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Michaels aktuelle Plattentipps

Die ersten Platten des aktuellen Jahres sind wegsortiert und findet Ihr hier!
(24.03.2019)

Brainticket: "Past, Present & Future" (Cleopatra/Purple Pyramid, 2015 * Juni 2018)
In in den frühen 70ern gehörte das Album "Psychonaut" zur Standardausstattung in vielen Kiffer- und Hippiehaushalten. Das Cover hatte mich damals bereits schwer beeindruckt, die Musik hatte ich aber erst später für mich entdeckt. Der belgische Organist und Flötist Joel Vandroogenbroeck (was für ein Name!) ist einzige Konstante in den Besetzungslisten der Band, die damals in der Schweiz bzw. Süddeutschland ihr Aktivitätszentrum hatte und deshalb wohl auch unter "Krautrock" einsortiert wurde. Inzwischen lebt der Mann wohl in den USA und hat mit Unterstützung von Musikern der Band Hedersleben vor ein paar Jahren dieses von mir bislang übersehene Album aufgenommen, das ich aber kürzlich als Doppelvinyl beim Onlinehändler meines Vertrauens erwerben konnte. Ein wirklich tolles Album, das nahtlos an alte Großtaten anknüpft. Hippienostalgie? Klar - aber gerne doch!
(2019-07-05)
[Psychonaut | Nik Turner | Hedersleben]
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Faye Webster: "Atlanta Millionaires Club" (Secretly Canadian, Mai 2019)
Wegen des Covers ist mir die Platte wohl nicht aufgefallen, sondern weil ich beim Youtube-Herumdaddeln bei einem gemeinsamen Liveclip von Faye und ihrer Labelkollegin Stella Donnelly gut gefallen hat. Die Musik erinnert mich an Lambchop, die ebenfalls eine wunderbare Verbindung von Country (die allgegenwärtige Pedal Steel) und Soul (die Grooves und besonders das E-Piano) hinbekommen. Nur klingt Faye natürlich nicht wie Kurt Wagner.
(2019-07-01)
[Lambchop]
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Aldous Harding: "Designer" (4AD, April 2019)
4AD als aktuelles und Flying Nun als altes Plattenlabel, dazu John Parish als Produzent: da bin ich natürlich neugierig geworden auf das neue Album der neuseeländischen Sängerin und Songschreiberin ...
(2019-06-30)
[Flying Nun]
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Chris Robinson Brotherhood: "Servants Of The Sun" (Silver Arrow, Juni 2019)
Die Band um Ex-Black Crowes Sänger Chris Robinson und den Gitarristen Neal Casal ist extrem fleißig: seit dem 2012er Debüt "Big Moon Ritual" ist "Servants Of The Sun" bereits das siebte Studioalbum, dazu kommen mehrere Livealben, die ich aber nicht kenne. Bei der CRB-Truppe wird gerne die große Nähe zu den Vorbildern von den Grateful Dead hervorgehoben. Durchaus zu Recht, aber ob das auch immer passt? Der Mann vom All Music Guide sieht hier Ähnlichkeiten zum Spät70er-Werk der Dead namens "Shakedown Street" und findet dass "the Grateful Dead got bogged down by their flirtations with funk and disco", während die "CRB ... a bit too sharp and weathered to repeat that mistake" sei. Nun ja - ich finde, dass die Dead da keinesfalls festgefahren waren, denn trotz Disco-Funk-Anleihe sind "Terrapin Station" und "Shakedown Street" tolle Alben. Außerdem ist die CRB weder "zu scharf" noch "zu verwittert", um diese angeblichen Fehler zu wiederholen. Rezensentengeschwätz, was sich aber eben gut liest. Im Übrigen habe ich erstmals bei der CRB auf das Vinyl verzichtet und mir nur die CD angeschafft, die mit knapp 16€ weniger als die Hälfte gekostet hat.
(2019-06-28)
[The Black Crowes | Neal Casal | Terrapin Station | Shakedown Street]
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Nik Turner: "The Final Frontier" (Cleopatra/Purple Pyramid, April 2019)
Hawkwinds legendärer Saxofonist Nik Turner macht auf seine alten Tage (fast 80 ist der Mann!) die bessere Hawkwind-Musik als sein alter Kumpel Dave Brock, unterstützt von den Musikern der Band Hedersleben, die zwar nicht aus dem Harz stammen, aber dort ihre Retro-Spacerock-Band gegründet haben.
(2019-06-25)
[Hawkwind | Hedersleben]
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Bill Callahan: "Shepherd In A Sheepskin Vest" (Drag City, Juni 2019)
Bill Callahan gehört für mich inzwischen in die Reihe von Künstlern, von denen ich mir ungehört das neue Album anschaffen kann, ohne Angst vor einem Fehlkauf haben zu müssen. Da ich ja gerade mit meiner W4L-Gang selber im Studio bin, fällt mir auch hier an "Shepherd ..." ein wunderbares Detail dieser Produktion auf: athmosphärische, live eingespielte Basictracks, bestehend aus den Akustikgitarren von Bill und seinem Langzeitpartner Matt Kinsey und dem Bass von Studiotüftler Brian Beattie, gelegentlich ergänzt von Schlagwerk oder einer Steelgitarre. Danach haben sich Bill und Brian hingesetzt und einige geschmackvolle, aber nie übertriebene Overdubs eingespielt, meist mit alten, analogen Tasteninstrumenten. Ich bin mal gespannt, was wir das selber so hinbekommen ...
(2019-06-21)
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Calexico / Iron & Wine: "Years To Burn" (City Slang, Juni 2019)
Nach fast 15 Jahren konnten Sam Beam (Iron & Wine) und das Calexico-Duo Joey Burns und John Convertino ihre Zusammenarbeit wieder aufnehmen und waren im vergangenen Dezember für vier Tage in Nashville im Studio, unterstützt von ein paar Musikern aus ihren jeweiligen Tourbands (Bassist Sebastian Steinberg und Keyboarder Rob Burger von Iron & Wine, sowie Trompeter Jacob Valenzuela und Steelgitarrist Paul Niehaus von Calexico). Eine gute Platte mit Ansage kam dabei heraus.
(2019-06-16)
[Calexico | Iron & Wine]
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Stella Donnelly: "Beware Of The Dogs" (Secretly Canadian, März 2019)
Das gelungene Langspiel-Debüt der jungen australischen Sängerin und Songschreiberin bei einem der zur Zeit nach meinem Geschmack besten US-Labels (u.a. Damien Jurado und The War On Drugs), irgendwo zwischen Folk und Pop und immer sehr charmant ...
(2019-06-16)
[Damien Jurado | The War On Drugs]
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Flying Lotus: "Flamagra" (Warp, Mai 2019)
Steven Ellison ist der Neffe von Alice Coltrane und einer der begabtesten Produzenten im Grenzbereich Jazz/Hip Hop. Ich habe ansonsten mit "Drumcomputermusik" ja wenig bis nichts zu tun, aber hier bin ich, wie schon beim Vorgängeralbum "You're Dead" begeistert. Wie immer mit seinem Kumpel Thundercat an der Riesenbassgitarre mit viel zu vielen Saiten für Normalsterbliche.
(2019-06-06)
[Alice Coltrane | Thundercat]
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JD Souther: "Tenderness" (CD: Sony Masterworks, Mai 2015 * Vinyl: Music On Vinyl, Dez. 2015)
Singer/Songwriter-Pop auf allerhöchstem Niveau mit viel Jazzgefühl - sagt der Fan dazu. Andere würden das vielleicht Fahrstuhlmusik oder sogar YACHTROCK oder AOR nennen. Mir ist das egal, denn ich mag seine Stimme und seine Lieder. In den 70ern war er Sidekick der Eagles und als Songschreiber für viele Leute aktiv, u.a. Linda Ronstadt. Nach einer langen Pause ist "Tenderness" bereits sein drittes Album, das ich fast verpennt hätte! Produzent Larry Klein hat das alles grandios inszeniert und mit seiner Hausband einspielen lassen, dazu kamen ein paar seiner anderen Klienten mit gelungenen Gastauftritten: Jazzsängerin Lizz Wright und unser heimischer Trompetenstar Till Brönner.
(2019-05-19)
[Eagles | Linda Ronstadt | Lizz Wright | Till Brönner]
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The Apartments: "Live At L'Ubu" (Talitres/Riley, April 2019)
Peter Walsh mit großer Besetzung live in Frankreich, kurz nach der Veröffentlichung des letzten Studioalbums "No Song, No Spell, No Madrigal", gab es kürzlich als limitiertes und nicht gerade billiges Doppelvinyl beim Record Store Day. Dort bin ich natürlich nicht gewesen: ich bin zwar oft Samstags im Plattenladen, aber nicht dann, wenn zweimal im Jahr die Jäger der künstlich erzeugten zukünftigen Sammlerstücke diese Orte überfallen. Zu meinem Glück fanden aber nicht alle der 1000 Exemplare an diesem Tag im April ein neues Zuhause, sodass ich die Platte jetzt ganz regulär bei meinem Onlinehändler des Vertrauens bestellen konnte. Und noch etwas zur Musik: Peter Walschs Lieder sind natürlich über jeden Zweifel erhaben, aber eingespielt von einem 7köpfigen Ensemble, mit brillantem Sound aufgenommen und gepresst auf schwarzem Gold ist das natürlich noch einmal eine ganz andere Sache. Dafür kann man(n) dann doch ab und zu mal knapp unter 30 Oiro ausgeben.
(2019-05-19)
[No Song, No Spell, No Madrigal]
The Pearlfishers: "Love & Other Hopeless Things" (Marina, April 2019)
David Scott aus Schottland (woher sonst?) hat mit seiner Band schon einige Kostbarkeiten beim Hamburger Label herausgebracht. Musik in der Brian-Wilson-Tradition, die ich mir bei Neuerscheinung ungehört kaufen kann - Enttäuschung ausgeschlossen. Leider soll das die letzte Veröffentlichung vom wunderbaren Label Marina gewesen sein, was natürlich sehr schade. Wahrscheinlich kann man mit solchen Perlen kein Geld verdienen - ich entschuldige mich natürlich für das platte Wortspiel.
(2019-05-05)
[Brian Wilson | Caroline Now! The Songs Of Brian Wilson And The Beach Boys]
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