| Don Was & The Pan-Detroit Ensemble: "Groove In The Face Of Adversity" (927 Records & Tapes, Okt. 2025) |
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| M. Walking On The Water: "e" (Fuego, Feb. 2026) |
Ein neues Album der besten Band vom linken Niederrhein ist immer eine Freude für mich, auch wenn "e", so der Name des neuen Albums ("e" wie "Esel" und natürlich der fehlende Buchstabe im letzten Album "Lov" von 2021), mein bislang teuerstes Album ist: 40 Oiros plus Versandkosten sind schon eine echte Hausnummer, dafür halte ich aber jetzt die von Markus Maria Jansen unterschriebene Nummer 71 von 300 in der Hand. Die Kosten des Albums sind wahrlich auch deswegen so hoch, weil die Platte in einer spektakulären Fellhülle steckt. Das Fell ist natürlich nicht vom Esel auf dem Cover, sondern sicherlich total vegan. Allerdinx weiß ich jetzt noch nicht so genau, wie ich das Album nach dem Hören bei mir im Plattenregal verstauen soll. Aber das ist natürlich ein spiessiges Detailproblem meinerseits und kann/soll den Junx aus Krefeld völlig egal sein.
Die Musik? Der von den M.'s gewohnte Polkarock auf höchstem Niveau mit durchweg guten, neuen Songs, eingespielt live im Studio (vor Eingeweihten?) in der klassischen Besetzung, die in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder zusammenkommt, um die beiden Sänger und Gründungsmitglieder Markus Maria Jansen und Mike Pelzer. Ich mag das sehr. Und jetzt grüble ich schon wieder, wie ich die Platte später mal wegsortieren soll ... da kann ich wohl nicht raus aus meiner Haut! (2026-02-14)
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| Lucinda Williams: "World's Gone Wrong" (Thirty Tigers/Highway 20, Jan. 2026) |
Protestlieder sind nicht unbedingt meine Sache, sei es als Hörer oder als Songschreiber. Da ist immer die Gefahr, dass man etwas kreiert, das keine grosse Haltbarkeit hat und schnell "dated" wirkt. Andererseits ist da ein Bedürfnis nach solchen Liedern, vielleicht nicht um die "Bösen" zu überzeugen, sondern um den "Guten" Trost zu spenden. In den letzten Jahren bin ich als Songschreiber einem tagespolitischen Bezug immer aus dem Weg gegangen. Zwar kommt in meinem Lied "Strange Times" vom letzten W4L-Album "Rain Meditations" ein "yellow faced trickster" vor und jeder wird wissen, wer gemeint ist. Allerdings hatte ich das Lied bereits 2020 geschrieben - und damals kam mir der gelbgesichtige Betrüger noch nicht annähernd so schlimm vor wie in letzter Zeit. Auch auf der neuen W4L-CD wird es ein Lied geben, bei dem ich versucht war, es zu einem Protestlied zu machen, aber im "Elbow Song" habe ich es dann doch bei der Symbolik von "A hard wind is blowing from the cold, cold east, And one is coming from the west" belassen.
Trotzdem finde ich Protestlieder wichtig, die sagen, was Sache ist. Zurück also zu Lucinda Williams: vor wenigen Tagen habe ich auf YouTube ein Video gesehen, in dem Lucinda Williams mit ihrer Band das am selben Tag erschienene neue Album komplett live spielt und über die Lieder spricht - und ich war beeindruckt. Von der Kraft und Spielfreude der Band und besonders von der Stärke von Lucinda, die da tapfer und kraftvoll, trotz eines offensichtlichen gesundheitlichen Handicaps (Schlaganfall?), gegen alles Üble ansingt, aus dem die Welt und besonders die USA im Moment wohl bestehen. Das klang alles so überzeugend, dass ich mir nach längerer Pause mal wieder ein neues Lucinda-Album gegönnt habe. Bevor mich die Platte dann vor wenigen Tagen erreicht hat habe ich aber leider einige Kritiken gelesen und gehört (auch auf YouTube), wo die Platte schlecht bis mäßig wegkommt und ich war natürlich ein wenig in Sorge, denn auch ich habe tatsächlich ein paar Lucinda-Alben aus den letzten Jahren im Plattenschrank, die ich nicht besonders gut finde. Jetzt läuft das Album bei mir zu hause - und ich finde es große Klasse. Die Band ist auf den Studioversionen genau so gut und kraftvoll wie in der angesprochenen Liveperformance (die Gitarristen Doug Pettibone und Marc Ford, der Hammondspieler Rob Burger, Bassist David Sutton und Trommler Brady Blade), die gelegentlichen Gäste machen einen guten Job, zum Beispiel bei der gelungenen Bob-Marley-Coverversion von "So Much Trouble In The World", wo Mavis Staples Lucinda NICHT an die Wand singt (wie in einer Kritik behauptet wird). Norah Jones unterstützt bem der letzten Nummer "We've Come Too Far To Turn Around" sehr schön am Klavier und mit zweiter Stimme. Ein Lied ("Low Life") hat Lucinda zusammen mit den drei Musikern der angesagten Indie-Folk-Band Big Thief komponiert. Allerdings waren Adrienne Lenker, Buck Meek und James Krivchenia im Studio nicht dabei. Das wäre vielleicht schön gewesen, spielt aber eigentlich keine Rolle. Stattdessen ist dort der legendäre Mickey Raphael (von Willie Nelsons Band) mit ein paar schönen Tönen auf der Bluesharp zu hören. Insgesamt eine gute Platte mit Protestliedern, die auf jeden Fall das Potential hat, uns in diesen schlechten Zeiten ein wenig Kraft und Trost zu geben. (2026-02-08)
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| Jeb Loy Nichols: "This House Is Empty Without You" (Timmion, Dez. 2025) |
Schade, dass das neue Album des ehemaligen Masterminds der Fellow Travellers erst im Dezember 25 herausgekommen ist und ich auch erst im Januar 26 darauf aufmerksam geworden bin! Es hätte durchaus eine Chance in meiner Jahresliste gehabt - aber es ist wie es ist. Jeb führt wie immer das beste aus Folk und Soul zusammen, wieder in Finnland zusammen mit der tollen Hausband Cold Diamond & Mink vom Timmion Label, so wie schon vor ein paar Jahren beim Album "Jeb Loy".
(2026-02-08)
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(2026-02-21)