Waiting For Louise: Ugly Cover - Fine Music 

Zurück Ugly Covers Unten

Hier möchte ich Platten vorstellen, wo sich hinter einem sehr hässlichen Cover (mehr oder weniger) wunderschöne Musik versteckt. An vorderster Front sind dabei erstaunlicherweise immer wieder Richard Thompson und die Grateful Dead zu finden! Herr Thompson scheint in Punkto Layout ziemlich schmerzfrei zu sein. Trotzdem einer meiner Helden!
(20.06.2006)


frische Ware ...

Nucleus: "Snakeships Etcetera" (Vertigo, 1975)
Feinster britischer Jazzrock der Band des Trompeters Ian Carr, die so ein blödes Cover eigentlich nicht nötig haben. Einziger Trost: die Rückseite sieht noch schlimmer aus (bitte mit der Maus über das hübsche Bild ...).
(15.03.2017)

mehr davon ...

Michael Chapman: "Life On The Ceiling" (Criminal, 1978)

"Chapman in fine form, with the aid of regular bassist Rick Kemp and drummer Dave Mattacks. There are a few synthesizer frills here and there, but these are kept fairly low key in favor of accenting the guitars. Chapman's playing, as always, is top-notch, with the instrumental "Lescudjack" and "Theme From the Movie of the Same Name" providing a snappy showcase for his skills. The songs on display range from slow ballads to the snappy country variant of the title track, all of them played well and eminently listenable. Given the more attractive elements of Chapman's music, it's a surprise he hasn't found more success over the years." (Steven McDonald, All Music Guide)

Und natürlich kein besonders schönes Cover. Sexismus für Anfänger. Oder ist mir da eine versteckte Botschaft entgangen? Es hat vor allem nichts mit der - wie immer - vorzüglichen Musik eines der verkanntesten englischen gitarrenspielenden Sänger und Songschreiber zu tun ...
(07.06.2008)

Jerry Garcia: "Reflections" (Round, Febr. 1976)
mehr über "Reflections" Eine Gitarre statt einem Kopf. Auch toll. Ich vermute mal, dass Jerry die Vermarktung seiner Solowerke recht wenig interessiert hat. Sonst wären sicherlich nicht manchmal solch hässliche Zeichnungen auf dem Cover gelandet. Aber die Musik ist schön. Jeweils zur Hälfte mit den Grateful Dead und der Jerry Garcia Band eingespielt.
(23.03.2008)
Jerry Garcia: "Run For The Roses" (Arista, Nov. 1982)

mehr über "Run%20For%20The%20Roses" Zum Cover von Jerrys letztem Studio-Soloalbum fällt mir leider gar nichts ein. Keine Ahnung, was uns das sagen soll. Die Musik ist leider auch nur mittelprächtig, u. a. eine Version von Dylans "Knocking On Heaven's Door", zwar nicht so furchtbar wie die von Guns'n'Roses, aber eben doch viel zu lang, sowie mit "I Saw Her Standing There" ein bizarres Beatlescover mit einem mehr als heftigen Hohner-D6 (Ihr kennt doch sicherlich Stevie Wonders "Superstition"?), gespielt von Michael Omartian.
(23.03.2008)

Ich muss mein Urteil etwa revidieren: mit "Midnight Getway" enthält das Album auch einen der allerbesten Garcia/Hunter-Songs überhaupt, wie ich jetzt einmal behaupten möchte: über fast 8 Minuten wird sehr plastisch erzählt und musikalisch untermalt, wie der Protagonist mitten in der Nacht von seiner Freundin verlassen wird - von ihrem Rascheln beim Hervorschlüpfen unter der Bettdecke, über das Klimpern der Schlüssel beim Verlassen des Hauses und ihrem Zögern auf der Treppe, bis zum immer leiser werdenden Motorgeräusch ihres Wagens beim Wegfahren - während er wie gelähmt liegen bleibt, sich zuerst schlafend stellt und sich allmählich fragt, ober er aufstehen soll, um sie zurückzuhalten - und ob sie das überhaupt möchte. Großes Ohrenkino! Keine Ahnung, warum ich dieses Lied bisher immer übersehen bzw. überhört habe!
(05.02.2010)

Golden Smog: "Another Fine Day" (Lost Highway, Juli 2006)
Nebenprojekt der Jayhawks-Musiker Gary Louris und Marc Perlman, zusammen mit Dan Murphy (Soul Asylum), Kraig Johnson (Run Westy Run) und Jeff Tweedy (Wilco). Selbstverständlich ist die Musik viel besser als das Cover.
(24.08.2006)
The Grateful Dead: "Go To Heaven" (Arista, 1980)
Sicherlich ist dieses Cover eines der strittigsten auf dieser Themenseite, denn man kann trefflich darüber debattieren, ob das Cover jetzt wirklich hässlich oder einfach nur ironisch gemeint ist. Außerdem gibt es viele Deadheads, die diese Platte musikalisch schlecht finden. Ich dagegen mag sie sehr, vor allem wegen "Althea", dem schönsten Lied der Essener Rockpalastnacht mit den Dead.
(20.06.2006)
The Grateful Dead: "Rockin’ The Rhein With The Grateful Dead" (Rhino, Juni 2004)

Eigentlich fühle ich mich mit Liveaufnahmen meiner Lieblinxkapelle schon längst übersättigt. Und so hart drauf wie die (echten?) Deadheads, die ich unlängst in Plauen beim "PITB6" erleben konnte, war ich nie. Mir waren immer die beiden semi-akustischen, songorientierten Alben "Working Man's Dead" (über das von einem der Cops in der Serie "Nash Bridges" gerade vor wenigen Tagen in der x. Wiederholung auf VOX so schön philosophiert wurde) und "American Beauty" lieber, als die 39. Live-Version von "I Know You Rider" oder "Dark Star" im Plattenschrank zu haben. Vereinzelt habe ich mir dann auch mal eine der "Dick's Picks"-CDs gekauft - und hab sie nach 1 bis 2 mal hören zumeist schon in mein Archiv überführt ("From The Vaults ... Into The vault") , wofür diese CDs dann doch ein bisschen zu teuer sind.
Trotzdem habe ich mir diese Neuveröffentlichung vom Düsseldorfer Auftritt vom 24.04.1972 aus der Rheinhalle (=Philipshalle?) gekauft- und finde sie trotzdem sehr, sehr schön! OK - das Cover ist eine ausgemachte Scheußlichkeit (wer denkt sich so was aus? Ami-Fantasien über Deutschland?), aber alles klingt richtig gut (von den originalen 16-Spur Tapes gemixt und durch HDCD-Mastering tontechnisch aufgefrischt). Die musikalischen Highlights sind sicherlich das dreiviertelstündige "Dark Star", mit einem kurzen "Me And My Uncle" in der Mitte, und die exzellente Version des Rascals-Klassikers "Good Lovin´" (den ich mit den Rusty Nails immer gerne gespielt habe und bei unserem Revivalkonzert am 17.07.2004 auch wieder singen werde!) mit einem gut aufgelegten Pigpen (der leider kurz drauf verstarb) und der mit dieser CD-Box wohl besonders gewürdigt werden soll.
(02.07.2004)

Guru Guru: "Hinten" (Ohr, Juli 1971)
Für viele Leute nicht erste Wahl, wenn's um Guru Guru geht, da auf der ersten Platte "UFO" experimenteller und danach kommerzieller gearbeitet wurde. Ich habe die Platte mit dem tollen (?) Männerarsch schon seit 1974: keine Ahnung, wie ich damals mit 15 auf diese Musik gekommen bin! Hoffentlich nicht wegen des Covers. Auf jeden Fall eine der Sternstunden des "Space-Gitarren-Trio-Rocks".
Danny O'Keefe: "Breezy Stories" (Atlantic, 1973)
Ein schreckliches Cover, aber eines der besten Alben eines der unterbewertetsten amerikanischen Singer/Songwriter. Dieses mal wurde in New York mit absoluten Topmusikern aufgenommen: u. a. Dr. John und Donny Hathaway am Piano, den Gitarristen Hugh McCracken und David Bromberg, den Schlagzeugern Bernard Purdie und Steve Mosley, den Bassisten Richard Davis, Kenny Edwards und Hugh McDonald, Perkussionist Airto Moreira, den Bluegrass-Spezialisten Kenny Kosek (Fiedel) und Andy Statman (Mandoline). Produziert wie beim Vorgängeralbum "O'Keefe" vom legendären Arif Mardin. Trotzdem liess sich der Erfolg von "Good Time Charlie Got The Blues" nicht wiederholen.
(20.06.2006)
Man: "Call Down The Moon" (Hypertension", Nov. 1994)
Dieses Cover schreit ganz laut: ich bin eine billige Platte und gehöre auf den Wühltisch!!! Dabei handelt es sich doch um ein schönes Spätwerk meiner alten waliser Helden!
(20.06.2006)
Van Morrison: "Pay The Devil" (Polydor/Exile, März 2006)
Eigentlich wollte ich diese Platte ja ignorieren - nicht weil Van The Man auf einmal Country-Songs nachspielt, denn so was kann ich im Allgemeinen ganz gut verkraften, sondern weil die letzten zwei, drei Alben einfach nur langweilig waren und das Cover vom neuen Werk "Pay The Devil" in seiner "Farbenpracht" meinen Augen weh tut. Trotz so toller Songs wie Rodney Crowells oft gecovertes "Till I Gain Control Again" hat mich der erste Hörversuch im Plattenladen auch nicht neugieriger gemacht. Aber vielleicht hätte ich ja auch das Cover aus der Hand legen sollen. Inzwischen habe ich mir das Album mal von unserem Herrn Müller ausgeliehen - und finde es jetzt nicht mehr ganz sooo schlecht. Ach ja: Herr Morrison war noch nie in Nashville und hat die Platte (natürlich) in Irland aufgenommen. Das find ich wiederum gut.
(24.03.2006)
The Soft Boys: "A Can Of Bees" (Aura, Feb. 1980)
Meine erste Begegnung mit dem Werk des genialen Robyn Hitchcock verlief recht unspektakulär: ich habe dieses Album mit dem furchtbaren Cover für 2 Mark 90 bei Olschewski in Oberhausen aus der Grabbelkiste gezogen - vielleicht, weil ich den Namen des Sologitarristen Kimberley Rew von Katrina & The Waves (na ja...) und als Autor der Bangles-Single "Going Down to Liverpool" (Yeah!) kannte. Erst viel später kam ich über das Solowerk von Hitchcock auf den Geschmack - und musste feststellen, was für ein Schätzchen ich da schon seit längerem in meiner Plattensammlung hatte!
John Stewart: "Dream Babies Go Hollywood" (RSO, 1980)
Meine erste John Stewart-LP, die ich mir in den frühen 80ern gekauft habe. Trotz des äußerst geringen Preises (Grabbelkiste!) hatte ich wegen des merkwürdigen Covers lange gezögert, da ich den Sänger bislang nur aus Alan Bangs "Night Flight" und als Autor des Monkees-Hits "Daydream Believer" kannte.
(25.12.2007)
Rod Stewart: "Every Picture Tells A Story" (Mercury, Juli 1971)
Rod's Frühwerk wird gerne unterschätzt. Bevor er Mitte der 70er zum absoluten Rockstar aufstieg, hat er wunderbare Platten voller Blues, Folk und Rock mit tollen Eigen- und Fremdkompositionen gemacht. Auf diesem Album mit dem zugegebenermaßen furchtbaren Cover befindet sich der Megahit "Maggie May" (gehört neben "Battle Of Evermore" und "Losing My Religion" zu meinen Lieblingshits mit Mandoline). Gecovert wird Dylan ("Tomorrow Is A Long Time") und Tim Hardin ("Reason To Believe").
Alan Stivell: "Celtic Rock" (Vertigo, 1974)
In den 70ern war man bei internationalen Veröffentlichungen bei der Wahl des Covers und sogar bei der Wahl des Titels oft ziemlich schmerzfrei. Ob man hier den Zusatz "besonders in Deutschland" bringen sollte, kann ich leider nicht einschätzen, aber auf meine erste, selbsterworbene Platte des bretonischen Harfenspielers Alan Stivell trifft das sicher zu. Die deutsche, mit etwa einem Jahr Verzögerung gegenüber der englischen beim ansonsten eher progressiven ausgerichteten Vertigo-Label des Hauses Phonogram erschienenen, Version bekam den etwas irreführenden Titel "Celtic Rock", während die französische Version auf dem Fontana-Label "Chemins de terre" hieß und ein etwas schöneres Cover hatte, auf jeden Fall keine schwarze Schrift mit rosa Schatten auf grünem Grund. Ob der französische Titel weniger marktschreierisch ist kann ich mit meinen nicht vorhandenen Französischkenntnissen leider nicht beurteilen. Die englische Version hatte wenigstens den passenderen Titel "From Celtic Roots", aber deren Covermotiv ist mir leider nicht bekannt.
All das Besagte wäre aber völlig irrelevant, wenn die Musik auf diesem Meisterwerk des Folkrock nicht so gelungen wäre. Nur Puristen der Harfenmusik werden sie eventuell nicht mögen, da hier Schlagzeug, Bass, E-Gitarre und Orgel neben Harfe, Bombarde und anderen Folkloreinstrumenten zum Einsatz kommen. Celtic Rock ist also nicht falsch, sondern nur sehr einseitig als Titel.
(11.11.2012)
Richard Thompson: "Amnesia" (Capitol, 1988)
Was will uns der Grafiker, um nicht zu sagen "Künstler", wohl hiermit sagen? Auf jeden Fall sagt er nicht: "hört Euch diese schöne Musik an".
(20.06.2006)
Richard Thompson: "Rumour & Sigh" (Capitol, Mai 1991)
Wie immer in den 90ern: ein gutes Album mit scheußlichem Cover von einem der besten britischen Songschreiber und Gitarristen, der seit einiger Zeit in den USA beheimatet ist. Vom Keyboarder Mitchell Froom in LA betreut und mit dessen "üblichen Verdächtigen" eingespielt: Jim Keltner (dr) und Jerry Scheff (bg). Folkloristische Akzente setzen alte Kollegen aus britischen Folkrocktagen: Simon Nicol (g), Clive Gregson und Christine Collister (v), John Kirkpatrick (acc), Aly Bain (vio) und Phil Pickett (diverse historische Blasinstrumente). Für mich wird dieser Mann komplett unterschätzt, denn wo gibt es schon mal jemanden mit zwei solchen Ausnahmebegabungen als Gitarrist und Songschreiber? Da fallen mir höchsten noch Bruce Cockburn und Dave Alvin ein.
(20.06.2006)
Richard Thompson: "Mirror Blue " (Capitol, Febr. 1994)
siehe weiter oben.
(20.06.2006)
Richard Thompson: "Front Parlour Ballads" (Cooking Vinyl, Aug. 2005)
mehr über "Front%20Parlour%20Ballads" Mein alter Held zurück mit einem kleinen Meisterwerk! "Klein" in der Hinsicht, dass es bis auf gelegentliche Trommeleinlagen von Debra Dobkin und ein paar eigener E-Gitarren-, Mandolinen- und Akkordeon-Overdubs, eigentlich nur um seine Songs, seine Akustikgitarre und seine Stimme geht. Ich hatte fast vergessen, was für ein toller Folkgitarrist der Mann ist!
Und wenn ich jetzt unbedingt noch ein Haar in der Suppe finden soll: nicht zum ersten Mal ein scheußliches Cover, das hoffentlich niemanden vom Kauf abhält. In diese Kategorie gehören sicherlich auch "Amnesia" von 1988 (mit Richard im Clownskostüm und einem Kerl, der sich gerade rasiert), vielleicht das ansonsten tolle Album "Rumour & Sigh" von 1991 (Richard mit Gitarre als Kinderbild), aber sicherlich "Mirror Blue" von 1994 (Richard mit Gitarre als Wachsfigur)
(19.08.2005)
Richard & Linda Thompson: "Sunnyvista" (Chrysalis, 1979)
mehr über "Sunnyvista" Bereits zu gemeinsamen Zeiten mit Linda deutet sich Richards Hang zu hässlichen Covers an. "Sunnyvista" gilt aber auch als das schwächste gemeinsame Album der beiden. Eigentlich ist es das einzige schwache Album der beiden, was man überhaupt eines als "schwach" bezeichnen könnte!
(16.08.2008)

Sean Tyla: "Redneck In Babylon" (Zilch, 1981)
Das Cover von Sean Tylas zweitem Soloalbum sollte sicher ein Witz sein, aber es ist dermaßen hässlich, dass es wahrscheinlich alle Leute, die Sean Tyla oder seine vorherigen Bands Ducks Deluxe und die Tyla Gang nicht kannten, vom Kauf abgehalten hat. Und weil das sicherlich ein besonders großer Teil der Platten kaufenden Bevölkerung war (und ist), hat sich die Platte damals auch kaum verkauft. Ha ha.
(23.03.2008)
Warren Zevon: "Transverse City" (Virgin, Nov. 1989)
Zwar ein furchtbares Cover - aber wie immer eine gute musikalische Leistung des bösen Manns aus LA. Obwohl Mr. Zevon es sicherlich lieber hätte, dass ich von den klasse Songs berichten würde, kann ich mich mal wieder nicht zurückhalten und muss hier mein Namedropping loswerden. Alleine die folgende Liste der beteiligten Gastgitarristen müsste aber alle, die einigermaßen einen Sinn haben für Rockgitarre, überzeugen: Neil Young, Jerry Garcia (Grateful Dead), David Gilmour (Pink Floyd), Jorma Kaukonen (Jefferson Airplane, Hot Tuna), Waddy Wachtel (Jackson Browne, James Taylor, Linda Ronstadt, etc.) und Mike Campbell (Tom Petty). Dazu kommen noch ein paar hochkarätige Jazzer: Chick Corea (p), John Patitucci (db) und Mark Isham (tp).
(2011)