Es gibt nicht viele Folkmusiker mit einer so kraftvollen Stimme wie die von Nathaniel Rateliff, welche er auf seiner neuen EP» Closer« präsentiert.
In ruhigeren Momenten erinnert die Baritonstimme des in Denver lebenden Singer-Songwriters an den gesprächigen und doch eindringlichen Stil von Bill Callahan und Kurt Wagner von Lambchop. Aber wenn er sich entschließt, seine raumfüllende Stimme zu präsentieren, greifen diese Vergleiche zu kurz. Was passiert, wenn die Dezibel ansteigen, kann nur als eine Art barbarisches Gebrüll beschrieben werden, ein leidenschaftlicher und kathartischer Schrei, der eine außergewöhnliche Bandbreite und erstaunliche emotionale Resonanz aufweist.
Diese Beherrschung der Dynamik hat ihm eine eifrige, wenn auch relativ kleine Anhängerschaft beschert. Das liegt zum Teil auch daran, dass Rateliff im letzten halben Jahrzehnt ständig beschäftigt war: zunächst als Nathaniel Rateliff and the Wheel, dann mit zwei Soloprojekten und auch mit seinem Soul-Pop-Kollektiv Nathaniel Rateliff and the Night Sweats, das in diesem Frühjahr ein Debütalbum veröffentlichen wird.
Sein neuestes Werk ist die »Closer« EP, ein unaufdringliches Soloalbum mit sechs Songs, das vor alle