Eine Platte, auf der zu Recht das bedeutungsschwangere „2000“ hintendraufsteht. Von der blühenden Ideenvielfalt ist man beim ersten tiefen Zuhören halb erschlagen, man hört schon förmlich die sich ankündigenden Pet Sounds-Vergleiche. So hoch sollte man die Meßlatte aber nicht legen; was die Vielfalt und Reife der musikalischen Ideen angeht, ist dies hier schon ein Riesenschritt für das nordische Trio, wird aber deswegen vielleicht auch den einen oder anderen Alt-Fan vor den Kopf stossen (Obwohl unser Alt-Fan Gregor die neue auch mag). In 45 Minuten/9 Stücken durchfahren Motorpsycho vieles von dem, was uns in den letzten 40 Jahren populärer Musik gut und teuer war, angefangen bei ihrer eigenen Vergangenheit über 70‘s Pop und Krautrock, 60‘s Beat und Flower-Power, bis hin zu den sich manchmal wirklich aufdrängenden Beach Boys-Reminiszenzen, und sei es nur der Atmosphäre wegen. Da gibt es feinsinnige Songs mit weichen Gesangsharmonien und durchkonzipierte mächtige Instrumentalparts, die sich in fast jazzige Improvisationslust steigern.
(Glitterhouse)
„Mini-Symphonien von bestürzender Schönheit beherrschen das Bild, wahre Füllhörner süßlicher Melodien, nicht selten verziert von mehrstimmig-beatlesken Satzgesängen. Die schweren Gitarren bleiben konsequent im Geräteschrank. Komplettiert hat das Trio den Reigen durch ein aufwendig arrangiertes Streichquartett nebst Bläsersektion. Man lausche etwa dem von Hörnern eingeleiteten, elegischen Schlußpunkt `30/30´, der verschmitzten `Big Surprise´ oder dem Regenspaziergang `Upstairs-Downstairs´ - und erblasse vor Ehrfurcht. Was für ein Geniestreich!“
(TIP Berlin)
“Das Ergebnis ist ein wundervolles und reiht sich ein in die Phalanx aus jenen Bands zwischen Radiohead, Mercury Rev und den Falling Lips, die entschlossen scheinen, dem Prog-Rock seinen guten Namen zurückzugeben.“
(WOM Journal)