebenfalls schon verspätet aufgefallen, aber "Humming By The Flowered Vine" tauchte dann leider nicht auf meinem Radar auf. Jetzt habe ich es zu einem relativ günstigen Preis gefunden und spontan eingepackt: tolle Songs (50% Eigenes, dazu Lieder von Lucinda Williams, Dave Schramm und anderen, mir meist unbekannten Autoren), eine wunderschöne Instrumentierung, irgendwo zwischen Folk und Country, aber vor allem eine der schönsten Stimmen, die mir in letzter zeit untergekommen sind.
(17.06.2007)
William Fitzsimmons: "Until When We Are Ghosts" (2005)
Das Debtalbum, komponiert, aufgenommen und verffentlicht in Eigenregie von William, nur mit ein klein wenig Untersttzung durch Chorgesang von Stacy Simmerman.

"In the early parts of 2005 I felt strangely stirred and compelled to write songs for the first time in my life, although I had never done so before. The following collection is the result of that effort.
Though the songs were never originally meant to become an abum, over time the themes linking them together became too salient to ignore.
These songs wre written from the point of fear for what might happen, and hope fpr what could be. Enjoy."

(17.01.2009)
Michael Penn: "Mr. Hollywood Jr., 1947" (Mimeograph, 2005 * Sony, 2007)
Natürlich mag ich ihn nicht, weil er bis auf zwei Buchstaben genauso heißt wie ich oder seine Frau Aimee sogar den gleichen Nachnamen trägt, sondern weil es sich um einen ganz fantastischen, leider völlig unterbewerteten Singer/Songwriter handelt. Sein aktuellstes Album stammt leider auch schon wieder von 2005, wurde aber immerhin zwei Jahre später mit einer Bonus-CD mit Liveaufnahmen und einem schönen Video wiederveröffentlicht. Aber auch dieses Paket wird bereits schon wieder für knapp 10 Oiris beim Internethändler meines Vertrauens verramscht. Freut mich als Käufer, hat der Mann aber natürlich nicht verdient.
Noch ein paar Worte zur Musik? "Homerecording" auf allerhöchstem Niveau und in der gleichen Spielklasse wie seine Frau. Die beiden sollten mal was zusammen veröffentlichen!
(08.09.2009)
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Erstellt: 07.07.2005 Letzte Aktualisierung: 04.09.2016 21:00 24491 Besucher seit dem 07.07.2005
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