Was für eine Besetzung: Chick Corea am Klavier, Jan Garbarek, Saxofon, Jack DeJohnette am Schlagzeug und John McLaughlin, Gitarre. Der Bandleader heißt Miroslav Vitous, ein Gigant am Kontrabass, ein exzellenter Komponist, ein Mann, der ebenso wie die anderen in der Band ein Stück Musikgeschichte mitgeschrieben hat. Vitous gründete 1970 zusammen mit Wayne Shorter und Joe Zawinul die erste Weather-Report-Formation. Das Debütalbum des Tschechen, Infinite Search (1969, mit John McLaughlin, Herbie Hancock, Joe Henderson und JackDe Johnette), galt damals als ein Meilenstein des zeitgenössischen Jazz.
Universal Syncopations knüpft an den Spirit dieser legendären Aufnahme an, nimmt nach über 30 Jahren den Faden wieder auf und spinnt ihn konsequent weiter. Alles klingt nach Vitous: intelligente Moderne, zwischen Swing und Freiheit, bombastischer Sound und sanfte Ansprache, Vitous begegnet Musik mit Zartheit und Respekt. Die Stücke bei Universal Syncopations sind häufig auf eine kurze thematische Idee und ein konstantes rhythmisches Feel reduziert. Danach kommen spontan entwickelte Teile und Soli, die meistens eng mit dem Kollektiv verwoben sind.
Jack DeJohnette ist einer, der im Mittelpunkt steht, präsent in der Abmischung, dezent (für seine Verhältnisse) in der Ausführung. Ein bisschen zu dezent werden Chick Corea und John McLaughlin behandelt, sie sind eigentlich kaum zu hören: Die Hauptprotagonisten heißen Jan Garbarek (ausnehmend brillant!) und Miroslav Vitous (niemals aufdringlich, aber immer da), sowie Jack DeJohnette. Ein süffiges Jazzalbum voller Reife ist entstanden, zweifellos, konzentrierte 60 Minuten geballter Musikalität.
(Katharina Lohmann, amazon.de)