| Ray Charles: "Genius + Soul = Jazz" (Impulse!, März 1961) |
Der einzige mir bekannte Fall, bei dem man eine Schallplatte über eine mathematische Formel erklären - und dann auch benennen - kann. Eine wenig bekannte Tatsache ist, dass Ray Charles einer der ersten Künstler auf dem damals neuen Label war. ABC als Impulse-Geldgeber hatten ihn zuvor von Atlantic abgeworben und ließen ihn hier an der Orgel mit einer Bigband im Rücken und Quincy Jones als Arrangeur jazzen, später auch sehr erfolgreich Countrysongs aufnehmen ("Modern Sounds In Country And Western Music"). Letzteres natürlich nicht beim Impulse-Label.
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| Oliver Nelson: "The Blues And The Abstract Truth" (Impulse!, Aug. 1961) |
Nachdem mir schon die Kopie bzw. Fortsetzung "More Blues And The Abstract Truth" so gut gefallen hat, wollte ich natürlich nicht mehr auf das Original warten - und bin begeistert! Ein Meisterwerk? Aber sicher! Man kann es bedenkenlos in eine Reihe mit dem Mingus-Werk "The Black Saint And The Sinner Lady" stellen.
Aufgenommen im Septett und nicht, wie immer gerne behauptet wird, im Sextett. Zwar ist bekannt, dass Oliver Nelson auf diesen Aufnahmen im Gegensatz zu vielen späteren Alben, "More Blues And The Abstract Truth", selber an Tenor- und Altsaxofon zu hören ist, wenn auch Kollege Eric Dolphy wohl das virtuosere bzw. auffälligere Saxofon spielt. Neben den bekannten Musikern Paul Chambers (Bass), Freddie Hubbard (Trompete), Bill Evans (Piano) und Roy Haynes (Schlagzeug) ist noch der Baritonsaxofonist George Barrow dabei, der als einziger auf der Vorderseite des Covers keine Erwähnung findet. Warum auch immer. (2012-12-02)
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| John Coltrane: "Africa/Brass" (Impulse!, Nov. 1961) |
Neben "A Love Supreme" von 1965 ist das hier mein klarer Coltrane-Favorit. Zum Kernquartett (McCoy Tyner am Piano, Elvin Jones am Schlagzeug und Reggie Workman am Bass) kam ein hochkarätiger Bläsersatz, aus dem ich nur ein paar etwas bekanntere Namen nennen möchte: Freddie Hubbard und Booker Little (Trompete), Eric Dolphy (Altsaxofon und Bassklarinette) und Julian Priester (Posaune).
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| John Coltrane: "Olé" (Atlantic, Nov. 1961) |
Am 25.05.1961, zwei Tage nach Beginn der Aufnahmen zu "Africa/Brass",
ging Coltrane mit seinen festen Begleitern McCoy Tyner (Piano),
Reggie Workman (Bass) und Elvin Jones (Schlagzeug) direkt
wieder ins Studio, um seiner letzten Verpflichtung für das alte Plattenlabel
Atlantic nachzukommen. Mit dabei waren außerdem die Saxofonisten
Eric Dolphy und George Lane, die beide sogar Interessantes
auf der Querflöte beitragen, der damals noch junge Trompeter Freddie
Hubbard und mit Art Davis gleich ein zweiter Bassist. Das Album
enthält mit dem 18-minütige Titelsong u.a. die Coltrane-Version
des spanischen Revolutionsstückes "Venga Vallejo". Gelungen
ist auch die Tyner-Komposition "Aisha". Die Platte ist leider
nie so bekannt geworden, wie das parallel entstandene "Africa/Brass",
es ist aber deutlich mehr als "nur" eine Pflichtaufgabe für
die alten Chefs!
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| Miles Davis: "Someday My Prince Will Come" (Columbia, Dez. 1961) |
Ein eher unbekanntes, aber wunderschönes Album von Miles aus einer Übergangsphase. Zum letzten Mal ist Miles mit John Coltrane und Philly Joe Jones aus seinem berühmten Quintett der späten 50er in Gastrollen zu hören. Als zweiter Saxofonist ist Hank Mobley dabei. Am Piano saß Wynton Kelly, Jimmy Cobb (dr) und Paul Chambers (b) bildeten die Rhythmusgruppe.
Thema Covergirls: Bei der Lady handelt es sich meines Wissens um Miles' damalige Ehefrau. Normalerweise hatten farbige Fotomodelle damals auf Plattenhüllen nichts verloren. Auf jeden Fall ein wunderschönes Album mit entsprechender Musik. Zum letzten Mal Miles mit Coltrane. (0000-00-00) |
| Freddie Hubbard: "Ready For Freddie" (Blue Note, 1961) |
Kein besonders kreativer LP-Titel, aber eines der besten Alben eines der besten Jazztrompeter. "High End Blue Note" sozusagen, Dank Freddie Hubbard, Tonmeister Rudy van Gelder (wer sonst?) und der tollen Band: Schlagzeuger Elvin Jones, Pianist McCoy Tyner und Bassist Art Davis vom Coltrane Quartett (bei Art Davis bin ich mir nicht sicher, ob er fest dort dabei oder nur "Ergänzungsspieler" war), dazu der damals noch "junge" Tenorsaxofonist Wayne Shorter und Euphoniumspieler Bernard McKinney (der nannte sich später Kiane Zawadi, warum auch immer), aufgenommen am 12. August 1961. Das im Jazz eher selten eingesetzte Euphonium liegt von der Lage her zwischen der Trompete und der Tuba und klingt für ungeübte Ohren (also z.B. meine) wie eine Posaune.
(2008-05-28)
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| Robert Johnson: "King Of The Delta Blues Singers" (Columbia, 1961) |
Erst diese lange nach seinem Tod veröffentlichten Aufnahmen von
1936/37 brachten Robert Johnson die verdiente Anerkennung als einer
der wichtigsten Bluessänger aller Zeiten.
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| Roland Kirk with Jack McDuff: "Kirk's Work" (Prestige, 1961) |
Ein frühes Album vom Mann, der auf drei Saxofonen (ein "normales"
Tenor, dazu die zwei exotischen Gebläse "Manzello" und "Strich")
simultan fantastische Musik macht, ohne dass das zu einem Witz wird.
Noch ohne seinen späteren Vornamen "Rahsaan" und mit einem Klasseband:
"Brother" Jack McDuff an der Hammondorgel, Bassist Joe
Benjamin und Trommler Art Taylor.(11.05.2009)
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